Benrath: Händler freuen sich auf den verkaufsoffenen Sonntag

Benrath: Händler freuen sich auf den verkaufsoffenen Sonntag

Für viele Geschäftsinhaber in der Benrather Innenstadt heißt es aufatmen: Denn sie dürfen am kommenden Sonntag zwischen 13 und 18 Uhr ihre Läden öffnen. Nachdem das Düsseldorfer Verwaltungsgericht Verdi geraten hatte, die Klage gegen die Sonntagsöffnungen in Benrath und Kaiserswerth aus Mangel an Erfolgsaussicht fallen zu lassen, kam die Gewerkschaft dem nach.

Über diese Entscheidung freut sich auch Detlev Oellig. Er ist Leiter der Elanza-Filiale am Marktplatz. Die Sonntage sind für ihn die umsatzstärksten Tage: "Ich finde es gut, dass wir öffnen können. Verdi sollte hier etwas in die Schranken gewiesen werden." Für seine Mitarbeiter sei es außerdem kein Problem, ein paar Sonntage im Jahr zu arbeiten. "Viele machen das sogar gerne", sagt Oellig.

Dem stimmen auch Renate Ninchritz und Astrid Seelbach zu. Beide sind Mitarbeiterinnen in der Boutique "b.wundert". Sie halten die Aktion n von Verdi für übertrieben. "Ich finde ein paar verkaufsoffene Sonntage im Jahr nicht schlimm. Das gehört dazu. Ich wurde von Verdi ja nicht einmal gefragt, ob ich diese Klage überhaupt gut finde", sagt Ninchritz.

Ihre Kollegin Astrid Seelbach stört es vor allem, dass sie bis kurz vor dem Termin nicht wissen, ob die Läden nun öffnen dürfen oder nicht: "So kann ich nichts planen. Ich weiß ja nicht, ob ich arbeiten muss."

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Hanne Watty vertritt hingegen eine andere Meinung. Sie verkauft auf dem Weihnachtsmarkt selbst gemachte Kissen und Kinderkleidung. "Ich finde, der Sonntag gehört der Familie. Die Leute können ja auch samstags oder unter der Woche einkaufen.", sagt sie.

Und auch die Monheimerin Conny Scheerhans ist der Meinung, dass die Geschäfte sonntags nicht zwingend aufhaben müssten: "Ich brauche das nicht. Aber ich finde, dass die Läden selbst entscheiden sollen dürfen, ob sie öffnen oder nicht", sagt die Rentnerin. Melina Schulze, Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Benrath (AGB), hält Verdis Klage-Verhalten in Düsseldorf für ungerecht: "In Monheim, Langenfeld oder Hilden dürfen die verkaufsoffenen Sonntage stattfinden. Nur nicht in Düsseldorf." Sie habe den Eindruck, dass Verdi sich gezielt gegen die Stadt richte: "Wenn schon geklagt wird, warum dann nicht auch in den umliegenden Städten? Entweder ganz oder gar nicht." Außerdem gebe es in Benrath viele inhabergeführte Geschäfte, für die ein solcher Tag sehr wichtig sei. "Auch wenn die Inhaber selbst arbeiten, darf nicht geöffnet werden. Ich finde das nicht richtig.", sagt die AGB-Vorsitzende.

Zudem findet Schulze den Anlassbezug, auf den Verdi sich in den Klagen stützt, fraglich. "Beispielsweise waren am Maimarkt auch ohne Geschäftsöffnung über 4000 Besucher in der Innenstadt. Somit wären allein durch diese Veranstaltung mehr Besucher in Benrath, als durch einen reinen Verkaufssonntag", so Schulze. Den Vorschlag der neuen schwarz-gelben Landesregierung, den Anlassbezug aus dem Gesetz zu streichen, begrüßt Melina Schulze: "Dass die Gewerkschaft Verdi dann aber komplett aufs Klagen verzichtet, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Dann werden eben andere Gründe gefunden."

(mada)