Benrath: Kritik an Plänen für Wohnquartier

Benrath : Kritik an Plänen für Wohnquartier

Auf dem ehemaligen Industriegelände südlich der Hildener Straße soll ein fast 900 Wohnungen umfassendes Quartier entstehen. Das ist zu viel, findet die CDU in der Bezirksvertretung 9. Sie vermisst Grünflächen und Parkplätze.

Es tut sich etwas im Viertel: Nachdem beim Neubau des Albrecht-Dürer-Berufskollegs kürzlich Richtfest gefeiert wurde und auch die Quartiers-Entwicklung "Neue Paulsmühle" mit mehr als 350 Wohnungen voranschreitet, wurde der Bezirksvertretung 9 jetzt vom Stadtplanungsamt der nächste bauliche Meilenstein vorgestellt. Fast 900 Wohnungen sollen südlich der Hildener Straße auf dem ehemaligen Industriegelände entstehen. Die Dimension des Projekts sorgte bei einigen Stadtteilpolitikern für Zweifel.

"Es wurde ein Entwurf als Sieger gewählt, der Benrath verstanden hat", sagte Planungsdezernentin Cornelia Zuschke zum Siegerentwurf des entsprechenden Wettbewerbs. Zentrales Wiedererkennungsmerkmal ist in besagtem Entwurf ein großer Wasserlauf. Rund um dessen Ende im Norden soll ein großer Entrée-Platz entstehen, der auch die Wendeschleife der Straßenbahnen einbindet. Entlang des Wasserlaufes nach Süden sieht der Entwurf nach jetzigem Stand Dutzende Wohnblöcke vor, die im Erdgeschoss gewerblich genutzt werden sollen und 895 Wohneinheiten beherbergen.

Südlich des Depots der Rheinbahn soll eine große Gewerbefläche entstehen, die gleichzeitig als Lärmschutzbebauung zur Frankfurter Straße hin fungiert. Positiv ist laut den Planungsexperten auch, dass der Entwurf die Historie des Areals mit dem Schlingenturm und dem Firmenklärwerk als zukünftigen Relikten berücksichtige.

Doch die Pläne sorgten bei den Bezirkspolitikern nicht nur für Freude: Scharfe Kritik an den Ideen äußerte unter anderem die CDU-Fraktion. "Es wird nie der schönste oder beste Entwurf, sondern am Ende immer der, der die meisten Wohneinheiten vorsieht. Das kann kein Zufall sein", bemängelte Felix Blumenrath. Eine Mischung aus Gewerbe und Wohnraum sei zwar vernünftig, seine Fraktion hätte sich jedoch mehr Grünflächen und Parkplätze in der Planung gewünscht. "Stattdessen wird das ganze Quartier überlagert. Am Ende muss es eine funktionale Lösung geben und die sehen wir noch nicht", sagt Blumenrath über den Entwurf. Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf (CDU) betonte: "Der jetzige Entwurf ist noch keine Detailplanung. Einige Aspekte müssen aus unserer Sicht nochmals überarbeitet werden."

Auch hinsichtlich des durch die Pläne wohl weiter wachsenden Verkehrsaufkommens auf der Hildener Straße wurde die Sorge geäußert, dass die Planungen die Gesamtauslastung der Straße durch die vielen nahegelegenen Bauprojekte außer Acht ließen.

Einige Zweifel der Bezirksvertreter konnten die städtischen Planer dagegen sofort ausräumen: Auf Nachfrage versicherten die Expertten, dass alle Betriebe der neuen Gewerbefläche hinsichtlich ihres Emissionsverhalten überprüft werden und für die Bewohner daher keine Nachteile zu erwarten seien. Bezüglich der von der Rheinbahn vor einigen Jahren diskutierten Erweiterung des Betriebshofes konnten die Planer die Bezirksvertretung ebenfalls beruhigen: "Die mögliche Erweiterung wurde im Entwurf mit rund 8000 Quadratmetern berücksichtigt."

Im nächsten Schritt entsteht nun der Bebauungsplan, der wieder der Bezirksvertretung vorgelegt wird und dann nochmals kritisch reflektiert wird.

(RP)
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