Benrath: Kapelle als planerische Herausforderung

Benrath : Kapelle als planerische Herausforderung

Im Anschluss an den Wettbewerb sind die Entwürfe aller sechs Architekturbüros für das Areal Hospitalstraße in einer Ausstellung im Benrather Rathaus zu sehen. Die Jury kürt den Sieger am 10. Mai.

Vom Umbau eines ganzen Schlosses zu einem Wohnprojekt mit integrierter Begegnungsstätte (Schloss Wickrath in Mönchengladbach) über die Umgestaltung einer denkmalgeschützten Kirche in Hannover in ein Kulturzentrum bis hin zur Gestaltung des Umfeldes am Düsseldorfer Kö-Bogen. Die Referenzen der sechs am Wettbewerb Hospitalstraße beteiligten Architekturbüros können sich wahrlich sehen lassen: Und die lassen den Schluss zu, dass die Jury in ihrer Sitzung am 10. Mai die Qual der Wahl haben wird.

Auch die Inneneinrichtung der Kapelle, sprich die Kirchenbänke, stehen unter Denkmalschutz. Die Bilder und Reliquien sind bereits abgehängt. Foto: Anne Orthen

Auch Jürgen Heddergott, Geschäftsführer der Städtischen Wohnungstochter SWD, ist davon überzeugt, dass jedes Büro einen guten Vorschlag präsentieren wird, wie das Areal zwischen Hospitalstraße, Benrather Schlossallee, Schlossparkstraße und Benrodestraße optimal ausgenutzt werden könnte. Doch dabei geht es nicht einfach nur darum, Wohnraum auf der 9000 Quadratmeter großen Fläche anzuordnen - unter anderem für ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt; für die Planer erschwerend kommt zum einen der mögliche Erhalt des alten Baumbestandes entlang der Benrather Schlossallee hinzu. Noch komplizierter dürfte die Integration der unter Denkmalschutz stehenden Krankenhaus-Kapelle in das Wohngebiet sein. Denn mit dem anstehenden Abriss des altes Hospitals wird die Kapelle ihres Anschlusses beraubt. Und so war bei dem Vorstellungsabend der Wettbewerbsteilnehmer am vergangenen Freitagabend auch viel davon zu hören, dass das Areal ein für die Gestaltung schwieriges, aber gleichzeitig auch reizvolles sei.

Die Wettbewerbsteilnehmer (es fehlt das Stuttgarter Büro) sowie Moderator Jörg Faltin (l.) und Planungsamtsleiter Ruth Orzesseck-Kruppa (3.v.r.). Foto: Röhrig

Sollte man die Kapelle künftig als Veranstaltungsraum nutzen? Doch würden sich dadurch die Bewohner gestört fühlen, wenn ständig Fremde in den Kern des Wohngebietes vorstoße? Kann man einen Teil des platzfressenden Baumbestandes opfern, weil ja der riesige Schlosspark unmittelbar vor der Haustür beginnt? Fragen über Fragen, über die nun die Architekten und Landschaftsplaner zwei Monate grübeln dürfen.

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In der am 10. Mai tagenden Jury sitzen 21 Mitglieder. Welchen Entwurf sie zum Sieger bestimmt haben, davon können sich einen Tag später Interessierte selber ein Bild machen. Im Erdgeschoss des Rathauses sind die Entwürfe ab 11. bis einschließlich 24. Mai während der normalen Öffnungszeiten zu sehen.

Noch in diesem Jahr ist mit dem Beginn der Rückbauarbeiten zu rechnen. Dann wird auch der Parkplatz an der Benrodestraße wegfallen. Der ist eigentlich Besuchern des Schlosses vorbehalten; doch weil die Schrankenanlage noch nie funktioniert hat, parken dort vor allem Anwohner. Damit wird dann aber Schluss sein, sagte Jürgen Heddergott im Gespräch mit unserer Redaktion. 2016 hatte die Stadt ihren Immobilienbesitz an die Stadttochter SWD überschrieben, mitsamt dem Parkplatz für das Schloss. Dieses Nutzungsrecht ist sogar im Grundbuch eingetragen. Da aber geplant ist, unter das Grundstück eine Tiefgarage zu bauen, könnte man überlegen, dort für das Schloss Stellplätze nachzuweisen, so Heddergott weiter.

(RP)
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