Düsseldorf: Spatenstich für Elf-Millionen-Projekt

Millionen-Projekt an der Bamberger Straße : Spatenstich für Elf-Millionen-Projekt

Die Unterführung der Bamberger Straße wird tiefergelegt, um der Firma Konecranes einen Transport zum Reisholzer Hafen zu ermöglichen. Die Kosten für das Projekt hatten sich seit Beginn der Planungen stark erhöht.

Während die Vertreter der Stadt und der Firma Konecranes offiziell den ersten Spatenstich in Angriff nehmen, wird im Hintergrund schon lautstark gearbeitet: Eine Spezialfirma aus Düren sondiert mit großen Bohrern den Boden auf der Suche nach Kampfmitteln und Altlasten. Der Zeitplan ist eng gesteckt, bis Januar 2021 sollen die Arbeiten beendet sein.

„Ein wirklich spektakuläres Projekt“, sagt Baudezernentin Cornelia Zuschke. Auf einer Länge von fast 80 Metern wird die Bamberger Straße zwischen Bayreuther Straße und Süllenstraße tiefergelegt. Der Grund dafür befindet sich an der nahe gelegenen Forststraße: Dort hat das Unternehmen Konecranes seinen Sitz, ein weltweit führender Hersteller von Hafenkränen. Der Betrieb stellt in Benrath die riesigen, bis zu 120 Tonnen schweren Bauteile her, die dann auf Tiefladern zum Reisholzer Hafen transportiert und von dort in alle Welt verschifft werden. Um zum Rhein zu gelangen, müssen die Transporter derzeit auch über die Bahnanlage fahren, die über die Bamberger Straße führt. „Ein großer Aufwand“, erläutert Konecranes-Standortleiter Heribert Barlage. Die im Schritttempo fahrenden Tieflader haben nur donnerstags zwischen 1 und 1.20 Uhr nachts die Möglichkeit, die Gleise zu kreuzen. Dafür müssen die Strommasten abgeschaltet und hochgefahren werden. Ab 2021 geht das nicht mehr, dann fährt der neue Schnellzug RRX, dessen Takt auch nachts zu eng ist, um die gefahrlose Gleisüberquerung zu ermöglichen.

„Durch den RRX waren unser Standort und 350 Arbeitsplätze in Gefahr“, sagt Barlage. In langen Verhandlungen hat man sich jedoch mit der Stadt auf die nun begonnene Tieferlegung geeinigt, sodass die Transporter in Zukunft unter den Gleisen fahren können. „Die Übereinkunft war für unsere Mitarbeiter eine große Freude“, sagt Barlage.

„Wir sind froh, dass wir zu einem Ergebnis gekommen sind, mit dem alle Beteiligten leben können“, sagt Ingo Pähler vom Amt für Verkehrsmanagement, der für die Stadt an den Verhandlungen mit Konecranes beteiligt war.

Weniger glücklich sind Stadt und Betrieb jedoch mit den Kosten, die für das Projekt entstehen. Statt der ursprünglich geplanten knapp acht Millionen wird nun mit elf Millionen Euro gerechnet. Cornelia Zuschke sagt, sie habe schlucken müssen. „Die Anbieter haben uns nicht gerade die Tür eingerannt. Das Projekt erfordert extrem präzise Arbeit und viele Sicherheitsvorkehrungen, da auf der Bahnstrecke ja weiter Züge fahren.“ Konecranes und die Stadt Düsseldorf haben sich, so Zuschke, auf eine Aufteilung der Kosten geeinigt, weitere Unterstützung kommt vom Land.

„Unsere Stadt wächst, und die Infrastruktur kommt an ihre Grenzen“, berichtet die Dezernentin. Projekte wie das an der Bamberger Straße seien nötig, um Düsseldorf auch als attraktiven Industriestandort zu erhalten.

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