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Keine zweite Spur für Abfahrt zur Südallee in Benrath

Verkehrsplanung : Keine zweite Spur für Abfahrt zur Südallee

Die Verwaltung in Benrath hatte eine Videoüberwachung an der Frankfurter Straße in Auftrag gegeben, um den Bedarf eines Ausbaus zu klären.

Der Stadtteil ist wegen der Fertigstellung einiger Neubaugebiete in den vergangenen Jahren schon gewachsen, doch es werden sukzessive weitere Neubürger hinzukommen: Zu bebauende Flächen gibt es in Benrath neben dem Dürer-Kolleg, neben dem neuen Schwimmbad und auf der Nirosta-Brache. Doch mehr Einwohner bringen mehr Verkehr mit sich – und auch wenn die Politik hofft, dass viele von ihnen aufs Rad oder in Bus und Bahn steigen mögen, wird die Zahl an privaten Pkw wohl eher zunehmen.

Deshalb beschäftigen sich die Mitglieder der Bezirksvertretung 9 schon seit Längerem mit dem Thema, wie man Verkehre zukünftig besser lenken kann. Im Mai vergangenen Jahres hatte das Gremium beschlossen, dass die Stadt prüfen soll, welche Möglichkeiten es zur Anbindung der Südallee an die Frankfurter Straße in Richtung Leverkusen und Köln gibt, um die angrenzenden Stadtquartiere vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Darauf gab die Fachverwaltung nun eine Antwort: „Eine südliche Zu- und Abfahrt zur Frankfurter Straße am Schwarzen Weg könnte vorbehaltlich einer detaillierten planerischen Untersuchung analog zu den bereits vorhandenen Zu- und Abfahrtsrampen im Norden gestaltet werden.“ Diese könne die bestehende Anschlussstelle an der Hildener Straße und die umgebenden zentralen Bereiche in Benrath und auch die Koblenzer Straße entlasten. Inzwischen ist die Verwaltung sogar noch einen Schritt weiter: Mittlerweile sei eine Überprüfung des Verkehrsaufkommens in Form einer Verkehrsbeobachtung per Videokamera erfolgt, heißt es, – und es seien keine auffälligen Stausituationen zu erkennen. „Lediglich in den Spitzenzeiten treten in Einzelfällen Rückstauerscheinungen auf der Abfahrtsrampe auf, die sich kurzfristig wieder auflösen. Eine Notwendigkeit zu weiteren Handlungen erscheint daher derzeit nicht als nötig“ heißt es in einer Stellungnahme an die Mitglieder der BV.

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Allerdings könnte sich das mit dem Zuzug mehrerer tausend Neubürger ändern, vor allem, wenn die Nirosta-Brache irgendwann fertig bebaut sein wird. Dort sind zwischen 1000 und 1400 Wohnungen angedacht, wie viele es genau werden, ist derzeit noch unklar. Für deren Bewohner wäre es eine gute Lösung, innerhalb weniger hundert Meter über eine neue Auffahrt auf die Schnellstraße und dann in Richtung A59 zu fahren. Zudem könnte sich die Schnellstraßen-Abfahrt dort zu einem echten Nadelöhr entwickeln, da sich Rechts- und Linksabbieger eine Spur teilen. „Wenn das Neubaugebiet fertig ist, würden die Karten für eine Verbesserung der Verkehrssituation neu gemischt werden müssen, sagt auch der zuständige Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf (CDU).

 Auch für eine eigene Zufahrt auf die Frankfurter Straße gen A59 gibt es an der Südallee viel zu wenig Platz.
Auch für eine eigene Zufahrt auf die Frankfurter Straße gen A59 gibt es an der Südallee viel zu wenig Platz. Foto: Andrea Röhrig

In ihrem Beschluss im Mai 2021 hatten die Stadtteilpolitiker angeregt, dass die Verwaltung in Abstimmung mit dem Sportamt und dem Sportverein TSG Benrath klären soll, ob der im Abfahrtsbereich Frankfurter Straße/Südallee vorhandene Radweg auf das Sportgelände verlegt werden könnte. So könnte der Kreuzungs-und Abbiegebereich für den Kfz-Verkehr zur Südallee in beide Richtungen geweitet werden, um so Rückstaus auf der Frankfurter Straße zu verhindern. Dafür müssten aber Grünflächen mit erheblichem Baumbestand sowie Sport-und Freizeitflächen weichen, hatte die Verwaltung klargestellt. Zusätzlich zur Schaffung der zweiten Fahrspur müsste der Rad-und Gehweg verlegt werden. Dies bedinge einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Umgebung, Flächen des Sportamtes und den vorhandenen Baumbestand. Schriftlich heißt es: „Daher wird die Maßnahme in Hinblick auf die Ziele der Verkehrswende nicht befürwortet.“

Auch vor dem Hintergrund, dass aus einer Verkehrszählung laut Stadt keine generelle Überlastung der Abfahrt hervorgeht. Mit unter 10.000 Kraftfahrzeugen pro Tag an Normalwerktagen komme es lediglich in den Spitzenstunden zu einem Rückstau bis auf die Frankfurter Straße. Der dortige fließende Verkehr bleibt laut Verwaltung davon aber weitestgehend unbeeinträchtigt. Die Anschlussstelle werde daher auch im Verkehrsgutachten, das der Stadtteilpolitik im Frühjahr 2021 vorgelegt wurde, nicht als kritischer Punkt identifiziert. Dies hat nun die Videoüberwachung zunächst einmal gestützt.