1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtteile
  5. Benrath

Ehrenamt in der katholischen Gemeinde Benrath und Urdenbach

Gemeindearbeit in Benrath : Warum wir gerne helfen

Viele Menschen im Düsseldorfer Süden helfen in ihrer Freizeit freiwillig anderen – zum Beispiel durch Arbeit in der katholischen Gemeinde. Wir stellen Ehrenamtler vor, ohne die viele Aktionen nicht möglich wären.

„Ohne Ehrenamt kann eine Gemeinde nicht funktionieren“, sagt Thomas Jablonka. Der Pfarrer der katholischen Gemeinden in Benrath und Urdenbach ist seit knapp anderthalb Jahren im Düsseldorfer Süden aktiv und positiv überrascht von der Einsatzbereitschaft der Menschen vor Ort. „Erst kürzlich brauchten wir spontan Hilfe, die Krippe in Herz Jesu fertig zu machen. Wir hatten sofort 15 freiwillige Helfer“, berichtet er. Vernetzung im Stadtteil und Präsens in der Lebenswelt der Menschen seien das Rezept, um erfolgreiche Freiwilligenarbeit zu organisieren.

„Das funktioniert in Benrath sehr gut, zumindest meistens“, sagt der Geistliche. Schwierig werde es immer, wenn es darum geht, langfristig Verantwortung in die Hände der Ehrenamtlichen zu legen. Doch auch hier gibt es positive Beispiele im Düsseldorfer Süden, Menschen, die einen beträchtlichen Teil ihrer Freizeit der Kirche zur Verfügung stellen. Sie alle treibt die Motivation, etwas Gutes für ihre Gemeinde zu tun. Die Wege, wie sie zu ihrer Arbeit gekommen sind, sind jedoch sehr verschieden.

Claudia Gutmann aus Benrath war schon immer in der Gemeinde aktiv: Als Kind zog sie mit den Sternsingern durchs Dorf und malte mit Kreide den Segen an die Hauswände. „Schon meine Eltern waren in St. Cäcilia mit dabei, ich bin so erzogen worden und für mich war es immer selbstverständlich, mich einzubringen“, erzählt Gutmann. Auch die Familie ihres Mannes hat ehrenamtlich für die Kirche gearbeitet, so dass sie das Engagement nach ihrer Hochzeit gemeinsam fortsetzen konnten. Inzwischen hat Claudia Gutmann Kinder, und natürlich folgen diese dem Vorbild der Eltern, sind Sternsinger, Messdiener und Lektoren im Gottesdienst. „Wir haben sie nicht dazu gedrängt, aber ich glaube, dass es ein gutes Beispiel für Kinder ist, wenn man es ihnen entsprechend vorlebt“, so Gutmann. Sie hofft, dass sich die Familientradition fortsetzt. „Aktive Ehrenamtler sind für eine Gemeinde so wichtig, ohne sie gäbe es keine funktionierende Gemeinschaft“, sagt sie. Ihr liegen vor allem die Kinder am Herzen, seit sechs Jahren ist sie daher unter anderem für die Sternsinger verantwortlich und betreibt Jugendarbeit in der Gemeinde.

Michael Martsch wurde atheistisch erzogen. „Meine Eltern haben mir nie einen Glauben oder eine Lebensart vorgeschrieben, und ich hatte nie wirklich Kontakt zur Kirche“, erzählt der gebürtige Bayer. Das änderte sich jedoch, als er vor 15 Jahren nach Benrath zog. „Ich war neu im Ort, kannte niemanden. Erste Freunde habe ich dann über die Kinder gefunden: andere Eltern aus Schule und Kindergarten“, so Martsch. Von diesen Freunden waren viele in der Gemeinde aktiv, und so kam auch der Zugezogene zum Ehrenamt. „Ich habe in Benrath Freunde gefunden, und das hat sich auch auf die Kirche übertragen.“ Inzwischen hat sich Martsch sogar taufen lassen, unterstützt die Gemeinde mit seinem technischen Können, ist als Fotograf und DJ auf Festen aktiv. Er ist überzeugt: „Eine Gesellschaft funktioniert nicht, wenn jeder nur an sich selbst denkt.“ Nur durch aktive Beteiligung könne man eine Verbesserung für alle erreichen.

Sigrid Köster hat über die Jahre erfahren, dass im Düsseldorfer Süden Gemeinde gelebt wird. Als sie vor über 20 Jahren nach Urdenbach gezogen ist, stand kurze Zeit später der Nachbar am Zaun. „Er hat mich gefragt, ob ich katholisch bin, und sofort danach, ob ich nicht Lust hätte, mich im Pfarrgemeinderat einzubringen“, erinnert sich Köster. Seither ist sie – mit Unterbrechungen – fester Bestandteil dieses Gremiums, organisierte beispielsweise Feste und das Gemeindeblatt. Zwischenzeitlich hat sie ihren Sitz aufgegeben, um Raum für neue Mitglieder zu schaffen. Bald jedoch wurde sie gebeten, wieder dabei zu sein. „Gerade, wenn es darum geht, langfristige und oft schwierige Themen zu behandeln, gibt es nicht viele Freiwillige“, weiß Köster aus Erfahrung. Dafür sind die Aktiven inzwischen ein eingespieltes Team. „Man muss auch ein bisschen vorsichtig sein, damit man bei aller Routine noch offen bleibt für neue Ideen und Gesichter“, so Köster.