Benrath : Sauna-Gäste sorgen sich ums Bad

Die Mängelliste in der Sauna des Benrather Bades wird immer länger: Unter anderem ist das Warmwasserbecken für die Damen seit Monaten trocken. Bäderchef Roland Kettler will Abhilfe schaffen. Bad Niederheid schließt neun Monate.

Die Liste der Beschwerden über den Saunabereich im Benrather Hallenbad ist lang. So lang, dass viele Besucher inzwischen die Vermutung haben, dass das Bad über kurz oder lang geschlossen werden soll. Unter anderem ist das Warmwasserbecken im Damensaunabereich seit Monaten leer und mit Flatterband abgesperrt, es gibt schwarze Flecken an der Decke, und Teile der Lichtanlage in der Bio-Sauna sind defekt.

An dem Benrather Bad nagt der Zahn der Zeit. In diesem Jahr wird es 55. Ob es im laufenden Betrieb das Rentenalter erreicht, diese Frage kann Roland Kettler, Chef der städtischen Bädergesellschaft, weder mit einem klaren Ja, noch mit einem Nein beantworten. Allerdings steht auch für ihn fest, dass es ein 'weiter so' nicht mehr geben wird. "Das Bad ist eine Altanlage und hat einen hohen Sanierungsbedarf. Und Ja, in den vergangenen Jahren ist die Optimierung vieler Dinge im Benrather Bad auf der Strecke geblieben", berichtet Kettler im Gespräch mit unserer Zeitung. So sind die schwarzen Flecken darauf zurückzuführen, dass das Bad keine Entfeuchtung hat und sich Schwitzwasser an den Decken und Wänden sammelt.

Kettler: "Wir müssen uns konzeptionell mit dem Benrather Bad befassen. Es gibt zwei Alternativen: sanieren oder neu bauen." Wählt die Stadt den zweiten Schritt, wäre es rausgeschmissenes Geld, jetzt noch viel in die Altanlage zu stecken. Doch trotzdem sichert Kettler zu, dass wichtige Reparaturen bis dahin gemacht werden. Und auch das Warmwasserbecken für die Damen bald wieder befüllt werden kann. "Wir hatten dort einen Schaden. Das Wasser tropfte durch die Decke auf die darunter liegenden Personalräume." Warum die Sanierung so lange dauert? Zwei Anläufe habe die ausführende Firma gebraucht, um das Becken vor kurzem nun endlich wieder dicht zu bekommen.

Auch wenn Kettler zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts darüber sagen möchte, was er sich für das Bad und den Saunabereich vorstellen kann, so viel verrät er jetzt schon: Das Thema Gesundheit könnte gut im Vordergrund stehen. Das ist es auch, was die Besucher derzeit dort schätzen. 2013 besuchten 12 581 Gäste die Sauna, das sind zwischen 18 (Sommer) und 56 (Winter) Tagesgäste. Ins Hallenbad kamen 111 379 Gäste – ins Freibad 68 976. Ab 1. Mai könnte es sowohl im Benrather Bad als auch in der Sauna ein wenig voller werden. Das Saunabad Niederheid wird umfangreich saniert. Geplante Schließungszeit: neun Monate. Dem am 26. Februar tagenden Bäderbeirat will Kettler einen Vorschlag präsentieren, wie man die Öffnungszeiten des Benrather Bades an die Niederheider Schließung anpassen muss. Sowieso stehe für den Bäderbereich noch aus, sich mit dem Schulentwicklungsplan zu befassen. Dieser rechnet hoch, wie viele Schüler es zukünftig in welchem Stadtteil geben wird. "Es ist uns wichtig, dass jedes Kind eine gute Schwimmausbildung bekommt und das möglichst ortsnah", sagt Kettler.

Für die Sanierung des Bades Niederheid hat der Stadtrat vier Millionen Euro zu Verfügung gestellt. 2006 wurde bei Sanierungsarbeiten festgestellt, dass die Stahlkonstruktion vom Rost zerfressen war. Damals folgte der Erste, nicht aufzuschiebenden Teil der Arbeiten, in diesem Jahr folgt unter anderem das Dach. Außerdem wird das Bad energetisch saniert und bekommt ein Blockheizkraftwerk.

Ist Niederheid möglichst Anfang 2015 wieder auf, kann das Benrather Bad in den Fokus rücken. Nach der Kommunalwahl will Kettler mit der Politik über die Zukunft der Bäder sprechen.

(RP)