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Benrath: Schloss strukturiert pädagogisches Angebot um

Benrath : Schloss strukturiert pädagogisches Angebot um

Der Stiftungsvorstand will in den Museen künftig nicht mehr mit Honorarkräften arbeiten. Zehn Mitarbeiter sollen fest auf 450-Euro-Basis eingestellt werden.

Bereits vor einem Jahr hat die Museumspädagogik für die drei Museen des Benrather Schlosses den neuen Namen "Bildung und Vermittlung" bekommen. Die formelle und inhaltliche Neuausrichtung soll zum 1. Januar 2016 vollzogen werden.

Von der Umstellung soll der Besucher nichts mitbekommen, die Führungen finden wie gewohnt statt. Statt mit selbstständigen Honorarkräften will die Stiftung Schloss und Park Benrath künftig nur noch mit festangestellten Mitarbeitern arbeiten - zehn an der Zahl. 60 Bewerbungen lägen ihm bislang vor, sagt Nicolas Maas, Kaufmännischer Leiter der Stiftung.

Nur vier aus dem Pool der jetzigen Guides - der umfasste zuletzt um die 20 Personen - haben sich um eine Festanstellung auf Teilzeitbasis beworben. Die Verträge will die Stiftung erst einmal auf ein Jahr befristen. Maas verspricht sich von dem Modell mehrere Vorteile, rechnet aber zugleich vor, dass es nicht ums Sparen gehe, sondern vor allem um eine Stärkung der Abteilung: "Wir sparen durch die Umstellung kein Geld."

Die Mitarbeiter stünden im Vergleich finanziell nicht schlechter da: "Für eine Standardführung mit einer Länge von bis zu 75 Minuten, die bei uns 80 Prozent des Führungsgeschäftes ausmachen, zahlen wir der Honorarkraft derzeit brutto 22,50 Euro. Davon muss diese noch Steuern und Sozialabgaben zahlen und sich versichern."

Unstimmigkeiten hatte es gegeben, weil nach der Information der Honorarkräfte durch Maas im Juni nicht klar gewesen sei, wie viele Stunden sie für die 450 Euro arbeiten sollten. "Elf Stunden die Woche, das macht einen Nettolohn von 10,22 Euro pro Stunde", sagt der Jurist: Als Arbeitszeit werde künftig auch die Vorbereitungszeit für eine Führung gezählt, genauso wie Meetings. Den größten Vorteil für die Museen sieht Maas darin, dass man die Mitarbeiter enger einbinden könne. "Bislang durften wir einer Honorarkraft keine Anweisungen geben, beispielsweise auch nicht darüber, ob eine Führung unter ein neues Motto gestellt wird." Die bislang noch tätigen Kräfte seien an keinerlei Weisungen gebunden gewesen.

Künftig könne das Team um Lena Kawohl, die die Leitung der 450-Euro-Kräfte übernimmt, stärker inhaltlich arbeiten: "Wir können durch die Umstellung die Mitarbeiter nun auch inhaltlich und methodisch schulen." Diese sollen sich zukünftig stärker in die Tätigkeit der Stiftung einbringen, um so auch besondere Themenwochen oder individuellere Kindergeburtstage anbieten zu können.

Die Umstellung habe nichts mit der Qualität der derzeitigen Museumsführer zu tun: "Die Allermeisten sind sehr engagiert und professionell, nicht wenige haben eine enge, weil jahrelange Bindung zum Schloss." Bislang seien in dem Pool viele Studenten gewesen. Maas geht davon aus, dass das auch künftig der Fall sein wird.

(RP)