Informationen zu Fluglärm in der Bezirksvertretung von Düsseldorf Benrath

Fluglärm : Warum viele Flüge über Benrath führen

Experte informiert Bürger und Bezirksvertretung zum Thema Fluglärm. Eine Lösung des Problems ist nicht in Sicht.

Michael Ludwig wirft mit dem Beamer ein Bild an die Wand des Saales im Benrather Rathaus. Darauf ist Düsseldorf zu sehen, die südlichen Stadtteile – und viele Linien. Vom Flughafen im Norden gehen sie aus, einige biegen nach Norden ab, andere nach Westen, aber die meisten nach Süden, und führen dann direkt über Benrath und die angrenzenden Stadtteile.

Seit langer Zeit beschweren sich Bürger über eine Zunahme des Fluglärms. Mit Michael Ludwig von der Flugsicherung informierte gestern ein Fachmann die Bezirksvertretung und anwesenden Bürger über die Lage am Flughafen. „Dass dieser Stadtteil besonders viel Lärm von den Flugzeugen abbekommt, liegt am Wind“, erklärte er. Dieser weht in der Regel aus Westen, und Flugzeuge können nur gegen den Wind abheben. Das bedeutet, dass sie fast immer in Richtung Westen starten müssen. Wollen sie in den Osten, müssen sie eine Kurve fliegen – und die geht in Richtung Süden. „Deswegen bekommt Benrath sowohl den Flugverkehr in Richtung Süden, als auch den in Richtung Osten ab“, erklärte Ludwig den Anwesenden. Über die Hälfte aller Flüge von Düsseldorf fliegen diese Route. Außerdem, so der Experte weiter, habe sich die Zahl der Flüge in den letzten Jahren erhöht, obwohl der Wegfall vieler Strecken von Air Berlin einen Dämpfer gegeben habe. So komme die starke Belastung des Düsseldorfer Südens mit Fluglärm zustande.

Im Anschluss an den Vortrag stellte sich Ludwig den Fragen betroffener Bürger. „Ich kann morgens die Vögel nicht mehr hören, nur die Flieger“, klagte eine Dame, „Es gibt einfach zu viele, der Luftraum ist zu“, eine andere. Ein Mann, der in Itter genau in der Abflugschneise lebt, nannte die Belastung „unzumutbar“. Michael Ludwig konnte die Bedenken der Menschen nur begrenzt zerstreuen. „Die Flugrouten sind über 30 Jahre alt und wurden damals so geplant, dass möglichst wenig Belästigung entsteht. Allerdings haben sich die Städte seither verändert“, sagt er. Eine Verlegung der Strecken sei schwer, da sie von fest installierten Navigationsstellen am Boden abhängig seien.

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Allerdings versuche der Flughafen, mit Betroffenen in Kontakt zu treten. Unter der Nummer 0211 42123366 ist das Nachbarschaftsbüro zu erreichen, das sich mit den Anliegen der Bürger auseinander setzt. „Lösen können die das Problem auch nicht“, gibt Ludwig zu, „allerdings hilft es oft schon, wenn die Menschen verstehen, was da oben am Himmel vorgeht, und wieso.“

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