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Düsseldorf-Süd : Erst ab Ende 2019 wird auf der Linie S6 wieder alles gut

Düsseldorf-Süd : Erst ab Ende 2019 wird auf der Linie S6 wieder alles gut

Wer täglich darauf angewiesen ist, mit der S-Bahnlinie 6, die von Köln über Düsseldorf nach Essen verkehrt, zur Arbeit oder zur Schule zu fahren, benötigt unglaublich viel Geduld. Vor allem in den vergangenen Monaten: Wenn man Glück hatte, kam die angekündigte Linie nur verspätet; oft genug kam sie aber auch gar nicht.

Ebenfalls viel zu oft schickte die Bahn statt zwei Wagen nur einen auf die Strecke. Das sorgt vor allem während der Pendlerzeiten zu dichtem Gedränge in den Zügen.

Diese Häufung an Unannehmlichkeiten für die Kunden hatte Jörg Dietrich, der für die CDU in der Bezirksvertretung 10 sitzt, schon in der Mai-Sitzung zum Anlass genommen, Verantwortliche vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und der Deutschen Bahn (DB) Regio in die Oktober-Sitzung der BV einladen zu lassen.

Bei ihrem Vortrag mit anschließender Diskussion mit den BV-Mitgliedern beschönigten weder VRR-Manager Georg Seifert („auch wir finden diese Situation nicht tragbar“) noch Kai Stieber von der DB Regio den Ist-Zustand. Erst zu Ende Oktober versprach Siebert ein wenig Besserung. Denn dann sollen zwei Triebwagen, die wegen einer aufwendigen Reparatur schon das ganze Jahr über nicht hatten eingesetzt werden können, wieder den Betrieb aufnehmen können. Auf den von der Bahn betriebenen S-Bahn-Linien im VRR sind vor allem die Triebwagen der Baureihe ET 422 unterwegs; 84 Stück hält die DB Region davon vor – allerdings nur auf dem Papier. 73 sind im Streckenbetrieb, weitere elf gelten als Instandhaltungsreserve. Planerisch, so Stieber, sei das auskömmlich dimensioniert. Allerdings auch nur dann, wenn nichts dazwischen kommt.

Und da ist seit Ende 2016 einiges zusammengekommen: Von den elf Rerservebahnen waren nämlich nur noch drei tatsächlich auf der Schiene. Drei sind in der Werkstatt, um ein Re-Design zu bekommen, drei Wagen mussten repariert werden, nachdem eine beschädigte Oberleitung auf sie fiel und es zu Kurzschlüssen kam, zuzüglich die beiden Fahrzeuge, die einen größeren mechanischen Schaden hatten. Verschärfend hinzu kommt der Personalmangel.

Neben der S6 ist davon vor allem die S68 betroffen, die in den starken Nutzungszeiten zusammen einen zehn-Minuten-Takt herstellen sollte. Die 68 steht im ersten und zweiten Quartal an der Spitze der Statistik der „nicht vorhersehbaren Ausfälle“.

Ab Ende 2019 sollen dann nach Angaben von Kai Stieber für die Nutzer von S6 und S68 bessere Zeiten anbrechen. Ab da mischen nämlich auch Abellio und Keolis im S-Bahnverkehr des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr mit. Die Linien S6 und S11 werden bis 2023 weiter von der DB Regio betrieben. Die hat dann nach eigenen Angaben alleine 36 Triebwagen für den Betrieb der S6 zur Verfügung. Auf neue und moderne Wagen können sich die Nutzer dann erst ab 2023 freuen. Die heutige Taktung von S6 und S68 hält VRR-Mann Georg Seifert übrigens für ausreichend. Eine Erweiterung würde hier keine positiven Nachfrageeffekte erzielen, sagte er.

Von Freitag, 12. Oktober, 22 Uhr, bis Montag, 15. Oktober, 5 Uhr, sowie am Freitag, 19. Oktober; 22 Uhr, bis Montag 22. Oktober, 8 Uhr, fährt die S 6 zwischen Langenfeld und Düsseldorf-Hauptbahnhof wegen Bauarbeiten nicht. Es wird ein Schienersatzverkehr eingerichtet, der jedoch den Halt Garath nicht bedient, hier fahren Busse und Taxis nach Benrath, heißt es auf der Internetseite der Bahn.