Benrath: Erstes Treffen für die Flüchtlingshilfe

Benrath : Erstes Treffen für die Flüchtlingshilfe

Bezirksvorsteher Karl-Heinz Graf hatte als Vorbereitung für ein Bürgerforum, das am 24. März in der Aula des Schloßgymnasiums stattfindet, gezielt einige Vereine und Verbände eingeladen.

Das erste Treffen des Runden Tisches zur Unterbringung von Flüchtlingen im Stadtbezirk 9 am späten Montagnachmittag diente als Vorbereitung für das Bürgerforum am Dienstag 24. März, 19 Uhr, in der Aula des Schloßgymnasiums an der Hospitalstraße 4. Dort gilt es dann Fakten zu schaffen, wie den Ende April/Anfang Mai in dem Containerdorf an der Benrodestraße sowie im Spätsommer in der Unterkunft Schimmelpfennigstraße einziehenden Asylsuchenden vor Ort ganz genau geholfen werden kann.

Im Vorgriff zu diesem Termin hatte Bezirksvorsteher Karl-Heinz Graf Vereine, von denen er wusste, dass die sich engagieren wollen, sowie Vertretern von Verbänden eingeladen. Darunter die Benrather Kirchengemeinden, die Heimatgemeinschaft, das Zentrum plus, die Aktionsgemeinschaft Benrath, Politiker aus dem Stadtteil, Caritas, Diakonie sowie Abdelaaziz Fachrou, Vorsitzender des marokkanischen Vereins Masjid Assalam, der an der Nürnberger Straße derzeit eine neue Moschee und ein neues Gemeindezentrum baut, sowie Coskun Duran vom türkischen Kulturverein von der Telleringstraße.

Eine Bitte von AGB-Chefin Renate Rönnau ging nicht nur an die beiden, sondern an alle muslimischen Vertreter in den Stadtbezirken: Diese mögen sich doch - im Hinblick darauf, dass viele Flüchtlinge muslimischen Glaubens seien - bei der nun aufzubringenden Hilfe für die Menschen stärker einbringen als bisher. Bereits jetzt engagieren sich die Mitglieder des marokkanischen Vereins aus Reisholz in der Flüchtlingshilfe: "Wir haben vor kurzem eine auf Deutsch verfasste Einladung zu einem Fußballturnier, das Flüchtlingen offen stand, ins Arabische übersetzt. Da haben wir sehr schnell helfen können", berichtete Fachrou.

Wer sich künftig wie einbringen kann, das soll an dem 24. März besprochen und dann auch festgezurrt werden. Dort sind dann auch alle freiwilligen Helfer willkommnen, die keiner Organisation angehören. Wie Hans Jürgen Watty, für den jetzt schon feststeht, dass er helfen wird. Nachdem sein Name vor ein paar Tagen in unserer Zeitung stand, gingen bei ihm schon die ersten Hilfsangebote für Flüchtlinge ein. Darunter allerhand Nützliches aus Wohnungsauflösungen sowie eine avisierte nicht unbeträchtliche Geldspende. Doch die kann der Privatmann nicht annehmen.

Und so wurde in dem Vorbereitungstreffen festgezurrt, dass jetzt schon auf Spendenkonten von Caritas und Diakonie eingezahlt werden kann. Wer möchte, dass das Geld speziell für Flüchtlinge im eigenen Stadtbezirk verwendet wird, der soll als Verwendungszweck "Flüchtlingshilfe Süd" schreiben. "Ersthilfe ist das eine, das Ziel muss aber sein, dass die Menschen nach der Erstaufnahme in einer zentralen Unterbringungsstätte in eine eigene Wohnung ziehen sollen", sagte Diakoniepfarrer Heinz-Werner Frantzmann.

Da die Menschen aus ihren Heimatländern oft mit nicht mehr als dem, was sie am Leib tragen geflohen sind, fehlt es an allem. In der Klärung sei derzeit, ob zur Lagerung von Sachspenden - von Kleidung bis Küchenutensilien - eine alte Speditionshalle auf dem Gelände an der Benrodestraße dienen könne, berichtete Karl-Heinz Graf.

Wer genau in ein paar Wochen in das von der Stadttochter IDR an der Benrodestraße eingerichtete Flüchtlingsdorf einziehen wird, das kann die Flüchtlingsbeauftragte der Stadt, Miriam Koch, noch immer nicht sagen. Das werde sich wahrscheinlich erst kurz vor der Belegung heraussstellen, sagte sie. In Anbetracht der aufgestellten Container, die sich nicht zu größeren Einheiten zusammen fassen ließen - wie es an anderen Standorten der Fall sein soll - kann es gut sein, dass es vor allem von Alleinreisenden belegt wird. Derzeit hat die Stadt viele von ihnen in einer ehemaligen Schule an der Borbecker Straße - in Klassenzimmern - und in einer Turnhalle unterbracht. Diese aus Stadtsicht nicht eben geeigneten Unterkünfte will man am liebsten aufgeben. Dort werden die Menschen derzeit zentral über das Deutsche Rote Kreuz versorgt - auch mit Essen.

Die Containerstandorte sollen hingegen alle mit Kochgelegenheiten ausgestattet sein. Doch hier folgt schon das nächste Problem. Die knapp 20 Menschen, die derzeit in dem ehemaligen Krankenhaus an der Hospitalstraße untergebracht sind, können durch die Benrather Lebensmitteltafel versorgt werden. Die Versorgung von mehr Menschen bekomme die "Benrather Tüte" nicht gestemmt, berichtete Watty, dessen Frau in der Ausgabe-Stelle hilft.

Einzelne Hilfsangebote wurden bei dem Treffen im Benrather Rathaus auch schon formuliert, angefangen von Patenschaften von Schülern der Grundschule Schloss Benrath oder der Heimatgemeinschaft für Flüchtlinge wie ein Nähkursus in der evangelischen Kirchengemeide. Doch weil derzeit noch niemand weiß, wer tatsächlich kommt, sollen die Hilfsangebote zunächst einmal in der Bezirksverwaltungsstelle (Telefon 8997112) gesammelt werden. Diakoniepfarrer Heinz-Werner Frantzmann, der das ehrenamtliche Engagement für Flüchtlinge auch in anderen Stadtbezirken begleitet, ist zuversichtlich, dass sich die Hilfe auch in Benrath nach dem Treffen am 24. März wird schnell organisieren lassen.

(RP)
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