Benrath: Nichts zu trinken und zu essen - VfL-Eigentor bei Fan-Bewirtung

Benrath : Nichts zu trinken und zu essen - VfL-Eigentor bei Fan-Bewirtung

Dass es kein Bier auf Hawaii gibt, ist allseits bekannt, spätestens seit Paul Kuhn, der Mann am Klavier, einst outete, niemals in den 50. Staat der USA zu reisen, eben weil es dort kein Bier gebe und der Durst vom Hula Hula nun mal nicht weggehe.

Beim namhaften Landesligaclub VfL Benrath wäre Kuhn beim Relegations-Heimspiel jüngst gegen den VfB Frohnhausen in Ermangelung eines Verpflegungsangebots ebenfalls durstig geblieben wie rund 250 Zuschauer, hätten manche sich nicht im benachbarten Getränkemarkt kurzfristig selbst versorgt. Ein Armutszeugnis für den Benrather Traditionsclub, dessen sportlicherer Top-Erfolg, der Gewinn der Deutschen Amateur-Meisterschaft von 1957, sich am 23. Juli 2016 zum sechzigsten Mal jährte.

Dabei ist die Bewirtung mit Grillwürstchen, Mettbrötchen, leckerem Kuchen sowie Kaffee, Kakao, Bier oder einer Auswahl von alkoholfreien Getränken längst Standard auf den Fußballplätzen der Amateurclubs in und rund um Düsseldorf. Die SG Benrath-Hassels etwa punktet mit ihrer schmucken Cafeteria im neuen Sport- und Gesundheitszentrum Hassels Fit. Beim TSV Urdenbach duftet das Grillgut quasi als Steilvorlage direkt am Spielfeldrand den Zuschauern in die Nase. Beste Aussichten nicht nur aufs Spielgeschehen, sondern auch auf Leckeres genießen die Fans beim Garather SV vor dem gemütlichen Verkaufsstand hinter der "GSV-Kurve". Und beim Kreisliga A-Aufsteiger SV Wersten 04 treffen Torjubel und Frischgezapftes im Vereinsheim aufeinander.

Allein auf der Anlage an der Karl-Hohmann-Straße müssen die Fußballfans darben, seit der Vertrag mit dem Pächter der VfL-Klause Ende April wie es heißt einvernehmlich aufgehoben wurde. "Wir sind in Gesprächen wegen einer Neuverpachtung", berichtet VfL-Vorsitzender Michael Sonnenberg. Die erwähnte Relegationspartie gegen Frohnhausen, nach der es im sozialen Netzwerk heftige Kritik hagelte wegen des mangelhaften Fan-Service, soll, so versichert Sonnenberg, ein letzter unrühmlicher Höhepunkt der Durststrecke gewesen sein.

Bereits für das anschließende Relegationsfinale gegen TuS Fichte Lintfort sorgte der VfL für Verbesserung durch einen Getränkeverkauf am Bierwagen vor dem Eingang zum Kunstrasenplatz. Dieser Verkauf des Vereins in Eigenregie soll für auch die neue Landesliga-Saison beibehalten werden, sofern der neue Pächter der VfL-Klause diese Bewirtung der Fans nicht mit übernehmen will.

"Wir wünschen uns, dass die VfL-Klause zukünftig erweiterte Öffnungszeiten hat, und auch Besucher von Spielen unserer Mannschaften etwa an Samstagen dort einkehren können", erklärt Sonnenberg. "Der neue Pächter sollte auch über ein Gespür für Gäste verfügen und so dazu beitragen, dass ein Vereinsleben auf unserer verbessert wird." Dazu gehöre es, die weitgehend überdachte Terrasse für eine Bewirtung mit zu nutzen. "Sonnenberg: "Fraglos sind einige Investitionen erforderlich." Bleibt nur zu wünschen, dass dem VfL Benrath hinsichtlich Besucher-Service eine gute Lösung gelingt. Die Liebe zum Fußball - und zum Verein - geht eben auch durch Kehle und Magen.

(hel)
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