Schülerin Carlotta Jonscher vom Annette-Gymnasium mit Preis von Zonta-Club Düsseldorf geehrt

Auszeichnung : Überall engagiert

Annette-Abiturientin Carlotta Jonscher setzt sich für Andere ein – in der Schule und in der Freizeit. Für ihre vielfältige Tätigkeit wurde die 18-Jährige jetzt mit dem „Young Women in Public Affairs“- Preis des Zonta-Clubs ausgezeichnet.

Carlottas Liste ist lang. Die Liste von ehrenamtlichen Aktivitäten in und außerhalb ihrer mittlerweile ehemaligen Schule. Die 18-jährige Carlotta Jonscher hat vor kurzem am Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium das Abitur abgelegt. Aber noch vor den letzten Prüfungen erfuhr sie, dass sie einen Preis erhält. Den Preis des Zonta Club Düsseldorf II, der Teil eines internationalen, weiblichen Service-Clubs ist. Offiziell heißt er: Young Women in Public Affairs Award, eine Auszeichnung, die das Engagement junger Frauen würdigt.

Und engagiert hat sich die Abiturientin. Sie war Stufen- und Schülersprecherin, hat die Schule bei Tagen der offenen Tür vertreten, war Mentorin für die Jüngeren. Sie war mit dabei in den Schulkonferenzen, wenn maßgebliche Entscheidungen anstanden. Sie hat aber auch mitgeholfen, den Schulpullover zu entwerfen. „Nicht wenig Arbeit“, meint sie rückblickend. Sie sang im Chor und war Sprachrohr, wenn es darum ging, dass das Essen in der Mensa mal nicht mehr so mundete. Und für vieles mehr.

Sich selbst hätte Carlotta Jonscher nie vorgeschlagen. Dafür ist das, was sie tut und getan hat, für sie zu selbstverständlich. Und sie hatte von diesem Preis bis dahin auch noch nie gehört. Zwei ihrer Fachlehrer schon. Unter anderem Roderich Pollmann, Lehrer für Sozialwissenschaft und Philosophie. Die Annette-Pädagogen schlugen Carlotta für den Preis vor und unterstützten die 18-Jährige bei der Bewerbung. Das Empfehlungsschreiben könnte besser nicht sein. Darin wird unter anderem erwähnt, dass es eben Carlotta Jonscher war, die die Idee hatte, wie man eine neue, wenig glücklich wirkende Mitschülerin besser in die Stufe integriert. Und Carlottas Engagement endet nicht nach Schulschluss. Sie tanzt Modern Jazz und Ballett. Mit ihrem Verein unterstützt sie soziale Projekte.

Carlotta Jonscher weiß, was sie will. Jura möchte sie studieren, vielleicht in Bonn oder dort, wo in der Nähe auch die Namenspatronin ihrer „alten“ Schule einst wirkte, in Münster. „Die Annette“, sagt sie mit Blick auf die Büste der Dichterin im Foyer der Schule, „die war doch in ihrer Zeit eine starke Frau.“ Die Rolle der Frau ist auch ein Thema, das sie umtreibt. Sie stört, dass Frauen immer noch benachteiligt werden, dass sie weniger verdienen. Mehr Mut, fordert sie. Auch mehr Selbstbewusstsein. Doch die Frage nach ihrer Abi-Note beantwortet sie etwas verschüchtert und leise. Dabei könnte sie eigentlich auftrumpfen, wenn es denn ihres wäre, das Großtun. Ist es aber so gar nicht. Sie wirkt bescheiden, im besten Sinne geerdet. Dabei hat sie mit sagenhaften 1,0 abgeschlossen. Kein Junge aus ihrer Stufe kann ihr da das Wasser reichen. Und überhaupt nur wenige.

Doch herrscht jetzt erstmal Lernpause. Erst einmal will sie zusammen mit vier Freundinnen auf Europa-Tour gehen, per Zug mit dem Interrail-Ticket. Und dann wartet Australien. In Melbourne wird sie fünf Monate Au-Pair-Mädchen sein. In einer Familie mit drei Kindern ­ sechs, acht, und zehn Jahre alt ­ und einem Hund. Für sie, die ein Einzelkind ist das, „gewiss eine Herausforderung“. Andererseits: Babysitterin war sie auch schon mal. Kindergeschrei und Quengelei sind ihr also nicht fremd.

Mit dem Preis öffnen sich für die 18-Jährige viele Möglichkeiten. Der Zonta-Club möchte die Geehrten auch nach der Vergabe fördern und unterstützen, stellt Kontakte her, schafft Verbindungen. Mit 300 Euro war der Preis dotiert. Was sie mit dem Geld gemacht hat? „Gespart, es kommen ja noch Ausgaben.“

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