Benrath : Kunst aus Holz einmal ganz anders

"Parusia - Die Idee in den Dingen" lautet der Titel der Ausstellung, die heute Abend im Gartenkunstmuseum eröffnet wird. Sie zeigt Werke des Künstlers Christoph M. Loos.

"Dieses Thema verfolge ich bis zu meinem Lebensende", sagt Christoph M. Loos mit einem Ernst, der nicht den geringsten Zweifel aufkommen lässt. Offenkundig ist der Künstler und Kunsttheoretiker (Jahrgang 1959), der in Essen und bei Bonn arbeitet, sich ganz sicher, dass er sich keinesfalls auf dem künstlerischen Holzweg befindet. In seiner Ausstellung "Parusia - Die Idee in den Dingen", die am heutigen Mittwoch im Museum für Gartenkunst der Stiftung Schloss und Park Benrath eröffnet wird, werden Holz-Arbeiten gezeigt. Deren skulpturale Wesenhaftigkeit die Druckgrafik und die Installation zu einer organischen Einheit finden, die in der Kunst des Holzschnitts einzigartig ist.

Loos führt den Begriff "Holzschnitt" künstlerisch auf seine pure Bedeutung zurück, wobei die Erscheinung (Parusia) und die den Dingen innewohnende Idee den zentralen Ausgangspunkt markieren. Seine Arbeiten bestehen aus einem Dreiklang, und zwar Ornamentik, Blatthölzern und den für den Druck verwandten Druckstöcken. Die grafischen Drucke, die häufig an ethnische Ornamentik erinnert, rühren von den Druckstöcken her, die nicht ausgedient haben, sondern als Bestandteile der Arbeiten fortwirken. Der Druck selbst erfolgt auf dünne Blatthölzer, für die Loos, bis auf die Ausnahme einer japanischen Silbermagnolie, Erlenholz nutzt. Druckstöcke und Blatthölzer stammen vom selben Baum, wodurch nicht nur Materialidentität, sondern gleichsam eine "genetische Einheit" erzielt wird. "Ich nenne diese innige Verbindung von Druckstock und Abdruck Chiasma, eine Zusammenführung, wie sie es in der Historie des Holzschnitts zuvor noch nicht gegeben hat", erklärt Loos in seiner Eigenschaft als Kunsttheoretiker. Er hat an der Manchester Metropolitan University über sein eigenes Thema zudem eine Dissertation verfasst.

Nach einer Lehre als Kunsttischler ging es für den Holzfachmann, der zu den wichtigsten Exponenten des zeitgenössischen Holzschnitts zählt, zum Bildhauerei-Studium an die Freie Hochschule für Bildende Künste in Alfter bei Bonn. Anschließend ging er an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er bei Franz Eggenschwiler Freie Grafik studierte.

An der Ruhr Universität Bochum nahm er zudem ein Philosophie-Studium auf. Lehrtätigkeiten führten ihn nach England und nach Italien. 2015 war er auf der "6. Beijing International Art Biennale" im "National Art Museum of China" vertreten. "Ich habe Christoph Loos, der übrigens schon mal im Museum für Gartenkunst ausgestellt hat, vor rund fünf Jahren an der Uni Düsseldorf kennengelernt. Als sich die Möglichkeit ergab, in Kooperation, unter anderem mit dem Landesmuseum Mainz, diese sehr aufwändige Ausstellung zu realisieren, haben wir uns sofort eingeklinkt", sagt Stefan Schweizer, Wissenschaftlicher Vorstand in der Stiftung Schloss und Park Benrath.

(RP)