Müll : Die Schandflecken im Schlosspark

Vor allem in warmen Nächten gibt es Vermüllung und Zerstörung im Park. Anwohner fordern, das Gelände nachts abzusperren.

Uwe Diezmann wohnt direkt am Benrather Schlosspark und geht dort täglich spazieren. Immer öfter ärgert er sich dabei über Müll, Schmierereien und Vandalismus. Am Wochenende musste er beobachten, wie Eltern eigenhändig mehrere leere Flaschen Bier, Wodka und Jägermeister aus dem Sandkasten des Spielplatzes entfernten. „Schlimm genug, dass hier im Park Besäufnisse stattfinden“, findet Diezmann, „aber es ist noch schlimmer, dass danach nicht mal der Müll weggeräumt wird.“

Gerade, wenn die Tage wärmer werden, nutzen viele Menschen den Schlosspark auch nachts. Dabei kommt es immer wieder vor, dass Bänke verstellt oder sogar in den Schlossweiher geworfen werden. Auch die Lampen werden regelmäßig beschädigt, Bäume, Statuen und Gebäude mit Graffiti beschmiert. „Es ist wirklich schade, wie rücksichtslos manche Parkbesucher mit öffentlichem Eigentum umgehen“, beklagt Adelheid Klahold, Vorsitzende des Freundeskreises Schloss und Park Benrath. Im Winter, als der Spiegelweiher zugefroren war, wurde sogar die gelbe Rettungsleiter, mit der bei einem Notfall Menschen geholfen wird, die im Eis eingebrochen sind, aus der Halterung gelöst und auf den See geworfen. „Die Reparaturkosten für Vandalismusschäden liegen jährlich im fünfstelligen Bereich“, sagt Nicolas Maas, Geschäftsführer der Stiftung Schloss und Park Benrath.

Bereits 2017 gab es die Überlegung, den Schlosspark nachts zu schließen, um so dem Vandalismus Einhalt zu gebieten. Viele Benrather Bürger sprachen sich damals dafür aus. Auch Adelheit Klahold hält die Idee für sinnvoll: „Zwar könnte man noch immer über die Zäune steigen, aber Polizei und Ordnungsamt hätten dann einfachere Handhabe“, sagt sie.

Eine zerstörte Entenbrücke im Spiegelweiher. Foto: RP/Dominik Schneider

Im Moment läuft ein vom städtischen Gartenamt in Auftrag gegebenes Parkpflegewerk. Das ist eine Bestandsaufnahme des Parks, auf deren Grundlage dann Empfehlungen für Politik und Verwaltung ausgesprochen werden. „Darin geht es unter anderem um die nötige Aufforstung und Neupflanzung“, sagt Stadtsprecher Manuel Bieker. Es wird aber auch um die Frage gehen, ob es nötig und angeraten ist, den Park in den Nachtstunden für die Öffentlichkeit zu sperren. Auch die dafür notwendigen Umbaumaßnahmen sollen aufgezeigt werden.

Wegen der Größe der Parkanlage und der gartenhistorischen Bedeutung wird ein Ergebnis des Parkpflegewerks erst Ende des kommenden Jahres erwartet. Danach muss eine Entscheidung von den zuständigen Gremien, der Bezirksvertretung Stadtbezirk 9 und dem Ausschuss für öffentliche Einrichtungen getroffen werden. „Die Stadt wird die Bevölkerung intensiv in alle Entscheidungsprozesse einbinden“, verspricht Stadtsprecher Bieker.

Gerade an warmen Wochenenden wird im Park getrunken. Diese leeren Flaschen wurden von Eltern auf einem Spielplatz aufgesammelt. Foto: RP/Dominik Schneider

Anwohner Uwe Diezmann erinnert sich: „Früher gab es hier einen Wachdienst, der nachts mit einem Hund seine Runden gedreht und für Ordnung gesorgt hat.“ Für Nicolas Maas von der Stiftung ist vor allem wichtig, dass eine Lösung „allen Beteiligten gerecht wird und möglichst wenig Einschränkungen mit sich bringt“.

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