Benrath: Kleine Tänzerinnen ganz groß

Benrath: Kleine Tänzerinnen ganz groß

Generalprobe mit 200 Elevinnen für das "Das verschwundene Kleid", eine Inszenierung von "Ballett am Schloss". Nach 14 Monaten Arbeit ist am 3. März Premiere.

Während sich Isabella elegant auf der Bühne bewegt, sieht es hinter ihr sehr chaotisch aus. Fast 200 Mädchen in weißen Tutus laufen umher, damit rechtzeitig zum Finale alle auf die Tanzfläche kommen. Bei den Proben des Balletts am Schloss für die Aufführung von "das verlorene Kleid" in der Turnhalle des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums wird deutlich, was den Zuschauern bei der Premiere hinter dem Vorhang verborgen bleibt: ein enormer Organisationsaufwand, viel Stress, aber auch eine tolle Gemeinschaft, bei der alle an einem Strang ziehen.

"Wir haben teils nur zwei Minuten Zeit zum Umziehen. Dann helfen drei Mütter hinter der Bühne - eine beim Kleiderwechseln, eine macht die Haare und die Dritte kümmert sich um das Make-up", sagt Antonia. Die 25-Jährige spricht aus Erfahrung. Seit ihrem vierten Lebensjahr tanzt sie beim Ballett am Schloss mit. Alle drei Jahre gibt es eine große Show.

Das Stück "Das verlorene Kleid" erzählt die Geschichte der Hauptperson Isabella (20), die beim Balletttraining von ihrer Lehrerin, gespielt von Antonia, bevorzugt wird. Das macht zwei Tänzerinnen, dargestellt von Franziska (20) und Caroline (20), neidisch: "Wir sind die Bösen im Stück und verstecken das Kleid, um Isabella am Auftritt zu hindern", sagt Caroline. Mäuse - gespielt von zahlreichen jüngeren Mädchen - helfen der Hauptperson, das Kleid wiederzufinden. "Auf der Suche geht es in die Großstadt mit Katzen, Müllmännern und einer Street-Gang", ergänzt Franziska. Die älteren Mädchen tanzen teils sechs oder sieben Tänze.

Aber nicht nur erfahrene Tänzerinnen führen das Stück auf. "Die Altersspanne reicht von 5 bis 25 Jahren", sagt Tanzpädagogin Daniela Schamoni, die als eine der Ballettlehrerinnen das Stück mitgeschrieben hat.

Eine der Jüngeren ist die sechsjährige Eva. Für sie ist es der erste Ballettauftritt überhaupt. Sie freut sich darauf und geht gerne zum Training. "Frau Schamoni ist nett, aber manchmal auch streng", berichtet Eva.

Das muss sie wohl auch sein, denn Daniela Schamoni hat einen hohen Anspruch. Bereits 14 Monate arbeitet sie auf den Auftritt hin. Gemeinsam mit Kolleginnen hat sie die Musik ausgesucht, Choreographien einstudiert und saß oft bis spät in die Nacht noch am Schneidern der Kostüme. Schamoni schätzt, dass etwa 800 bis 1000 Kostüme, teils aus dem Fundus, für das Stück genutzt werden. "Nach so viel Arbeit, die wir alle investieren, möchte ich natürlich, dass die Aufführung perfekt wird", sagt die Tanzlehrerin. "Bisher hat noch nie alles reibungslos funktioniert", gibt Franziska zu bedenken. "Aber bei den Aufführungen in den vergangenen Jahren hat am Ende immer alles geklappt", sagt Antonia beruhigend.

"Einerseits freue ich mich, wenn die Aufführung vorbei ist, da die Vorbereitungen sehr anstrengend sind. Aber es ist auch schade, dass nach einem Wochenende einfach alles zu Ende ist", sagt Schamoni. Den Tänzerinnen geht es ähnlich. "Das Auftreten ist toll. Besonders das Finale mit mehr als 200 Kindern, gekleidet ganz in Weiß, wird bestimmt ein Highlight. Aber danach fällt man in ein Loch - wie nach Karneval", meint Antonia.

(RP)