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Durch die Pandemie mit Tanz, Spiel und Musik

Tanzschule Budde : Durch die Pandemie mit Tanz und Musik

Während der Lockdowns hat sich Daniela Budde mit ihrer Tanzschule neue Wege ausgedacht, um ihre Mitglieder zu halten – aber auch um ihnen eine Freude zu machen.

„Rückblickend waren die vergangenen Corona-Monate besser als gedacht“, sagt Tanzlehrerin Daniela Budde. Man habe sich weiterentwickelt, auch wenn insbesondere beim ersten Lockdown erst einmal die Welt untergegangen sei. Ihre 2006 eröffnete Tanzbar Budde laufe trotz Pandemie verhältnismäßig gut, was nicht von ungefähr komme, wie sie sagt. „Natürlich sind das schwierige Zeiten, aber man muss auch das Positive sehen und darf den Kopf nicht in den Sand stecken.“ Stattdessen gab es einen großen Schritt Richtung Digitalisierung, als das Tanzen vor Ort nicht mehr erlaubt war.

Nachdem die Tanzschule zunächst über Plattformen wie Edudip und Zoom den Unterricht übertrug, griff Budde auf die Software einer Kollegin zurück, die für ihre Bedürfnisse deutlich besser geeignet war. „Bei Zoom hatte ich zum Beispiel weniger Einfluss darauf, wer sich eingewählt hat – den Link kann man einfach weitergeben. Außerdem sind wir irgendwann an Kapazitätsgrenzen gestoßen.“ Mit der Software sei sie dann gut gerüstet in den zweiten Lockdown gestartet und konnte damit nicht nur Tanzunterricht anbieten, sondern zugleich auch gemeinsame Beschäftigung.

 Tanzkurs bei Daniela Budde (im Vordergrund).
Tanzkurs bei Daniela Budde (im Vordergrund). Foto: Anne Orthen (orth)/Anne Orthen (ort)
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„Wir haben gemeinsam Bingo oder Montagsmaler gespielt und für die Kinder was auf die Beine gestellt“, erzählt die Tanzlehrerin. Wichtig sei in diesen Monaten auch der Kontakt zu anderen Tanzschulen gewesen. „Wir haben uns ein- bis zweimal die Woche virtuell getroffen. Bei all den Sorgen hat das gutgetan, sich austauschen zu können, neue Ideen zu bekommen und sich gegenseitig ein wenig aufzubauen.“ Gemeinsam wurde die Reihe „Tanz Kultur NRW“ gegründet und ein virtuelles Programm für die Tanzschüler und Tanzschülerinnen aufgebaut. Von November bis Februar gab es per Videostream Comedy unter anderem von Margie Kinsky und Martin Zingsheim, Poetry Slam, eine Kochshow, Zauberei, ein passendes Kinderprogramm mit Volker Rosin und Tom Lehel und weiterer Abende mit verschiedenen Künstlern und Künstlerinnen. „Wir haben Geld zusammengelegt und jeder hat seinen Teil dazu beigetragen, das war eine schöne Erfahrung“, blickt Budde zurück.

Der Zusammenhalt sei nicht nur unter den Betreiberinnen und Betreibern der Tanzschulen gegeben, sondern auch bei den Mitgliedern, die die Veränderungen und Anpassungen in den meisten Fällen ohne große Beschwerden annehmen würden. „Nach dem Lockdown bis in den August hinein haben wir alle Kurse bei jedem Wetter draußen stattfinden lassen, um überhaupt tanzen zu können“, erzählt die Tanzlehrerin. Auch die nun geltende 2G-Plus-Regel werde von fast allen akzeptiert. „Dennoch gab es einen unschönen Zwischenfall mit jemandem, der mir keinen Impfnachweis vorzeigen konnte oder wollte und dann auch handgreiflich wurde – bei meinen Schülerinnen und Schülern habe ich so etwas allerdings noch nie erlebt.“ Daniela Budde selbst trägt während der Kurse eine Maske, da sie mit vielen Menschen in Kontakt kommt und niemanden gefährden möchte. „Es ist anstrengend, damit zu tanzen, aber gerade notwendig.“ Ihre Schülerinnen und Schüler seien schon vor der Plus-Regel selbstständig dazu übergegangen, sich vorab zu testen oder entsprechende Zertifikate mitzubringen – auch um mit einem sichereren Gefühl tanzen zu können. „Viele können hier ihren Alltag und die Corona-Sorgen für eine gewisse Zeit vergessen.“

Die Verantwortung, die Daniela Budde dabei trägt, sei ihr nur zu bewusst. Wochenlang sei sie mit Bauchschmerzen ins Bett, nicht selten habe es Momente gegeben, in denen „man einfach nur heulend im Studio sitzt“. Als Selbstständige nicht genau planen zu können und kurzfristige Änderungen von Vorschriften umsetzen zu müssen, sei anstrengend. So habe sie sich vor Weihnachten entschlossen, die Nikolausfeier mit den Kindern und auch den Schlemmerball ausfallen zu lassen. „Das werden wir alles im Frühjahr nachholen – und wenn ich dann einen Weihnachtsbaum dafür aufstellen muss, mache ich das eben. Wenn der Karneval im Mai sein kann, können wir auch Weihnachten im April feiern“, blickt Budde positiv in die Zukunft.

Dass es gut läuft, merkt man auch daran, dass seit dem 14. Januar ein weiterer Line Dance-Kurs angeboten wird. „Man tanzt hier nicht mit einem Partner, sondern gemeinsam in einer großen Gruppe – in einer Linie also.“ Für Corona ideal, könne man doch Abstand halten und trotzdem gemeinsam tanzen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer seien eine bunt gemischte Truppe von Mitte 20 bis über 60 Jahre. „Eine verrückte Gruppe. Zu Weihnachten habe ich einen USB-Stick an meiner Tür gefunden, auf dem Tanzvideos von ihnen in Verkleidung waren. Dieser Rückhalt und diese Kreativität geben einem ganz viel zurück.“