1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtteile
  5. Benrath

Im Küchengarten im Schlosspark Benrath können Besucher Gemüse, Kräuter und Blumen kaufen

Benrath : Einkaufen im Küchengarten

Der Schlosspark zeigt sich herbstlich. Manche sammeln dort sogar Maronen. Andere decken sich mit frischem Gemüse und Kräutern aus dem Küchengarten ein. Farbenfrohe Blumen bietet der Parterregarten.

Wer vorige Woche auf dem Kräuter- und Gemüsewagen im Küchengarten des Schlossparks Sauerampfer gesehen hat und dem nun die Idee kommt, damit eine Suppe zu machen, der hatte gestern Pech. Sauerampfer gab es nicht mehr. „Jemöhs un Jedöhns: wat da is, is da!“ steht auf der Tafel des Wagens. Und an diesem Tag ist eben Radicchio da, Fenchel, schwarzer Rettich, Porree, Stangensellerie, neben Kräutern wie Petersilie und dunklem Basilikum auch Blumensträuße je vier Euro das Stück.

„Die Sachen sind super frisch und ich finde es einfach sinnvoll, hier etwas zu kaufen“, sagt Seraina Mühlhausen, die mit dem Fahrrad in den Schlosspark gekommen ist. Schließlich wird auf diese Weise der Einsatz der Werkstatt für angepasste Arbeit unterstützt. Die Mitarbeiter sind dort zusammen mit Ehrenamtlern mit der Pflege und Ernte im Küchengarten betraut.

„Manchmal hole ich mir hier auch Tipps für den eigenen Garten“, sagt Mühlhausen. Für den Salat, den sie in ihren Fahrradkorb packt, wirft sie das Geld in eine dafür vorgesehene beschriftete Holzkiste. „Das klappt leider nicht immer so gut“, sagt Rika Skibba, die als Ehrenamtlerin das Angebot auf dem Wagen präsentiert. Oft würden die Einnahmen gerade mal die Hälfte von dem betragen, was mitgenommen wurde. Deshalb werde darüber nachgedacht, einen Mitarbeiter als Aufsicht neben die Kasse zu setzen. Bislang basiert die Bezahlung auf Vertrauensbasis. Da es kein Wechselgeld gibt, müssen die Kunden passend zahlen oder den Rest spenden.

Dabei sind die Preise günstig. Ein Bündel Kräuter kostet jeweils ein Euro, ein Blumenstrauß vier Euro. Aus Zitronenverbene, Fenchel, Ananassalbei bindet Skibba kleine Winter-Tee-Sträuße, die herrlich duften und schön aussehen.

An dem liebevoll arrangierten Gemüsestand herrscht kein großer Andrang. Aber kaum hat ein Kunde den Stand verlassen, biegt der nächste um die Ecke. Denn dort finden sich auch ausgefallenere Sorten, die es eben nicht im Supermarkt gibt. So gebe es beispielsweise im Frühsommer Kardy, die Artischocken ähneln, aber kleiner sind, erklärt eine Benratherin. Sie nutzt den Spaziergang mit ihrem Hund, um zu schauen, was es heute an dem Stand zu kaufen gibt. „Ich entscheide dann ganz spontan, was ich brauche“, sagt sie.

So hält es auch eine Radfahrerin aus Wersten. Sie freut sich, im Schlosspark noch viele Maronen gefunden zu haben und zeigt ihre reiche Ernte in ihrem Rucksack. Als Anhängerin der makrobiotischen Küche aus Japan greift sie beim schwarzen Rettich sofort zu. Die Stengel mit Blättern wird sie ganz klein schneiden, in Sesamöl anbraten und mit Sojasauce servieren, kündigt sie an. Die dunkle Knolle werde gerne roh gerieben zu allen Fischgerichten gereicht.

Der Küchengarten hat schon früher die Schlossherren mit frischem Obst und Gemüse versorgt. Lange Zeit war der Garten verwildert, bis er für die dezentrale Landesgartenschau Euroga 2002 plus wieder hergestellt wurde. Gleiches gilt für den Parterregarten, nur wenige Schritte weiter. Ein wenig versteckt hinter gepflegten Hecken zeigt sich längs des Nordflügels der Orangerie eine üppige Blumenpracht. In den Beetformen der Spätrenaissance setzt das Gartenamt dort ein modernes Pflanzprogramm nach Entwürfen der Landschaftsarchitektin Christine Orel um. Sommerzypressen, die sich nun rötlich färben, Pompon Dahlien in den verschiedenen leuchtenden Farben feiern den Herbst.