Benrath Erster Schritt zum attraktiveren Markt?

Benrath · Der Benrather Marktplatz soll schöner werden. Diese Forderung beschäftigt seit Jahren nicht nur die Bezirksvertretung. Doch jetzt scheint sich tatsächlich etwas zu bewegen, wie die RP gestern während ihrer Mobilen Redaktion erfuhr.

 Susanne Christroffer (M.) betreibt den Käsestand auf dem Benrather Marktplatz und schildert ihre Situation Bezirksvorsteher Heinz-Leo Schuth und RP-Mitarbeiterin Ilka Kultscher (r.).

Susanne Christroffer (M.) betreibt den Käsestand auf dem Benrather Marktplatz und schildert ihre Situation Bezirksvorsteher Heinz-Leo Schuth und RP-Mitarbeiterin Ilka Kultscher (r.).

Foto: Günter von Ameln (vam)

Der Markt könnte wesentlich attraktiver sein. Hierin sind sich Stadtteilpolitiker, Marktbeschicker und Kunden einig. Die Umgestaltung des Platzes ist eine Forderung, die seit Jahren immer wieder laut wird. Auch dem Urdenbacher Manfred Berner gefällt der Markt so nicht. Er geht am Wochenende lieber nach Hilden. "Dort haben diese Plätze viel mehr Atmosphäre", bekannte er. Mit dieser Meinung war er während der Mobilen Redaktion auf dem Benrather Marktplatz nicht alleine. Am RP-Stand wurde lebhaft diskutiert und viele der Umstehenden nickten zu seinen Worten.

 Ingrid Behncke-Greschuchna kommt immer aus Reisholz nach Benrath

Ingrid Behncke-Greschuchna kommt immer aus Reisholz nach Benrath

Foto: Günter von Ameln (vam)

Doch bevor über eine Neugestaltung nachgedacht werden kann, muss zunächst die behindertengerechte Toilette aufgestellt werden. Pläne für den bis jetzt bevorzugten Standort erwiesen sich als nicht praktikabel, da an dieser Stelle der Boden wegen Hohlräumen nicht tragfähig ist. Doch nun scheint eine Lösung gefunden zu sein.

 RP-Redakteurin Andrea Röhrig im Gespräch mit Gerd Lappe

RP-Redakteurin Andrea Röhrig im Gespräch mit Gerd Lappe

Foto: Günter von Ameln (vam)

Doreen Kerler, Leiterin des Amts für Gebäudemanagement, berichtete am Donnerstag während der Mobilen Radaktion von den neuesten Plänen. Die Toilette soll jetzt zwischen Fußgängerzone und dem Gemüsewagen aufgestellt werden. "Wenn die Verträge mit der Firma, die die Anlagen herstellt und installiert, unterschrieben sind, dauert es noch zirka acht Wochen, bis die Toilette hier steht", versprach Kerler. Die BV unterstütze dieses Vorhaben mit 165 000 Euro, sagte Bezirksvorsteher Heinz-Leo Schuth. Das Amt für Gebäudemanagement steuere noch mal 40 000 Euro hinzu, sagte Kerler.

 Haben Leben auf den Markt gebracht: Achim Straub und Axel Küppers

Haben Leben auf den Markt gebracht: Achim Straub und Axel Küppers

Foto: Günter von Ameln (vam)

"Nur weil hier neue Toiletten herkommen, wird der Markt doch noch lange nicht schöner", gab eine Passantin am RP-Stand zu bedenken. Sie regte ein einheitliches Erscheinungsbild an. Die Forderung nach gleicher Gestaltung der Wagen der Marktbeschicker, wurden von Heinz-Leo Schuth und Susanne Christoffer als zu teuer zurückgewiesen. Sie hätte für einen neuen Verkaufsstand einen sechsstelligen Betrag investieren müssen, berichtete die Händlerin, die auf dem Markt Käse, Wurst und Eier verkauft.

 RP-Redakteurin Birgit Wanninger (r.) im Gespräch mit (v.l.) den Markthändlern Gisela Kirn und Heidi Neuhaus

RP-Redakteurin Birgit Wanninger (r.) im Gespräch mit (v.l.) den Markthändlern Gisela Kirn und Heidi Neuhaus

Foto: Günter von Ameln (vam)

Das größte Anliegen sei es, die Existenzen der Marktbeschicker zu erhalten, stellte Ratsfrau Bettina Wiedbrauck (CDU) klar. Auch Marianne Holle von der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath war davonüberzeugt. Wenn es also aus Kostengründen nicht möglich sei, die Wagen einheitlich zu gestalten, warum einige man sich dann nicht zumindest auf gleiche Schirme vor den Ständen, fragte, sie. Dieser Vorschlag kam bei den Umstehenden insgesamt gut an. Eigentlich brauche es gar nicht soviel, um den Platz attraktiver zu gestalten. Hierin sind sich Wiedbrauck und Renate Rönnau von der Aktionsgemeinschaft Benrather Geschäftsleute einig. "Es sind dort zum Beispiel schon Blumenkübel aufgestellt worden, aber die wurden irgendwann nicht mehr gegossen ", erinnerte Schuth. Also müsse jemand gefunden werden, der sich verlässlich um so etwas kümmert, so Wiedbrauck.

 Amtsleiterin Doreen Kerlen am künftigen Standplatz der Toilette zwischen Givebox und Gemüsestand

Amtsleiterin Doreen Kerlen am künftigen Standplatz der Toilette zwischen Givebox und Gemüsestand

Foto: Günter von Ameln (vam)

Die Ratsfrau klagt auch noch einmal die Einhaltung einheitlicher Öffnungszeiten durch die Marktbeschicker ein. Bei dieser Forderung wird sie durch Schuth und Rönnau unterstützt. Dadurch soll für die Besucher sicher gestellt werden, dass er zu feststehenden Zeiten das volle Angebot erwarten können.

Gisela Kirn vom Metzger-Stand öffnet beispielsweise schon um 7.30 Uhr und schließt "wenn nichts mehr los ist". Das sei schon immer so gewesen. Immerhin sei sie schon 55 Jahre auf dem Markt. Auch Heidi Neuhaus vom Blumenstand kommt seit 40 Jahren. Sie klagte, dass sie mit ihrem Sprinter nicht auf den Platz zum Be- und Entladen kommen kann. "Ich parke in der Hospitalstraße und transportiere mit einem Karren meine Blumen." Sie hat montags geschlossen. Und schon flammte erneut die Diskussion um die Öffnungszeiten aus. Die liegen laut Amt für Verbraucherschutz dienstags bis samstags zu den üblichen Ladenzeiten. "Es ist niemals konkret über fixe Öffnungszeiten geredet worden", hielt Susanne Christoffer dagegen. Erst nach Gesprächen mit dem Marktamt solle es eine einheitliche Regelung der Öffnungszeiten geben, berichtete sie. Um den Markt attraktiver zu gestalten, seien die Beschicker bereit für Veränderungen, weiß sie aus Gesprächen mit anderen Händlern.

(RP)
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