Schüler des Benrather Schloß-Gymnasiums forschen in den Ferien auf Elba

Wissenschaftliches Projekt : Forschen statt Ferien

Vier Schüler des Benrather Schloß-Gymnasiums untersuchten gemeinsam mit Wissenschaftlern den Plastik-Müll auf der Insel Elba im Mittelmeer.

Die Mittelmeer-Insel Elba lockt Touristen mit weißen Sandstränden, blauem Meer, beeindruckenden Klippen und antiken Ruinen. Dabei verspricht Elbas Marketing ein Urlaubs-Angebot, das die empfindliche Natur der Insel schont. Ob das so stimmt, wollte ein Mikrobiologe der Heinrich-Heine-Universität (HHU) herausfinden – und holte sich Verstärkung vom Benrather Schloß-Gymnasium.

Sven Gould forscht seit zehn Jahren an der HHU, er wohnt in Benrath, seine Kinder gehen hier zur Schule. Für ihn lag es also nahe, als er Schüler zur Verstärkung seines Forschungsteams suchte, sich an das Schloß-Gymnasium zu wenden. „Die Lehrer waren sofort bereit, mich zu unterstützen“, erzählt der Wissenschaftler. Je zwei Schüler aus den Leistungskursen Biologie und Chemie machten sich gemeinsam mit ihm, drei Master-Studenten und seinem Sohn auf den Weg zum Mittelmeer. „Unser Ziel war es, zu erforschen, wie stark Elba als selbst ernannter Ort für umweltfreundlichen Tourismus belastet ist, zum Beispiel mit Kunststoffen“, sagt Gould.

Also haben die neun Forscher systematisch verschiedene Regionen der Insel auf Plastik-Abfall untersucht: den Strand, das Meer, Wander- und Radwege, die Umgebung von Dörfern und sogar den Gipfel des Monte Capanne, mit 1019 Metern Höhe der größte Berg der Insel. Und tatsächlich: „Wir haben überall Kunststoffabfälle gefunden, die Belastung ist wirklich hochgradig“, fasst Sven Gould ihre Ergebnisse zusammen.

Aus gefundenem Müll haben die Schüler diese Collage gemacht. Foto: RP/Gould

In einer Forschungsstation, die für die Exkursionen als Basis diente, wurden die Fundstücke sortiert und kategorisiert. „Wir haben herausgefunden, dass ein Drittel der Verschmutzung vom Tourismus kommt“, sagt der Wissenschaftler. Es gehe vor allem um weggeworfene Verpackungen, Getränkedosen und Zigarettenstummel. Aber auch die lokale Industrie, vor allem die Fischerei, hinterlasse ihre Spuren in der Landschaft. So fanden die Forscher beispielsweise Styropor-Kisten zum Transport lebender Fische.

„Es war wirklich erschreckend, zu sehen, wie viel Müll in der Natur liegt“, sagt die 18-jähirge Siham Boujatoui. Die Schülerin des Leistungskurses Chemie macht im nächsten Jahr ihr Abitur und war, wie ihre Mitschüler, von den Fachlehrern für das Projekt vorgeschlagen worden. Auf Elba hat sie auch das eigene Konsumverhalten überdacht: „Ich werde auf jeden Fall bewusster einkaufen, Plastiktüten vermeiden, und mit meinen Freunden über das Thema reden“, verrät sie. Um noch mehr Bewusstsein für das Problem zu schaffen, will das Team gemeinsam wissenschaftliche Plakate zu ihren Ergebnissen entwerfen. Diese sollen dann in der Schule vorgestellt werden. „Wenn der Rektor es erlaubt, gern in der Aula vor allen. Sonst in unseren Leistungskursen, da kann man noch etwas fachlicher werden“, sagt die Schülerin voller Tatendrang. „Es ist enorm wichtig, die junge Generation auf das Müll-Problem aufmerksam zu machen und eine gute Gelegenheit, sie für das wissenschaftliche Arbeiten zu begeistern“, sagt Gould.

Im Fall von Siham Boujatoui hat das schon geklappt: „Ich kann mir sehr gut vorstellen, nach dem Abitur ein naturwissenschaftliches Studium zu machen und in der Forschung zu arbeiten“, verrät die Schülerin.

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