Eröffnung des Café Röstzeit neu in Benrath

Neueröffnung : „Das Leben findet beim Kaffee statt“

Asem Abdu stammt aus Libyen, hat mit Baumaschinen gehandelt und nun in Benrath das Café Röstzeit eröffnet.

Bereits seit ein paar Tagen arbeitet Asem Abdu in seinem neuen Laden an der Börchemstraße – rückt Tische, stapelt Tassen, sortiert Tüten auf den Regalen. Und immer wieder bleiben Passanten stehen, schauen neugierig durch die großen Glasscheiben ins Innere. Dann lädt Asem Abdu sie ein auf einen Espresso, einen Cappuccino oder einen Latte Macchiato – denn Kaffee ist seine Leidenschaft und seine Spezialität.

Heute öffnet das Café Röstzeit nun offiziell. „Bislang bestand in der Benrather Fußgängerzone noch Bedarf an einem Ort, an dem man gemütlich sitzen und einen guten Kaffee genießen konnte“, sagt der gebürtige Libyer. Ein solcher Ort soll das Röstzeit sein: Die Wände sind in Minzgrün gestrichen, neben der wuchtigen Röstmaschine stehen Kaffeesäcke auf dem Boden, an den Wänden hängen Bilder und auf den Regalen stehen verschiedene Sorten Kaffee fein säuberlich aufgereiht.

16 Plätze gibt es momentan an den Tischen aus gemasertem Holz, dazu kommt ein gemütliches Chesterfield-Sofa im hinteren Teil des Cafés. Bei gutem Wetter gibt es außerdem Stehtische vor der Tür in der Fußgängerzone.

Der 42-jährige Asem Abdu hat ursprünglich mit Baumaschinen gehandelt, hat sie von Deutschland nach Libyen verkauft. „Aber dann wollte ich einfach eine neue Erfahrung machen“, erzählt er. Und so beschloss er, in den Räumen eines ehemaligen Friseur-Salons am Ende der Benrather Fußgängerzone ein Café zu eröffnen.

Über ein Jahr hat es gedauert, ehe im Röstzeit endlich der Betrieb beginnen konnte. „Es gab Probleme mit der Bauaufsichtsbehörde“, sagt Abdu schulterzuckend. Das Röstzeit ist ein Franchise-Unternehmen, es gibt weitere Standorte in Hilden und an der Düsseldorfer Oststraße.

„Aber hier in Benrath gefällt es mir am besten“, sagt Asem Abdu. „Es ist nicht so, wie in der Stadt. Die Menschen interessieren sich dafür, was in ihrer Nachbarschaft passiert.“ Auch deswegen ist es ihm wichtig, sich und sein Café schnell im Ort bekannt zu machen. Und der Betreiber der Röstzeit hat noch weitere Pläne: „Irgendwann will ich auch ein Café in meiner Heimat, Libyen, eröffnen“, erzählt er.

„Asem ist eben ein Visionär“, sagt Ismail Adar und lacht. Er ist der zweite Mann im Café. Adar ist Barist, hat bereits in mehreren Cafés in Düsseldorf gearbeitet. In einem davon hat er Asem Abdu einmal bedient. Als die beiden Männer sich später zufällig in der Stadt trafen, bot Abdu Adar eine Arbeit im Röstzeit an. Neben Kaffee aus eigener Rösterei wird es dort auch hausgemachten Kuchen geben, außerdem Frühstücke und eine Auswahl an süßen und herzhaften Snacks.

Aber im Vordergrund stehen die verschiedenen Kaffee-Variationen. Zwar gibt es diese auch zum Mitnehmen, aber: „Eigentlich soll man Kaffee in Ruhe genießen“, findet Ismail Adar. Für ihn geht es um mehr als um ein Heißgetränk: „Kaffee verbindet Menschen. Egal, wo auf der Welt man ist, beim Kaffee passiert so viel: Man lernt sich kennen, schließt Freundschaft, Dates finden in Cafés statt, im Grunde das ganze Leben.“ 

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