E-Scooter wurde dem Joachim-Neander-Haus in Benrath gespendet

Spende für Seniorenheim : Das ist der Mann, der mit einem E-Scooter von Gerresheim nach Benrath bretterte

Der 80-Jährige, der auf den E-Scooter stieg und zwölf Kilometer quer durch Düsseldorf fuhr... Weil es keine andere Möglichkeit gab, das gespendete Elektromobil ins Seniorenheim zu transportieren, überführte Peter Berger es einfach selbst.

Auf dem Amaturenbrett des roten Elektromobils lässt sich die Geschwindigkeit per Drehknopf regeln. Die Optionen sind „Schildkröte“, für langsame Fahrt, und „Hase“, wenn es schneller gehen soll. Peter Berger schaltet auf „Hase“. Zwölf Kilometer sind es von Gerresheim zum Joachim-Neander-Haus in Benrath. Zwölf Kilometer, für die der 80-Jährige zwei Stunden gebraucht hat. Durch den Eller Forst ist Berger gefahren, am Unterbacher See vorbei und durch den Hasseler Wald, dann die Forststraße entlang bis zum Zentrum plus der Diakonie an der Calvinstraße in Benrath. Denn dort soll das rote Gefährt künftig den Bewohnern des Seniorenzentrums zur Verfügung stehen.

Eine Frau in Gerresheim habe den Scooter für ihre Mutter gekauft, diese sei jedoch kurz danach verstorben, so dass sich die Käuferin entschied, dass quasi neuwertige Elektromobil der Benrather Diakonie zu spenden, erzählt Margit Risthaus vom Zentrum plus. „Bei uns sollen die Bewohner des Seniorenzentrums die Möglichkeit bekommen, das Gefährt auszuprobieren.“

Und tatsächlich wird Peter Berger kurz nach seiner Ankunft in Benrath von einer Gruppe neugieriger Senioren umringt, die selbst eine Runde auf dem kleinen Scooter drehen wollen. „Das Elektromobil fährt sich super, auch auf holprigen Waldwegen, es schafft ungefähr sechs Kilometer in der Stunde und der Akku reicht auch für längere Strecken aus“, resümiert Berger nach seiner Fahrt zufrieden. Der 80-Jährige arbeitet ehrenamtlich im Repair-Café des Zentrum plus, repariert dort Elektrogeräte und kleine Maschinen. Er und seine Kollegen haben beschlossen, die Wartung und eventuelle Reparaturen für den Scooter zu übernehmen. Da sie keine Möglichkeit hatten, den Scooter von Gerresheim nach Benrath zu transportieren, hat sich Berger kurzfristig bereit erklärt, die Fahrt selbst zu übernehmen.

Margit Risthaus weiß aus Erfahrung, dass viele Menschen im Alter Angst vor dem Fahren haben. „Dabei ist ein solches Gefährt eine wunderbare Lösung für Menschen, die geistig noch fit sind, aber nicht mehr mobil“, sagt sie. Da ein neuer Elektro-Scooter mit bis zu 4000 Euro eine beachtliche Investition darstellt – und nur in Ausnahmefällen von der Krankenkasse finanziert wird – hält sie es für sinnvoll, im Seniorenzentrum ein Exemplar zum unverbindlichen Testen anzubieten. „Die wenigsten kämen von sich aus auf die Idee, ein solches Gefährt zu kaufen, aber es ist eine wirkliche Hilfe, um den Alltag wieder selbstständig bewältigen zu können“, so Risthaus.

Und die Begeisterung der Senioren ist deutlich zu erkennen: Männer und Frauen steigen nacheinander auf den Sitz des Elektromobils, Peter Berger gibt eine kurze Einführung, und los geht die Fahrt durch die Gänge und über das Gelände des Neander-Hauses. Peter Berger ist selbst noch Autofahrer, kann die Freude aber gut nachvollziehen: „Es macht auf jeden Fall Spaß, das Ding zu fahren“, sagt er.

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