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Rudergesellschaft Benrath: zweieinhalbmal um die Erde

Rudergesellschaft Benrath : Zweieinhalbmal um die Welt gerudert

Wegen des guten Wetters haben die 170 aktiven Mitglieder der Rudergemeinschaft Benrath in dieser Saison ordentlich Kilometer auf dem Rhein gesammelt: rund 100.000 sind es geworden, eine Runde um den Äquator sind rund 40.000.

Warum es – vor allem im Herbst – auf dem Rhein so schön ist, das wissen Matthias Mucharowski und Christoph Kettern ganz genau. Für die beiden Aktiven der Ruder-Gesellschaft Benrath ist ein Bootsausflug auf dem viel besungenen und zugleich längsten Strom Deutschlands gerade zu dieser Jahreszeit die beste Gelegenheit, sich vom Alltagsstress zu erholen. In dem blauen Vereins-Zweier „Altrhein“ lassen die beiden Ruderfreunde in diesen sonnigen Oktobertagen noch einmal ihre Seele baumeln, obwohl mit dem traditionellen Abruder-Termin in der Vorwoche, bei dem elf Boote inklusive des Holz-Achters auf dem Wasser waren, die Rudersaison bei der RG Benrath offiziell bereits beendet worden ist.

„Das Herbstlicht am Spätnachmittag ist wirklich sensationell“, schwärmt der 54-jährige Christoph Kettern von seinem vielleicht letzten Ruderausflug in diesem Jahr. Und eine herbstbunte Kulisse entlang der Fahrtstrecke stromaufwärts bis zum Baumberger Campingplatz mit der untergehenden Sonne im Rücken erhöht den Wohlfühlfaktor gar um ein Vielfaches.

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Bei Rheinkilometer 716 wird es wegen der Lichtverhältnisse schließlich Zeit für die Rückkehr zum heimischen Anleger am Benrather Schlossufer. „Nach Einbruch der Dunkelheit ist eine Fahrt auf dem Fluss nicht ohne Gefahr“, warnt Matthias Mucharowski. Seit nunmehr 38 Jahren schon ist Rudern seine große Leidenschaft. Auf den Vereinstitel „Kilometersieger“ ist er in jedem Jahr abonniert. Auch den „Äquatorpreis“ für exakt 40.075 absolvierte Ruderkilometer – also sozusagen einmal um die Welt – hat sich der 57-jährige Urdenbacher längst verdient. „Bei wenig Schiffsverkehr gleitet das Boot gemütlich durch das Wasser“, verrät der Speditionskaufmann. Dann braucht man beim Rudern auf den Wellengang nicht groß Acht zu geben. Die Anzahl der Rheinschiffe habe aber, wie er aus eigener Berufserfahrung weiß, deutlich zugenommen. Immer mehr Containerfracht wird auf dem Wasserweg transportiert.

 Matthias Mucharowski (l.) und Christoph Kettern nutzen das gute Wetter, um noch mal auf dem Rhein zu rudern.
Matthias Mucharowski (l.) und Christoph Kettern nutzen das gute Wetter, um noch mal auf dem Rhein zu rudern. Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Aktuell bereitet vor allem der niedrige Rheinpegel den Spät-Ruderern Probleme. Der Bootsanleger unterhalb der Benrather Rheinterrasse liegt schon seit Wochen im Trockenen. „Ein- und Ausstieg sind nur direkt am Ufer möglich“, sagt Mucharowski. Spezielle Wasserschuhe werden zum Schutz benötigt. In Ufernähe „kleben“, wie es in der Ruderfachsprache heißt, die Boote wegen der geringen Wassertiefe oftmals auf den flachen Stellen. Wer in Richtung Flussmitte ausweicht, gerät schnell in gefährliche Nähe zur tiefen und von Frachtern benutzten Fahrrinne.

Der Ausnahme-Sommer sowie die sonnenverwöhnten Herbstwochen haben der Ruder-Gesellschaft einen Rekord-Saison beschert. „Die 100.000 Kilometermarke als Vereins-Gesamtleistung werden wir wohl knacken“, vermutet RG-Pressewartin Jutta Lierenfeld. Eingerechnet sind Wanderfahrten auf Mosel, Neckar, Lahn oder den Ratzeburger Seen.

 „Eigentlich kann bei uns ganzjährig gerudert werden, auch über die Zeit von April bis Oktober hinaus“, erklärt Jutta Lierenfeld. Warme Westen und Thermokleidung bieten Schutz auch bei winterlichen Temperaturen. Zum Saisonabschluss verbuchten die Benrather Ruderer sogar noch einen beachtlichen Erfolg. Beim Rhein-Marathon des RC Germania Düsseldorf belegte die Ruder-Gesellschaft, die mit acht Booten auf der 42-Kilometer-Strecke zwischen Leverkusen und Düsseldorf-Hamm im Feld von 170 Mannschaften mit von der Partie war, Rang drei