Benrath: Kita-Kinder säen Gemüse im Hochbeet

Benrath: Kita-Kinder säen Gemüse im Hochbeet

Für die 70 Mädchen und Jungen der evangelischen Kindertagesstätte Am Wald kommen Möhren, Petersilie und Radieschen bald nicht mehr nur aus dem Supermarkt. Sie bepflanzten gestern ein Hochbeet.

Konzentriert graben schon die ganz Kleinen in der dunklen Erde. Das neue Hochbeet in der Kita Am Wald lockt mit den ersten Sonnenstrahlen viele neugierige Jungen und Mädchen an. Eingefasst mit dunkelgrauem Stein liegt es direkt am Eingang der Einrichtung. Dort im Sonnenschein sollen demnächst die ersten Gemüsesorten wachsen. "Wir dachten an Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie. Außerdem Karotten und Radieschen", sagt Kristin Krenosz, stellvertretende Leiterin der Kita Am Wald. Die Kinder selbst wünschen sich Tomaten, Möhren und Blumen. "Süßigkeiten wachsen da nicht", erklärt Hannes (6) mit fachmännischem Blick. Bis die Samen in die Erde kommen, buddeln erst einmal alle nach Herzenslust.

Die Kinder durften das neue Hochbeet selbst mit Erde befüllen. Tatkräftig unterstützten sie die Mitarbeiter der Gartenbaufirma und leerten die Schubkarren. Initiiert hat die Anlage des neuen Hochbeets eine Mutter. "Viele Kinder kennen sich in der Natur nicht mehr aus", sagt Karin Hewing. Da die Allianz Umweltstiftung mit der "Aktion Blauer Adler" deutschlandweit Umweltprojekt unterstützt, kam sie auf die Idee, mit dem Unternehmen und ihrer Agentur in der Kindertagesstätte etwas anzubieten. "Dadurch soll das Bewusstsein bei den Kindern für gesunde und wertige Lebensmittel geweckt werden". Ziel der Stiftung ist es, Verantwortungsbewusstsein für die Natur zu entwickeln. Das 1995 ins Leben gerufene Programm unterstützt kleinere, lokale Umweltprojekte. Jetzt kam die finanzielle Hilfe dem neuen Hochbeet der Kita Am Wald zu gute.

Für die 70 Mädchen und Jungen bleibt demnächst im Kita-Alltag Zeit, das Pflanzenwachstum zu beobachten. Geplant ist, dass die Kinder mit entscheiden, was gesät wird.

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"Es ist schön für die Kinder, ganz praktisch zu sehen, wo das Gemüse wächst und wo es herkommt", sagt Astrid Heidkamp, Leiterin der Kindertagesstätte Am Wald. Dazu sollen die Kita-Kinder dann auch die Verantwortung für das neue Hochbeet übernehmen. Graben, säen, gießen und abwarten bis zur Ernte, all das steht auf dem Programm. Für Erzieher Julian Wünsche sind das wichtige Bildungsprozesse: "Sie lernen, dass man das Gemüse nicht nur im Supermarkt oder als Tiefkühlware kaufen kann, sie sehen es wachsen", sagt er. Wichtig findet er die Möglichkeit, dass Kinder selbst Verantwortung übernehmen können. In der Kindertagesstätte Am Wald ist das neue Hochbeet fester Bestandteil der frühen Förderung. "Einmal wöchentlich gehen wir mit den Kindern in den Wald. Gerade fand ein Projekt zur gesunden Ernährung statt", sagt Erzieherin Kristin Krenosz.

Das neue Beet grenzt direkt an eine kleine Sitzbank. Die ganz jungen und noch kleineren Kindergartenkinder können darauf problemlos knien oder stehen. So behalten sie den Überblick und können nach ihren eigenen Möglichkeiten demnächst mitarbeiten. Doch noch ist außer Erde nichts zu sehen. Schon in einigen Wochen dürfte sich das ändern. Bewusst will das Kita-Team schnell wachsende Gemüsesorten einsäen. "Bei Kohlrabi dauert es wahrscheinlich zu lange", sagt Kristin Krenosz. Sie setzt auf den positiven Effekt, dass die Kinder demnächst auch das Gemüse aus dem eigenen Anbau auf dem Teller haben. Das neue Hochbeet ist für das Kita-Team ein Baustein auf dem Weg zur gesunden Ernährung. "Viele Kinder kennen Gemüse nicht. Hier sehen sie es jetzt wachsen", sagt Erzieherin Kristin Krenosz und freut sich auf die erste Ernte.

(sime)
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