IDR baut neue Eishalle im Düsseldorfer Süden

Benrath : IDR baut neue Eishalle im Stadt-Süden

Die Politik stimmt am Mittwoch über den Eishallenneubau an der Kappeler Straße ab. Es soll ein Mietmodell geben. Die Stadt verhandelt mit der Sparkasse weiter über eine Verlängerung der Laufzeit der Paulsmühler Einrichtung.

Die Mitglieder des Sportausschusses und des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Liegenschaften treffen in der nicht-öffentlichen gemeinsamen Sitzung am Mittwoch die Vorentscheidung darüber, ob eine neue Eishalle an der Kappeler Straße als Ersatz für die Anlage in der Paulsmühle gebaut wird. Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung am 31. Januar dann das letzte Wort über den Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss. Auch die Bezirkspolitiker haben am Freitag, 22. Januar, in nicht-öffentlicher Sitzung die Gelegenheit, über den Vorschlag der Verwaltung zu beraten.

Dabei ist eines aber noch immer unklar: Ob es tatsächlich zu einem nahtlosen Übergang kommt, sprich – die alte Eishalle in der Paulsmühle so lange geöffnet bleibt, bis der Neubau fertig ist. Fakt ist, dass am Freitag, 26. April, der letzte Eislauftag der aktuellen Wintersaison ist.

In der Vorlage der Verwaltung für die Politik heißt es dazu, dass die Verwaltung mit der Stiftung und der Stadtsparkasse Düsseldorf über die Sicherstellung des Betriebes am jetzigen Standort bis zur Fertigstellung des Neubaus und darüber hinaus über die Weiterführung des Eissports verhandeln soll. Wörtlich heißt es außerdem, dass die Planung einen nahtlosen Übergang zwischen der Schließung des alten Standortes und der Inbetriebnahme der neuen Eissporthalle vorsehe.

Bei der Verwaltung ist man optimistisch, dass das gelingt und schreibt dazu in der Vorlage: Die Sparkasse habe ja 2015 gegenüber der Stiftung avisiert, nicht nur den Betrieb der Eishalle bis zum Ende der Saison 2018/2019 zu ermöglichen, sondern auch unter Umständen den Betrieb bis zum Ende der Saison 2019/2020 zu sichern.“

Sportdezernent Burkhard Hintzsche geht davon aus, dass, vorausgesetzt der Spatenstich ist wie geplant im September, die neue Eishalle an der Kappeler Straße im Winter Ende 2020 in den Betrieb genommen werden kann. So schnell könnte es gehen, weil die Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR), der das Gelände an der Kappeler Straße gehört, Bauherrin ist. Und nicht nur das, sie soll sogar für die nächsten 30 Jahre Eigentümerin bleiben. Dann besteht eine Kaufoption für die Stadt. Die IDR hat bereits ein Architekturbüro beauftragt, das schon einen Eishallen-Neubau entworfen hat.

Das von der Sportverwaltung in Anlehnung an die bestehende Halle erarbeitete Raum- und Funktionsprogramm soll in der Planung der neuen Halle funktionell aufgehen. Orientiert an der Auslastung in der Paulsmühle ist eine Zuschauerkapazität für bis zu 199 Personen vorgesehen. Bei einem höheren Bedarf könnten mobile Tribünen aufgebaut werden. Betrieben werden soll die Einrichtung wieder durch eine Stiftung, entweder in einer Fortführung der Sparkassen-Stiftung oder einer neuen Stiftung, die die Stadt gründet.

Über die geplanten 30 Jahre Laufzeit würden 19,2 Millionen Euro Miete an die IDR zu zahlen sein. Als Stiftungsvermögen soll der Verkaufserlös des Areals an der Paulsmühle einfließen. Wie hoch der sein wird, ist laut Stadt abhängig von der zukünftigen Grundstücksnutzung und den Freimachungskosten. Zu berücksichtigen sei dabei auch ein bestehendes Vorkaufsrecht des Alteigentümers. Das könnte nach unseren Informationen die Firma BEA sein.

Für die Vermarktung des Grundstückes sind sowohl ein Kuratoriumsbeschluss der Stiftung sowie die Zustimmung der Bezirksregierung erforderlich. Doch trotzdem wird die Stiftung die Miete nicht komplett aus eigenen Mitteln zahlen können. Hinzu kommen jährliche Aufwendungen in Höhe von rund 250.000 Euro. Die Akquise von Drittmitteln und eine Ertragssteigerung werden angestrebt. Der Rest kommt aus dem Topf der Landeshauptstadt.

Noch offen ist derzeit die Frage, wer die Eishalle betreibt. Die Verwaltung zählt drei Möglichkeiten auf: die Stiftung (egal ob alt oder neu), das Sportamt oder auch ein Dritter. Führt die Stiftung den Betrieb weiter, könnte das Personal übergangslos weiterbeschäftigt werden. Die Mitarbeiter von Eishallenleiter Manfred Otto haben alle nur einen Vertrag bis zum Sommer. Sie wissen derzeit nicht, wie es weitergeht.

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