Benrath: Großes Interesse an Bauplänen für Hospital

Benrath: Großes Interesse an Bauplänen für Hospital

Der Architektenwettbewerb zur Bebauung des Grundstücks an der Hospitalstraße, auf dem noch das alte Krankenhaus steht, ist gestern offiziell gestartet. Für die angebaute Kapelle besteht Denkmalschutz.

Gestern Nachmittag gingen die Türen zu einem Gebäude auf, das normalerweise fest verschlossen ist. Die an das ehemalige Krankenhaus an der Hospitalstraße angebaute und unter Denkmalschutz stehende Kapelle konnte von Vertretern der sechs Architekturbüros besichtigt werden, die sich an einem Wettbewerb zur Überplanung des Areals beteiligen. Das Krankenhaus selbst soll für die Neubebauung, unter anderem Wohnraum zu schaffen für ein Mehrgenerationen-Projekt, weichen.

Am Abend konnte sich die interessierte Öffentlichkeit im gut besetzten Festsaal des Ostflügels des Schlosses ein Bild über die nominierten Architekten machen, und den Planern dabei Anregungen und Ideen mit auf den Weg geben. Diesem Angebot kamen einige Zuhörer nach. Und dabei kam vor allem die Verbundenheit der Menschen mit dem, was derzeit dort steht, zum Ausdruck: Dem alten Backsteingemäuer, das von 1892 bis 1962 den Benrathern als Krankenhaus diente.

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Diese Historie in den Neubau aufzunehmen, wünschten sich mehrere Zuhörer. Die Ideen reichten vom Erhalt der verzierten Mauer, die rund um das Gelände geht, bis zum Aufgreifen des roten Backsteins bei der Wahl der Baumaterialien. Während die stark sanierungsbedürftige Kapelle in die Planungen integriert werden muss, wird das Krankenhaus abgerissen. Die Bezirksvertretung 9 hat dem Abrissantrag des Eigentümers SWD, der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft, bereits zugestimmt. Die Mitglieder des Vereins "Gemeinsam leben am Schloss", die sich seit Jahren für die Realisierung des Mehrgenerationenprojektes stark machen, würden die Kapelle gerne für kulturelle Veranstaltungen nutzen. Als der Verein sich im Februar 2015 gründete, hatte er sich einen Architekten gesucht, der das Areal überplante - mit rund 60 Wohneinheiten. Doch inzwischen steht fest, dass das Gelände mit mehr Wohnraum belegt werden muss, um den Kaufpreis - die Rede ist von rund 4,7 Millionen Euro, die die Stadttochter SWD an die Stadt zahlte - refinanzieren zu können. Deshalb gibt es nun diesen neuen Wettbewerb.

Die sechs Architekturbüros wurden von der Stadt und der SWD ausgewählt, darunter auch das, das für die SWD die Klimaschutzsiedlung Am Wald entworfen hat. Am 10. Mai tagt die Jury, in der 21 Personen sitzen. Aus den sechs Entwürfen, die anonymisiert eingereicht werden, wird ein Siegerentwurf gekürt. Im Anschluss an den Wettbewerb soll es eine Ausstellung im Foyer des Benrather Rathauses geben. Bis dahin haben die Büros gerade mal zwei Monate Zeit, um die Herausforderungen des Geländes - neben der Kapelle der Erhalt von Bäumen - anzunehmen und einen Entwurf hinzulegen, der überzeugt. Oder wie es ein Architekt treffend sagte: "Man kann dort eine Menge richtig machen, aber auch eine Menge falsch."

(RP)
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