Düsseldorf-Süd: Diskussion um Immobilienmarkt im Benrather Schloss

Benrath : Diskussion um Immobilienmarkt im Süden

Bürger, Politiker und Experten tauschten sich im Schloss über Möglichkeiten aus, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Etwa 1500 Wohneinheiten werden in den nächsten Jahren rund um die Paulsmühle in Benrath entstehen. Auch in anderen Stadtteilen im Düsseldorfer Süden wird händeringend nach bezahlbarem Wohnraum gesucht, denn kaum ein Thema sorgt aktuell für so polarisierte Debatten wie die Wohnraumknappheit und steigenden Mietpreise. Das wurde auch auf dem Immobilien-Expertenwissen-Tag am vergangenen Samstag im Benrather Schloss deutlich. Neben der Vorstellung des neuen Immobilienberichts für den Süden Düsseldorfs von der veranstaltenden Firma Immobilien Rayak diskutierten dort auch etwa 130 Bürger mit Politikern und Verantwortlichen.

Die größte Sorge bereitete den Besuchern des Infotages die steigenden Immobilienpreise. Laut Marktbericht sind dabei im Süden Düsseldorfs vor allem die Preise für den Kauf und das Mieten von neuen Eigentumswohnungen gestiegen, während der Preis für den Kauf von Bestandsimmobilien leicht sank. Dabei gebe es jedoch je nach Stadtteil sehr starke Preisunterschiede. „Neuer Wohnraum, der preisgedämpft ist und unter zehn Euro pro Quadratmeter liegt, ist die einzige Lösung“, so Jan Stöfer vom Planungsamt.

Wie man das denn erreichen wolle, so die skeptische Frage aus dem Publikum. „Es gibt zu viele Bauvorschriften und zu hohe Baukosten“, beklagte Johann Werner Fliescher, Vorstand von Haus und Grund Düsseldorf. „Preise unter zehn Euro kann man daher aktuell leider nicht auf teurem Grund und auch nicht für die Masse realisieren“, erklärte Christoph Schork (FDP) aus der Bezirksvertretung 9 zu. Eine Möglichkeit sei unter anderem die Bildung von Genossenschaften, warf Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf (CDU) ein.

Ein anderer Bürger fragte, wie man die vielen leerstehenden Immobilien, die ihm im Düsseldorfer Süden aufgefallen seien, wieder auf den Markt bringen könne. „Von städtischer Seite gibt es da rechtlich leider keine Chance“, so Stöfer.

Immobilienmaklern Angelina Rayak schlug dagegen die Überbauung von Supermärkten und den Ausbau ungenutzter Dachgeschosse vor: „Wenn man nur jedes fünfte Haus ausbauen würde, wäre schon ein großer Schritt getan.“ Aus dem Publikum bekam sie für diese Idee große Zustimmung.

Kritisch betrachtet wurde dagegen eine mögliche Überlastung des Verkehrs durch die Neubaugebiete. „Es wird bald eine stadtteilübergreifende Bestandsaufnahme geben, um die Kapazitäten der Straßen festzustellen“, berichtete Schork. Für ihn könnten unter anderem neue Auffahrten zu Schnellstraßen und Autobahnen eine Lösung sein. Am Benrather Bahnhof müsse man zudem über ein Parkhaus für Pendler nachdenken.

„Die gute Anbindung des Bahnhofes und der Benrather Ortskern mit seinem Handel werden in Zukunft wichtiger denn je, um das Wachstum zu verkraften“, so Stöfer.„Wie soll denn die Nahversorgung in den neuen Wohngebieten sichergestellt werden?“, wollte ein Benrather wissen, der in der Paulsmühle aufgewachsen ist und dort früher mehr Einzelhandel erlebt hat. „Nördlich der Paulsmühle sind gemäß des Planungsrecht Gewerbeflächen im Erdgeschoss vorgesehen“, sagte Graf. Welche Gewerbe sich ansiedeln, darauf habe man jedoch keinen Einfluss.

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