Emanuel Reiter gibt Konzert im Schlosscafé in Düsseldorf Benrath

Auftritt im Schlosscafé : Gesungene Liebesbriefe aus der Schweiz

Bei seinem Auftritt im Benrather Schlosscafé singt der junge Singer-Songwriter Emanuel Reiter Lieder über die Liebe, die Freundschaft, das Vergessen und das Wiederfinden.

„Hallo Düsseldorf, gut hier zu sein“, Emanuel Reiter begrüßt im Stil der großen Kollegen auf großen Bühnen sein Publikum an den Tischen im gemütlichen Benrather Schlosscafé. Der junge Singer Songwriter, 1984 im oberbayerischen Rosenheim geboren, jedoch seit seinem 19. Lebensjahr berufsbedingt im schweizerischen Uzwil (Kanton St. Gallen) lebend, tritt im Rahmen des Musikjahres Schloss Benrath auf und intoniert, während vor der Tür Weltuntergangswetter herrscht, klanglich Erbauliches über Liebe, Freundschaft und Dankbarkeit.

Überwiegend sind es Lieder seines im Jahr 2018 veröffentlichten Debüt-Albums „Von guten & anderen Zeiten“, das immerhin bis auf Platz 38 der schweizerischen Albumcharts gelangen konnte, hierzulande jedoch nur den wenigen Eingeweihten bekannt sein dürfte, die sich für seine Musik interessieren.

Das Lied „Hallo, wie geht’s dir?“ eröffnet den Konzertabend und schildert die Erinnerung an eine verflossene Liebe, an der man noch immer hängt und für die eine Neuauflage ersehnt wird – der Sänger spricht Gefühle an, die wohl jeder schon einmal erlebt hat. Er singt entspannt, ohne zu viel Energie in seine Stimme zu stecken.

Die Lieder des ausgebildeten Mechatronikers sind durchaus ansprechend, begleitet von tadellosem Gitarrenspiel, sauberem und gelegentlicher dynamischer Unterstützung durch elektronische Perkussion, die er mit dem rechten Fuß bedient. Der 34-jährige Musiker versteht es, in den Texten seiner Lieder die besungene Gefühlswelt widerzuspiegeln; er drückt auf einfache Weise aus, dass manche Dinge einfach nicht treffend ausgedrückt werden können. Es sind die Werke eines aufstrebenden Singer-Songwriters, der sich an einer Generation junger, deutscher Liedermacher orientiert, die mit ihren Konzerten inzwischen auch die großen Hallen des Landes füllen.

„Ab ans Meer“ erinnert an Max Mutzkes „Welt hinter Glas“. Reiter bedient sich bewährter Themen und Motive, die auch bei seinen unverkennbaren musikalischen Vorbildern wie Mark Forster, Max Giesinger und Tim Bendzko funktionieren. Dabei wagt er wenig musikalische Experimente.

Gleichwohl trifft die Musik des Wahl-Schweizers aber den Nerv eines sich hervorragend unterhalten fühlenden Benrather Publikums, das nach kurzer Aufforderung bereit ist mitzusingen und gern auch im Rhythmus klatscht. Und dann sind es eben doch nicht nur die schon oft besungenen Liebesepisoden junger Menschen, die Reiter in seinen Liedern verarbeitet: Auf den Vorwurf seiner vier Geschwister, er habe in der Schweiz seine Muttersprache Bayerisch nahezu verlernt, reagiert er trotzig-musikalisch mit einer gefühlsbetonten Ode an den Freistaat: „Dahoam“. Ein weiterer Gruß an seine Heimat ist „Das Kompliment“, ein Cover des bekannten Hits der Sportfreunde Stiller. Reichlich Applaus verabschiedet zum Finale den sympathischen Musiker, von dem in Zukunft noch das eine oder andere romantische Lied zu erwarten sein dürfte.

Das Konzert fand im Rahmen des Musikjahres am Schloss Benrath statt. Die Reihe Schlossklang zeigt vor allem junge Künstler. Weitere Termine am 6. Juni, 4. Juni und 1. August, im Schlosscafé. Infos unter www.schloss-benrath.de.

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