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Benrath: Gärten zwischen Jugendstil und Moderne

Benrath : Gärten zwischen Jugendstil und Moderne

Die Ausstellung "Neue Gärten" wird am Sonntag im Museum für Gartenkunst im Benrather Schloss eröffnet.

Wenn er von englischen Gärten spricht, gerät Stefan Schweizer, Wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Schloss und Park Benrath, ins Schwärmen. Vergangenen Herbst und im Frühjahr konnte er bei seinen Reisen auf die Insel nicht genug bekommen von Blumen und Stauden im Überfluss. Einmal war er mit Studenten auf einer Exkursion, das zweite Mal mit seiner Familie unterwegs. Ein Segen, sagt er, teilen sowohl seine Frau als auch seine Kinder diese Leidenschaft: "Es gibt doch nichts Schöneres, als durch solche Gärten zu streifen."

Was Schweizer in seinen Bann gezogen hat, kann der Besucher der Ausstellung "Neue Gärten", die ab Sonntag im Museum für Gartenkunst im Benrather Schloss zu sehen ist, gleich mitbetrachten. Für die Schau, die sich dem Thema "Gartenkunst zwischen Jugendstil und Moderne" widmet, hat Schweizer großformatige Fotos von englischen Gärten beigesteuert. Schweizer und seine Mit-Kuratorin Eva-Maria Gruben haben mehrere hochkarätige Gemälde bekannter Künstler aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts in die Ausstellung holen können, die zum Garten-Thema passen. Darunter Werke von Emil Nolde, Max Liebermann, Heinrich Vogeler und Max Clarenbach.

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Flyer und Ausstellungskatalog ziert ein Bild von Max Clarenbach, das Schweizer begeistert. Es zeigt des Malers eigenen Garten, in Wittlaer nahe am Rhein gelegen, den kein Geringerer als Josef-Maria Olbrich gestaltet hat. Olbrich, Designer und Architekt der Wiener Schule lebte und arbeitete ab 1900 in Deutschland, 1908 starb er 40-jährig in Düsseldorf an Leukämie.

Ein Jahr zuvor hatte der wohl wichtigste Architekt des Jugendstils ein Büro in Düsseldorf eröffnet, um unter anderen das ehemalige Warenhaus Tietz (heute Kaufhof) sowie das Wohnhaus samt Garten seines Freundes und Malers Max Clarenbach zu bauen. Olbrichs Buch "Neue Gärten", das er 1905 herausbringt, "wird zum Motto für eine tiefgreifende Reform der Gartenkunst", heißt es im Katalog.

Bis zum 14. Januar sind 150 Exponate zu sehen: darunter neben den Gemälden Pläne, Zeichnungen, Fotografien, Modelle und Kostüme, die diese Entwicklung der Gartenkunst um die Jahrhundertwende dokumentieren. Anfang des 20. Jahrhunderts änderten sich Form und Funktion von Gärten. Geometrisch gestaltete Gartenräume lösten den Landschaftsgarten ab. In Grünanlagen wichen die geschwungenen Pfade und Teiche - das Richtige zum Lustwandeln - die Damen in eleganten Kostümen, die Herren gerne im Anzug mit Zylinder - geraden Wegen und rechteckigen Wasserbecken. Der Park wurde für alle soziale Schichten zum Erholungsraum. Die Gartengestalter reagierten auf die Industrialisierung und Urbanisierung der Gesellschaft. Die Grünflächen werden für Spiel und Sport genutzt. Auch die Kleidung passt sich an. Es wird legerer.

(rö)