Benrath: Kapelle bleibt große Herausforderung

Benrath: Kapelle bleibt große Herausforderung

In einem gemeinsamen Termin für das Neubauprojekt der städtischen Wohnungstochter SWD an der Hospitalstraße konnten einige Fragen gelöst werden. SWD-Chef Jürgen Heddergott hofft auf die Abgabe des Bauantrags im Mai.

Bei dem Wohnungsbauprojekt auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses an der Hospitalstraße gibt es zwei ungelöste Probleme, die Jürgen Heddergott aktuell umtreiben: die Nutzung der ans Krankenhaus gebauten und unter Denkmalschutz stehenden Kapelle und die Stellplatzfrage. Heddergott ist Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbautochter SWD, die das Gelände für rund 4,7 Millionen Euro von der Stadt gekauft hat. Um die 100 Wohnungen sollen dort entstehen, davon sind 55 der Wohngruppe des Vereins "Gemeinsam leben am Schloss" vorbehalten, die dort Mehrgenerationenwohnen verankern will.

Am Dienstag ging es einen Schritt weiter bei der Realisierung des Projektes. Das Architektenbüro Aldinger aus Stuttgart, das vor einem Jahr den Wettbewerb gewonnen hatte, hatte seinen Entwurf überarbeiten müssen. An dem Termin am 20. Februar nahmen neben Vertretern des Architekturbüros die Baudezernentin Cornelia Zuschke, Planungsamtsleiterin Ruth Orzessek-Kruppa, mehrere Jury-Teilnehmer aus dem Wettbewerbsverfahren sowie Mitglieder der zuständigen Bezirksvertretung 9 und der Mehrgenerationen-Wohngruppe teil. Mit dem Ergebnis, dass einige Kritikpunkte ausgeräumt wurden. So soll nun die Bebauung nicht mehr direkt an der Hospitalstraße liegen, sondern um bis zu 2,50 Meter zurückspringen. Dieses ließe dann sogar Platz für einen Vorgarten, berichtete Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf. Und auch die Grundrisse der Wohnungen sind nun so überarbeitet worden, dass sie die Vertreter der Wohngruppe überzeugten.

Noch nicht zur vollsten Zufriedenheit ist das Kapitel der Fassadengestaltung abgearbeitet. Die waren von den Architekten nun neu mit weißen Klinkern versehen worden - was sich jedoch nicht allzu gut in die Umgebung einpassen würde, lautete die Kritik. Um zu schauen, wie sie wirken, soll es vor Ort zu einer Materialprobe kommen. "Wir sind von roten Klinkern weggegangen, weil wir nie den Ton der Kapelle hinbekommen", erläutert Jürgen Heddergott im Gespräch mit unserer Redaktion; er ist sich sicher, dass man sich in diesem Punkt wird einigen können.

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Größere Probleme hat er noch bei zwei anderen Punkten. "Wir haben jetzt erst einmal die spätere Nutzung der Kapelle ausgeklammert." Die ist samt Inneneinrichtung denkmalgeschützt. In diesem Zusammenhang soll es mit der neuen Leiterin der Denkmalschutzbehörde ein Gespräch geben. Dabei will Heddergott gar nicht so weit gehen, dass der Bau oder das Interieur aus den harten Vorgaben des Denkmalschutzes entlassen wird. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Umsetzung des Wohnbauprojektes an der Kapelle scheitern wird", gibt er sich zuversichtlich. Allerdings ist ihm bewusst, dass eine Lösung auf dem Tisch liegen muss, wenn der Abbruch des alten Krankenhauses beginnt. Die Kapelle ist an das Gebäude angebaut. Und auch für die Stellplatzfrage muss sich die SWD bis zur Abgabe des Bauantrages eine Lösung überlegen.

Im Mai, so hofft Heddergott, soll das Bauaufsichtsamt den Antrag auf dem Tisch haben und mit der Prüfung beginnen. In der September-Sitzung könnte sich dann die Bezirksvertretung damit beschäftigen. "Ehe wir nicht wissen, wie die Bauverwaltung zu dem Bauantrag steht, werden wir nicht mit dem Abriss beginnen", unterstreicht der SWD-Geschäftsführer.

(rö)
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