Benrath: Heimatgemeinschaft feiert Jubiläum

Benrath : Heimatgemeinschaft feiert Jubiläum

Die Heimatgemeinschaft Groß-Benrath und das Heimatarchiv sind zusammen 100 Jahre alt. Anlass für die Mitglieder dieses Jubiläum bei einem Festakt am 25. November zu feiern und die Geschichte Revue passieren zu lassen.

Man muss die Feste feiern wie sei fallen, sagt bekanntlich ein Sprichwort. Das gilt auch für Jubiläen. Doch wenn es keine wirklich runden sind, dann macht man eben runde Jubiläen daraus. Dies dachte sich die Heimatgemeinschaft Groß- Benrath, die jetzt zum Hundertjährigen einlädt. Um es konkret zu sagen: zur Hundertjahrfeier.

Denn die Heimatgemeinschaft selbst ist in diesem Jahr gerade erst ins Rentenalter gekommen - besteht also seit 65 Jahren. Das Heimatarchiv feiert in diesem Jahr ebenfalls Geburtstag und wird 35. Wenn man beides zusammenzählt kommt ein runder Geburtstag dabei heraus.

Wolfgang D. Sauer, pensionierter Geschichtslehrer und Archivar der Heimatgemeinschaft, erinnert daran, dass die Anfänge der Heimatgemeinschaft auf die die zweite Hälfte der 1940er Jahre zurückgehen. "Es waren", so heißt es in der Festschrift zum 25-jährigen Bestehen, "die ersten harten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihren Entbehrungen und ihrem Elend. Jeder hatte nur einen Willen - zu überleben. Das Allgemeinwohl interessierte nur wenige. Um so höher sei einzuschätzen, dass sich in jener Zeit einige Frauen und Männer zusammenfanden, die weiterdachten und die Heimatgemeinschaft ins Leben riefen."

Der Gründer der Heimatgemeinschaft: Wilhelm Schreiner. Foto: ""

Als offizielles Gründungsdatum wird der 4. April 1949 gesehen. Wilhelm Schreiner hatte eine Reihe von Benrather Bürgern zu der Gründungsversammlung eingeladen und wurde wenig später, nachdem eine Satzung festegelegt war, der erste Präsident.

Die Schlossparkfest gehörten zu den ersten Veranstaltungen, die die Gemeinschaft - nicht zuletzt zur Förderung des Vereinslebens - organisierte. Und als nach dem Auszug des Schlossgymnasium aus dem Ostflügel in den 80er Jahren der Zustand des östliche Torhauses und des Kavaliergebäudes sehr schlecht waren, war die Heimatgemeinschaft Mitbegründer des Vereins "Rettet Torhaus und Ostflügel von Schloss Benrath". Die Gemeinschaft allein spendete 20 000 Mark für die Sanierung.

Seit 1984 gibt es die Dämmerschoppen jeden dritten Dienstag im Monat, zu denen immer wieder gerne Gäste eingeladen werden. Die Gedenkstunde am Volkstrauertag und die Schlossparkkonzerte sind nur einige der zahlreichen Aktionen, für die sich die Heimatgemeinschaft stark macht. Heute hat sie übrigens keinen Präsidenten mehr, sondern einen Vorsitzenden - und der ist eine Frau: Marianne Holle.

30 Jahre nach ihrer Gründung wurde das Heimatarchiv ins Leben gerufen. Also vor 35 Jahren. Auf die Idee kam Theo Fühles, der damalige Bezirksverwaltungschef, der zu diesem Zeitpunkt in den Ruhestand ging. Er saß bis dato im Benrather Ratshaus, und so waren die Räume für das Archiv schnell gefunden: Sie befinden sich noch heute im Keller des Benrather Rathhauses.

Heute sind noch drei weitere Räume, ebenfalls im Souterrain des historischen Rathauses, dazugekommen. "Das Archiv ist längst Anlaufstelle für Lernende und Lehrende, Heimat- und Familienforscher. Aber auch junge Leute sind willkommen", sagt Archivar Wolgang D. Sauer.

Inzwischen betreuen und pflegen zehn ehrenamtliche Mitarbeiter das Archiv. Die Sammlung umfasst rund 4500 Stichworte, 40 0000 historische Bilddokumente, Nachlässe, Auszüge aus Vereinsarchiven, Schulchroniken und eine Fachbibliothek.

Das Archiv konzentriert sich auf das Gebiet der ehemaligen Bürgermeisterei. Dieser Raum entspricht dem alten Unteramt Monheim mit dem Gerichtsbezirk Himmelgeist/ Urdenbach, der heute den gesamten Düsseldorfer Süden einnimmt. Nicht ohne Stolz berichtet Sauer, dass dank der Hilfe des Ehepaars Rudolf und Hildegard Doll inzwischen fast der gesamte Bestand digitalisiert ist. Jetzt hofft der Historiker, endlich wieder mit seinen Mitarbeitern in den Räumen des Archivs arbeiten zu können. Denn nach dem starken Regen im August stand auch das Archiv unter Wasser, es musste erst getrocknet werden. In wenigen Tagen soll es wieder zugänglich sein und ist dann wie immer montags von 17 bis 19 sowie nach vorheriger Absprache (vor allem für Schulen) geöffnet.

(RP)