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Düsseldorf: Stadt und Bahn streiten sich über RRX-Brücke

Schnellzug-Projekt RRX : Stadt und Bahn streiten sich über RRX-Brücke

Die Eisenbahnunterführung an der Hildener Straße muss wegen des RRX-Ausbaus neu gebaut werden. Stadt und DB liegen in dem, was sie umgesetzt haben wollen, weit auseinander. Die Bahn präferiert die schnellere und preiswerte Lösung; die Stadt möchte eine architektonisch ansprechendere Variante umgesetzt wissen.

Bis wahrscheinlich Ende des Jahrzehnts wird es dauern, bis der Schnellzug RRX im 15-Minuten-Takt die Städte Köln, Düsseldorf und Dortmund miteinander verbinden wird. Und bis dahin steht noch ganz viel Arbeit an, sowohl von Bauarbeitern an Gleisen und Bauwerken als auch Planungsarbeit von Ingenieuren. Derzeit wird am Knotenpunkt Leverkusen gearbeitet, deswegen gibt es noch bis Mitte August auf der S6-Strecke und den Nahverkehrszügen zwischen Köln und Düsseldorf derzeit auch einen Schienenersatzverkehr. Zwischen Köln-Mülheim und Benrath werden die Gleise vierspurig, von Benrath bis zum Duisburger Hauptbahnhof sechsspurig ausgebaut.

In Düsseldorf wird derzeit an vielen Ecken geplant. Bahn und Stadt müssen sich an mehreren Punkten noch einigen. Denn die DB will möglichst kostengünstig bauen, die Stadt befürchtet an der einen oder anderen Stelle deswegen eine gestalterische Katastrophe. Wenn Düsseldorf jedoch die Mehrkosten trägt, kann auch eine schönere, wenn auch jeweils teurere Lösung umgesetzt werden.

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Ein solcher Streitpunkt ist die Eisenbahnüberführung an der Hildener Straße. Im Zuge das Ausbaus soll auch der östliche Teil der bestehenden Eisenbahnüberführung zurückgebaut werden, um einen größeren Überbau zu ermöglichen, der ausreichend Platz für die beiden neuen RRX-Gleise schafft.

Hier möchte die Stadt eine Fachwerk-Variante. Diese lehnt nach Angaben der Stadt die Deutsche Bahn aber inzwischen ab, obwohl es 2019 noch von deren Vertreter hieß, dass sie auch Vorteile für die DB biete, weil diese Variante zu keinen oder nur sehr geringen Mehrkosten führen würde, heißt es in einem Bericht der Kleinen Kommision RRX an die Ratsmitglieder in der Sitzung Anfang Juli.

Von Seiten der Bahn heißt es auf Anfrage nun: „Um die optimale Bauweise zu bestimmen, wurden mehrere Varianten für den Ausbau der Eisenbahnüberführung geprüft, darunter die Fachwerkkonstruktion und die Variante ,Walzträger in Beton’. Die WiB-Konstruktion ist die vergleichsweise effizientere und gleichermaßen wirtschaftlichere Bauweise. Die Bauzeit kann vergleichsweise kurz gehalten werden und somit können die Sperrzeiten im Sinne der Verkehrsteilnehmer von Straße und Schiene gering gehalten werden.“

Auch die Kosten sprechen laut Bahn für diese Lösung. Diese koste mehrere Millionen weniger als die Fachwerklösung. Die Stadt spricht von – von der Bahn angegebenen – Mehrkosten von sieben Millionen auf dann insgesamt 17 Millionen Euro. Doch diese Argumentation hat die Mitglieder der Kleinen Kommission RRX nicht überzeugt. Deren Mitglieder verweisen auf die hohe Bedeutung des Fuß- und Radverkehrs an dieser Stelle, auch im Hinblick auf den geplanten Ausbau des benachbarten Mobilitätspunktes Bahnhof Benrath und die großen qualitativen Unterschiede beider Planungsvarianten. Die jetzige Unterführung mag man sowohl als Radfahrer als auch als Fußgänger nur ungern passieren. Jede Sekunde befürchtet man, dass einem Taubenkot auf den Kopf fällt.

Der Bahnhof und dessen Umfeld soll in den nächsten Jahren sein Gesicht komplett verändern. Unter anderem können sich die Planer vorstellen, den Busbahnhof auf die gleiche Ebene zum Bahnhofseingang zu verlegen. Doch wie soll es nun zwischen den beiden Kontrahenten weitergehen? Die von der Bahn favorisierte WiB-Variante sei für die Stadt nicht akzeptabel, heißt es klar und deutlich in Richtung Bahn. Die Mitglieder der Kleinen Kommission sprechen sich daher einstimmig für die Fachwerkvariante aus, jedoch soll die Bahn die Kosten alleine tragen.

In dem Bericht an alle Ratsmitglieder heißt es: „Da im RRX-Arbeitskreis kein Einlenken der RRX-Projektleitung erreicht werden konnte, hat die Kleine Kommission eingefordert, auf Führungsebene ein Schreiben an die DB-Spitze mit der Forderung zu richten, die vormals von der DB vorgeschlagene Planung der Fachwerklösung fortzusetzen. Andernfalls wird die Stadt gegen die von der DB nunmehr favorisierte Lösung vorgehen und die Fachwerklösung im Planfeststellungsverfahren einfordern.“ Die von der Stadt favorisierte Fachwerk-Variante dürfte nach Auffassung des städtischen Rechtsamtes der Stadt juristisch nur über ein einseitiges Verlangen der Stadt zu erlangen sein.

Die Sichtweise der Deutschen Bahn ist ebenfalls klar benannt: Bei einem sogenannten „beidseitigen Verlangen“, wie es bei der Umsetzung der Fachwerkvariante der Fall wäre, müssen sich nach Gesetz beide Kreuzungsbeteiligte, hier die Stadt Düsseldorf und die DB, die Kosten teilen. Die Wünsche der Stadt könnten daher nur umgesetzt werden, wenn sie sich an den Kosten gemäß der rechtlichen Vorgaben beteiligt, berichtet eine Bahn-Sprecherin.