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Neue Düsseldorfer Hofmusik spielt Wandelkonzert in Schloss Benrath

Wandelkonzert in Benrath : Das wohlige Raunen des Waldes

Die Neue Düsseldorfer Hofmusik erinnerte in einem Wandelkonzert an die ursprüngliche Bestimmung des Benrather Schlosses als Jagddomizil.

Einst wurde im Benrather Schlosspark regelmäßig zur Jagd geblasen. Da lag es nahe, dass sich die Neue Düsseldorfer Hofmusik ihr Wandelkonzert der passenden Musik widmete.

Das hervorragende Hornquartett aus Johannes Birk, Joaquim Palet, Stefan Oetter und dem Gründer der Neue Düsseldorfer Hofmusik, Oliver Kersken, hatte sich vorgenommen, die Geschichte des Horns darzulegen. Dazu hatte jeder von ihnen eine Reihe von unterschiedlichen Instrumenten mitgebracht. Angefangen hat alles mit dem Tierhorn, das Hirten in alten Zeiten beim Hüten der Herden benutzten.

Im Vestibül ließ Winfried Fechner zunächst die Zuhörer aus einem Kinderlied auf einem Ton singen „das Horn, das Horn, das ruht sich aus“, bevor auf Naturhörnern Sätze aus Anton Richters „Quartetten für vier Hörner“ erklangen. Weiter ging es im Kuppelsaal mit Jagdsignalen, die, auf Parforcehörnern geblasen, auch im Benrather Schlosswald erklangen. Der Durchmesser der Parforcehörner lässt übrigens Rückschlüsse auf die Größe der damaligen Hüte zu, denn sie mussten zu Pferde über die Kopfbedeckung gestreift werden können. Traditionelle französische Jagdfanfaren des Marquis de Dampierre schlossen sich an. Echowirkung entstand dabei, weil zwei Herren im Kuppelsaal und zwei im Gartensaal spielten.

Gekonnt führte Winfried Fechner durch das Programm, spann für das Publikum den roten Faden des Wissenswerten. Dabei machte er deutlich, wie schwer die Vorbereitungen für ein solches Konzert sind. Denn nicht zu allen Stücken gibt es Angaben über die Komponisten. Musikern sei aber immer daran gelegen, möglichst viele Fakten zur aufgeführten Musik zu vermitteln, weil Zeit, Ort und Lebensumstände eines Komponisten sein Werk verständlicher mache. Vielfach genannt und bekannt sei daher der wohl schaffensreichste unter ihnen – Anonymus.

Nach Musik von Georg Friedrich Händel wandelte man in den Gartensaal der Kurfürstin. Romantisch wurde es dort mit Carl August Hänsels Musik für vier chromatische Hörner. Am Ende gab es im Kuppelsaal das Quartett in B-Dur. von Konstantin F. Homilius. Noch einmal hatten die Solisten dafür die Instrumente gewechselt und bliesen nun auf modernen Hörnern. Romantische Klänge vom Feinsten, die viele Zuhörer mit geschlossenen Augen genossen und sich in den ‚wohligen Wald‘ neben dem Schloss träumten.