Konecranes Auszubildende restaurieren historischen Kran in Benrath

Ausbildungsprojekt in Düsseldorf : Ein Stück Industriegeschichte

Auszubildende der Firma Konecranes haben einen Kran aus den 1950er Jahren restauriert.

„Kräne wachsen mit ihren Aufgaben“, sagt Peter Klein, Marketingleiter bei der Firma Konecranes in Benrath. Und die Aufgaben für moderne Kräne sind in den vergangenen 60 Jahren enorm gewachsen. Entsprechend klein wirkt für die Fachleute das Modell MK4A, das vor dem Hauptgebäude der Firma steht. Denn der blaue Mobilkran, vier Meter lang, 14 Tonnen schwer und mit einem sieben Meter langen Ausleger, stammt aus dem Jahr 1953 und wurde von Auszubildenden des Unternehmens restauriert.

Die alte Maschine wurde in einem heruntergekommenen Zustand in einem Wald 100 Kilometer vom norwegischen Oslo entfernt gefunden. Sie befand sich im Besitz eines Eisenbahnmuseums. „Durch Zufall ist ein Mitarbeiter im Internet darauf gestoßen, und wir haben sie uns angeschaut und schließlich gekauft“, erzählt Klein.

Mit der Überführung in den Düsseldorfer Süden kam der Kran quasi nach Hause: Gefertigt wurde er 1953 bei der Firma Gottwald – damals noch ein Familienunternehmen mit Sitz in Reisholz – heute ein Produktlabel von Konecranes in Benrath. Der MK4A war eine vielfältig einsetzbare Maschine: Je nach Ausführung konnte sie als Kran, Bagger oder Bohrer arbeiten. „Im Grund ist sie der Vorläufer der großen Hafenkräne, die heute unser Geschäft sind“, erzählt Klein.

„Es war ein gewaltiges Projekt“, sagt Ausbildungsleiter Ralf Gremmen. 7000 Arbeitsstunden haben über 30 Auszubildende in den Kran gesteckt, jedes Teil wurde nach Möglichkeit restauriert oder durch eine originalgetreue Kopie ersetzt.

„Quantensprünge“ habe die Technik seit dem MK4A gemacht, sagt Gremmen. Dieser Kran wird mechanisch bedient, heute setzen die Hersteller auf Elektronik und Hydraulik. „Die Maschine zum ersten Mal zu sehen, fühlte sich an wie die Einleitung einer Doku im Fernsehen“, erzählt Fabian Meyer. Der 22-Jährige ist Industriemechaniker und war als Azubi am Projekt beteiligt. „Wir haben viel über die Entwicklung der Technik gelernt“, erzählt sein Kollege Oguzhan Bayraktar.

In diesem Zustand entdeckte ein Mitarbeiter von Konecranes den Kran in Norwegen. Foto: RP/Konecranes

Offiziell vorgestellt wurde der Kran vor kurzem auf der Feier von Konecranes zur Auslieferung des 2000. Hafenmobilkrans. „Als wir aus der Halle gefahren sind, haben wir alle die Luft angehalten“, erzählt Gremmen. Schließlich wusste niemand, ob das restaurierte Gerät funktionieren würde. „Aber es tat es, und man könnte heute auch wieder damit arbeiten“, erklärt Gremmen stolz.

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