BENRATH Konzert bei Kerzenschein

BENRATH · Händel, Verdi und Puccini in St. Cäcilia – Franz Lamprecht und Ulrich Karg präsentierten mit Chor und Orchester geistliche Werke.

 Werke für Chor und Orchester erklangen in der Kirche St. Cäcilia.

Werke für Chor und Orchester erklangen in der Kirche St. Cäcilia.

Foto: Endermann, Andreas (end)

Die Open-Air-Konzerte mit Orchester im Benrather Schlosspark erfreuen sich großer Beliebtheit. Aus der Taufe gehoben hat sie vor Jahren Franz Lamprecht mit den von ihm geleiteten Orchestern aus Rumänien. Da Lamprecht außerdem Chöre in Urdenbach, Hilden und Düsseldorf leitet, war es ihm ein Anliegen, vor einem Konzert im Park geistliche Werke in St. Cäcilia aufzuführen.

Diese Tradition ließ Franz Lamprecht nun in Zusammenarbeit mit Ulrich Karg, Kantor an St. Cäcilia, wieder aufleben. Schon am Besuch der Generalprobe für das Konzert am Samstag zeigte sich, wie sehr das Publikum solche Konzerte begrüßt. Werke von Puccini, Verdi und Händel wurden bei Kerzenschein in der Kirche aufgeführt. Dicht gedrängt saßen die Zuhörer in den Bänken und auf zusätzlichen Stühlen. Schon zwei Stunden vor Beginn hatten sich die ersten Besucher eingefunden.

Zu Beginn erklang in dem von Kerzen stimmungsvoll erleuchteten Gotteshaus G. F. Händels Orgelkonzert Nr. 13 in F-Dur. Das trägt wegen der im zweiten Satz nachgeahmten Vogelstimmen den Beinamen ‚Kuckuck und Nachtigall‘ und ist eines der beliebtesten unter Händels 16 Orgelkonzerten. Die Zuhörer konnten sich ganz dem Hören widmen, denn musiziert wurde auf der Empore. Ulrich Karg hatte sich entschieden, das Werk auf der großen Orgel zu spielen und Franz Lamprecht hatte sich mit einem Kammerorchester nach oben begeben. Das bot Dirigent und Orchester den direkten Kontakt zum Solisten, der die Möglichkeiten der Königin der Instrumente voll ausnutzte. Durch Wechsel zwischen Hauptwerk und Rückpositiv erschloss sich Händels Werk besonders reizvoll und wurde mit viel Beifall bedacht.

Drei Jahre vor Verdis Tod wurden die „Quattro pezzi sacri“ uraufgeführt. Der letzte Gesang ist das „Te Deum“, in dem der Komponist mit gregorianischem Choral der Männer ganz schlicht das Lob Gottes beginnt. Doppelchöre, begleitet von großem Orchesterklang wechseln damit ab. Schließlich verhallen die Stimmen, lassen den Zuhörer nachdenklich zurück. Nach Verdis Alterswerk kam mit Puccinis „Messa di Gloria“ ein Jugendwerk. Der vom Zwanzigjährigen schwungvoll vertonte Text der Messe zeigt bereits opernhafte Züge. Hier traten auch die Solisten Erwin Feith (Tenor) und Johannes Wedeking (Bass) in Erscheinung: Feith mit strahlenden Höhen und heldischem Klang, Wedekind mit voluminösem schwarzem Bass.

Franz Lamprecht und Ulrich Karg geben in der St. Cäcilia Kirche in Benrath ein Konzert
Foto: grafik

Die Stimmen vom Chor der Landesregierung, dem Oratorien-Chor Hilden und dem Kammerchor Urdenbach (etwa 50 Herren und 90 Damen) waren Dank des sehr guten Einsingens von Etsuko Mukai bis zum Verklingen des letzten Akkords bei guter Stimme, ließen keine Verluste in Strahlkraft und Spannung hören. Die Rumänische Staatsphilharmonie ‚Dinu Lipatti‘ aus Satu Mare musizierte mit feinen Streichern, wohlklingendem Holz und kraftvollem Blech. Franz Lamprecht hielt mit sparsamem, aber präzisem Schlag alles zusammen. Lange Ovationen!

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort