Poetry Slam in Benrath „Slamrath“ im Haus Spilles feiert zehnjähriges Jubiläum

Benrath · Seit einer Dekade findet der Poetry Slam im Haus Spilles in Benrath statt. Der Organisator schätzt die „Wohnzimmeratmosphäre“ bei den Slams.

 Bernard Hoffmeister organisiert seit zehn Jahren den Poetry Slam im Jugend- und Kulturzentrum Spilles in Benrath.

Bernard Hoffmeister organisiert seit zehn Jahren den Poetry Slam im Jugend- und Kulturzentrum Spilles in Benrath.

Foto: Philip Zeitner

Der Poetry Slam im Benrather Jugend- und Kulturzentrum Haus Spilles feiert an diesem Mittwoch, 11. Januar, zehnjähriges Bestehen. 2013 fand der erste literarische Wettbewerb in dem Haus mit Blick auf das Benrather Schloss statt. Die Idee dazu hatte Ellen Mülders, zu dem Zeitpunkt Schülerin an einem Gymnasium in Benrath und aktiv in dem Jugendhaus. „Sie fand Poetry Slams schon ganz gut und hat mich dann gefragt: Wollen wir nicht auch hier einen machen?“, erklärt Bernard Hoffmeister, Organisator und Moderator der Veranstaltungen.

Zunächst seien viele Schüler aus dem Umkreis der Initiatorin gekommen, so Hoffmeister. „Und dann haben wir das immer weiter gemacht“, sagt der Düsseldorfer, der auch den Poetry Slam im Pitcher in Friedrichstadt organisiert. Seitdem können beim „Slamrath“ alle zwei Monate Künstlerinnen und Künstler ihre Texte präsentieren und vom Publikum bewerten lassen. Auch Open-Air-Slams gab es schon, am Schloss Benrath und während der Corona-Zeit auf dem Gelände des Jugendzentrums. In der Regel treffen sich Poeten und Zuschauer aber in den Räumen des Hauses Spilles.

Sie seien nicht immer ausverkauft, aber „einen gewissen Stammzuspruch haben wir schon“, sagt Hoffmeister. Etwa 20 bis 30 Zuschauer seien durchschnittlich da. Die können die Darbietungen der Teilnehmer bewerten. Dazu werden im Publikum willkürlich fünf Bewertungstafeln mit Zahlen von eins bis zehn verteilt, wobei zehn die Spitzenbewertung ist. Die je schlechteste und beste Bewertung wird dann gestrichen – falls zufällig Verwandte oder Freunde der „Slammer“ dabei sind – und am Ende steht der Sieger fest.

Die Teilnehmer sind in ihren Auftritten sehr frei, sie können Sonette vortragen und Kurzgeschichten, Lustiges und Trauriges. Nur selbst geschrieben muss es sein und Requisiten dürfen nicht verwendet werden. Sechs Minuten haben sie dann Zeit, das Publikum von sich zu begeistern. „Obwohl ich da nicht so streng bin“, sagt Hoffmeister. Nur einmal habe er jemanden von der Bühne bitten müssen, als dieser sein „siebtes Gedicht“ habe vortragen wollen.

Hoffmeister ist selbstständig, als Autor und Redakteur tätig, und auch als Slam-Poet. Im Spilles tritt er zwar nicht selbst auf, genießt aber die „Wohnzimmeratmosphäre“. Er versuche die Events immer so zu gestalten, dass sich auch Anfänger wohlfühlen können. Die Atmosphäre nehme ihnen etwas die Nervosität. Doch auch erfahrene Wortakrobaten treten im Jugendzentrum auf. Manche von ihnen seit Jahren, immer mal wieder. Einen Auftritt, der Hoffmeister im Gedächtnis geblieben ist, legte ein junger Mann ab, der sich während seines Beitrags immer mehr Klamotten auszog. Komplett blankgezogen habe dieser zum Glück nicht. Insgesamt macht der abwechslungsreiche Charakter für Hoffmeister den Reiz der Wettbewerbe aus. „Auch wenn einem ein Text mal nicht so gut gefällt, weiß man, nach sechs Minuten kommt was anderes.“

Wer sich den Feierlichkeiten zum Poetry-Slam-Jubiläum in Benrath anschließen möchte, kann Mittwochabend für drei Euro ab 19.30 Uhr dabei sein, eine halbe Stunde später geht es los.