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Benrath: Kulturkreis-Leiterin mit frischen Ideen

Benrath : Kulturkreis-Leiterin mit frischen Ideen

Auf der Jahresversammlung des Benrather Kulturkreises hat Karin Füllner den Vorsitz von Barbara Witsch-Winter übernommen. Die promovierte Germanistin präsentiert seit 1995 die Montagsprosa.

Der Benrather Kulturkreis hat als Nachfolgerin von Barbara Witsch-Winter die Literaturwissenschaftlerin Karin Füllner zur neuen Vorsitzenden gewählt. Damit bleibt die Kulturarbeit des Benrather Traditionsvereins, der 1952 gegründet wurde, weiterhin in leitender weiblicher Hand, die sich in der Vergangenheit als überaus erfolgreich erwiesen hat.

Die promovierte Germanistin, Programmleiterin am Heinrich-Heine-Institut sowie Lehrbeauftragte an der Heinrich-Heine-Universität, war mit dem früheren Bücherei-Chef in Benrath, Armin Kurth, Erfinderin der Literaturreihe "Montagsprosa". Die präsentiert in regelmäßigen Abständen in der Orangerie untergebrachten Bücherei Autorenlesungen.

Die neue Chefin kann sich eine Ausweitung des Programms vorstellen: "Gut eingeführte Veranstaltungen des Kulturkreises wie Ausstellungen oder Exkursionen werden sicherlich weiter gepflegt, aber ich habe Ideen, wie gut laufende Veranstaltungsreihen wie die Montagsprosa weiter entwickelt werden können", sagt Karin Füllner. Zum Benrather Kulturkreis kam sie 1990. Hubertus A.W.J. Lampenscherf, den sie aus dem Studium an der Heine-Uni kannte, hatte sie für die Literatursparte des vielseitig aufgestellten Kulturvereins gewonnen. Nach ersten literarischen Einzelveranstaltungen, die auch schon mal im Tennisclub oder im Restaurant Pigage stattfanden, und bei denen renommierte Schauspielerinnen wie Manuela Alphons oder Stella Avni Texte lasen, entwickelte sie mit Armin Kurth die Montagsprosa in der Orangerie als eine über das Jahr verteilte Literaturreihe.

Seit 1995 versorgt Karin Füllner die Benrather Lesegemeinde an fünf Abenden im Jahr mit neuem, inspirierenden Lesestoff, der von den Autorinnen und Autoren präsentiert wird. "Die Reihe hatte keine Startprobleme. Es war, toll wie gut die Veranstaltungen von Anfang an besucht waren", begeistert sich Karin Füllner noch heute. Da spielt natürlich auch eine Rolle, dass der Eintritt stets frei ist. "Und dann haben wir einfach weiter gemacht, Themen gefunden, die den Veranstaltungen einen Rahmen gaben und auch auf das Interesse der Besucher, überwiegend sind es Frauen, gestoßen sind."

Während bis 1997 größtenteils Autoren aus Düsseldorf und Umgebung wie Ingrid Bacher oder Niklas Stiller lasen, konnten die Veranstalter dann durch eine finanzielle Förderung des Kulturamts deutschlandweit nach Montagsprosa-Kandidaten suchen. "Bei der Lesung mit Ralph Giordano war die Bücherei restlos überfüllt, aber es herrschte eine tolle Atmosphäre", erinnert sich Füllner.

Sie hat schon einige Ideen für die Zukunft des Benrather Kulturkreises. "Neben der Bücherei, die angestammter Sitz der Literaturpräsentation bleiben soll, könnte ich mir aber auch andere Vorlese-Räume vorstellen. Die könnten eine besondere Atmosphäre ausstrahlen - etwa Künstlerateliers oder besondere Wohnräume, die vielleicht als 'Salönchen' ein wenig an die literarischen Salons der einstigen Bohème erinnern", gerät Füllner ins Schwärmen. Für die Realisierung dieser Ideen will sie Kooperationen eingehen, ein Konzept, dem bereits die Montagsprosa ihren Erfolg zu verdanken hat.

(sb-)