Benrath : Schlosspark bald wieder geöffnet

In der nächsten, spätestens übernächsten Woche soll der Park für die Spaziergänger zugänglich sein. Allerdings nur auf den Hauptwegen. Es gibt noch viel zu tun. Ein Konzept für die Neubepflanzung soll erstellt werden.

Der Schlosspark wird nächste Woche, spätestens übernächste Woche den Bürgern wieder zugänglich sein. Allerdings handelt es sich dabei nur um die Hauptwege, erklärt Gartendenkmalpfleger Tobias Lauterbach. Auf den Seitenwegen sei noch kein Zugang möglich, da gingen die Aufräumarbeiten weiter. Weiter geschlossen bleiben die Wege Richtung Schlangenbach und Vier-Morgen-Wiese.

Aber so können sich bald Spaziergänger ein Bild davon machen, welch verheerende Ausmaße der Pfingststurm "Ela" im Benrather Schlosspark angerichtet hat. Die Flanken neben dem französischen Garten und auch des englischen Gartens sind zerstört. Dabei geht es um 32 Bäume. Hinzu kommen 230 Bäume im Park, die nicht mehr zu retten waren.

Dabei handelt es sich vorwiegend um Buchen. Um alte Buchen, die mindestens 120 Jahre alt waren und 25 bis 30 Meter hoch. Mitarbeiter des Gartenamtes haben von den abgebrochenen Stämmen immer wieder die Jahresringe gezählt, so dass diese genauen Angaben zustande gekommen sind. Auch alte Eichen seien betroffen, sagt Lauterbach.

Und er kann nicht ausschließen, dass noch mehr Bäume gefällt werden müssen. "Die Statik des Baumbestandes ist gestört, und es gibt zahlreiche offene Flanken im Park", erklärt Lauterbach. Da könne man nicht ausschließen, dass bei den Herbst- und Winterstürmen, auch wenn sie nicht so stark wie Ela seien, noch der ein oder andere Baum umkippe. Auch der Schnee, der wie eine schwere Last auf den Bäumen liegen kann, könne Auswirkungen haben, die heute noch nicht zu kalkulieren seien.

Wenn man heute den Park betrachte, dann sei jetzt eine ganz deutliche Lichtung erkennbar, meint der Experte. "Der Park ist geprägt durch seine axiale Führung - und die ist nun aufgebrochen", sagt Lauterbach. Es werde noch eine geraume Zeit dauern, bis das Ganze wieder in einen Normalzustand käme, prognostiziert er.

Die Ausmaße der Schäden sind immer noch nicht konkret absehbar. Schließlich dürfe man nicht vergessen, dass auch der Boden betroffen sei - der bewachsen war. Und was die Schnittflächen der Bäumen betrifft, von denen nur Teile abgesägt wurde, so seien diese Schnittflächen im Moment sehr empfindlich. "Wir müssen in Zukunft viele Bäume wesentlich intensiver als bisher pflegen", sagt Lauterbach.

Den Benrather Park wieder herzurichten, das wird dauern. Handelt es sich doch um ein Gartenbaudenkmal und ein großer Teil ist auch Naturschutzgebiet. Das Gartenamt will jetzt durch eine Fachfirma, ein Gartendenkmal-Büro, ein Konzept erstellen lassen. Dieses Konzept soll demnächst präsentiert und diskutiert werden, und zwar sowohl mit den Politikern als auch mit der Bevölkerung. Es gibt viel zu tun in den kommenden Jahren. Lauterbach betont: "Vor 2018 werden wir mit der Gestaltung nicht fertig sein. Und bis der Park wieder wie früher aussieht, das dauert eine Generation."

(RP)