Integratives Eislaufen in Düsseldorf-Benrath „Ich fühle mich wie ein Superheld“

Düsseldorf · Die Eissporthalle in Düsseldorf-Benrath und das städtische Sportamt hatten zum integrativen Eislaufen geladen. Den großen und kleinen Besuchern gefiel’s.

 Menschen mit Behinderung und deren Familien und Freunde waren eingeladen, gemeinsam auf dem Eis Zeit zu verbringen.

Menschen mit Behinderung und deren Familien und Freunde waren eingeladen, gemeinsam auf dem Eis Zeit zu verbringen.

Foto: Anne Orthen (orth)

Safae findet es einfach „cool“, mit dem blauen Elch übers Eis zu gleiten. Und die Elfjährige aus Rath ist kaum zu halten. „Ich fühle mich wie ein Superheld“, sagt sie – eingerahmt von Lisa und Angelina, zwei Schülerinnen der Lore-Lorentz-Schule, die Safae als Helferinnen stützend begleiten. Gemeinsam Eislaufen nämlich lautete das Motto in der Eissporthalle Benrath. Menschen mit Behinderung und deren Familien und Freunde waren an die Kappeler Straße eingeladen, ein unbeschwertes Eisabenteuer zu erleben – ob auf Schlittschuhen, im Rollstuhl, auf einem Schlitten oder mit Gleithilfen.

Auch Eishockeyspielerin Tessa von den Düsseldorfer Devils greift den kleinen und großen Gehandicapten beim Balancehalten tatkräftig unter die Arme oder zeigt, wie auf dem Eis das Bremsen funktioniert. Julian (14) aus Ratingen hat zuvor noch nie auf Schlittschuhen gestanden. Man sieht, er hat mächtigen Spaß auf den Kufen, selbst wenn seine Bewegungen unbeholfen und wackelig sind. Mama Ines gefällt das muntere Treiben in Gemeinschaft. Die Eishalle ist gut besucht. „Behinderte sind sonst ziemlich allein“, sagt sie.

Schwierigkeiten, für den siebenjährigen Taylan eine geeignete Sportart zu finden, kennt sein Vater Deniz nur zu gut. Sein Sohn ist Autist. „Wir haben es mit Fußball versucht“, sagt Deniz. Ein regelkonformes Mitmachen wollte einfach nicht klappen. Das betreute Angebot in der Eishalle ist für den Gerresheimer Jungen ein Erfolg. „Es wäre schön, wenn es das in anderen Sportarten auch gäbe.“

Sportdezernentin Britta Zur und Eishallen-Leiterin Anja Matthis hatten die Besucher willkommen geheißen und freuten sich über die fröhliche Stimmung. „Ich blicke in glückliche Gesichter“, stellt Anja Matthis fest und hofft, dass das von der Stiftung Eissporthalle Düsseldorf-Benrath und dem städtischen Sportamt veranstaltete Event Menschen mit Einschränkungen zu weiteren Besuchen der Eissporthalle ermuntert.

Mittels einer schriftlichen Umfrage soll herausgefunden werden, was dafür nötig ist. Jessica aus Garath hat als Blinde einen konkreten Wunsch: mehr Rücksicht auf der Eisfläche. „Ich will nicht immer zusammengefaltet werden, nur weil ich langsamer laufe“, klagt sie. Eislaufen in Begleitung von Ehemann Christian und den Söhnen Fabian und Tobias ist für sie nämlich längst zu einem Familiensport geworden.

Eishockeyspielen auf dem Schlitten präsentierten Mitglieder der Para-Eishockey-Nationalmannschaft um Trainer Andreas Pokorny. Dessen Kader absolvierte als Vorbereitung auf die WM 2022 Übungseinheiten und animierte die Besucher mit Eisstockschießen zu „Sport mit Action“.

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