Düsseldorf: RRX ist eine Chance für den Benrather Bahnhof

Radstation für den Benrather Bahnhof geplant : RRX ist eine Chance für den Bahnhof

Rund 20 Millionen Euro könnten in den nächsten Jahren in die Aufwertung des Benrather Haltepunktes gesteckt werden. Unter anderem, so schlägt ein Planungsbüro vor, sollen eine Radstation und ein Fahrradturm gebaut werden.

In der Landeshauptstadt steigen nur am Düsseldorfer Hauptbahnhof mehr Menschen in und aus Zügen als am Benrather Bahnhof. Täglich sind es über 30.000 Reisende. Wenn Benrath nun Haltepunkt wird für den Schnellzug RRX dann steigt die Passagierzahl weiter an.

Die Ausbauplanung der Deutschen Bahn für den Bahnhof zum RRX-Halt nimmt die Stadt nun zum Anlass, größer zu denken. Hintergrund ist, dass, wie die beauftragten Planer des Büros StadtLandBahn dargelegt haben, der Haltepunkt „strukturelle, funktionale und gestalterische Defizite aufweist“ und weder den Ansprüchen eines RRX-Halts noch den Anforderungen an eine Stadtteilverbindung genüge. Damit der Schnellzug, der frühestens ab 2030 im 15-Minutentakt von Köln über Düsseldorf nach Dortmund fahren soll, überhaupt in Benrath halten kann, muss umgebaut werden.

Dabei geht es nicht alleine um die Bahnsteige, der Bahnhof soll als großes Ganzes gesehen werden: barrierefreie Bahnsteigerschließungen, Optimierung der Fuß- und Radwegebeziehungen, die Umgestaltung des östlich gelegenen P+R-Parkplatzes, die Planung einer Fahrradstation sowie die Freiraum- und Platzgestaltung. Am Freitag, 5.April, diskutiert die Bezirksvertretung 9 ab 16 Uhr im Benrather Rathaus über den von den Planern ausgearbeiteten Masterplan.

Unter anderem mit diesen Themen haben sich die Planer befasst: Der Paulsmühlentunnel, im Volksmund Angströhre genannt, soll neu gebaut werden. Dadurch, dass die Gütergleise wegfallen können (weil das ThyssenKrupp-Werk seine Arbeit eingestellt hat) kann die Unterführung auf 36 Meter verkürzt werden. Dafür wird sie neun Meter breit. Von der Unterführung aus soll eine Zuwegung zu dem Bahnsteig erfolgen, von dem der RRX abfährt. Eine Anbindung zum S-Bahn-Steig funktioniert leider nicht.

Das Planungsbüro hat zwei Varianten erarbeitet, eine ist bestandsorientiert, die andere innovativ. Letztere kann aber nur dann umgesetzt werden, wenn dafür auch das Grundstück des Kfz-Betriebes an der Telleringstraße zur Verfügung steht. Preislich liegen die beiden Varianten kaum auseinander, bei beiden haben die Planer eine Umsetzungssumme von rund 20 Millionen Euro angesetzt.

In beiden Varianten soll der Bahnhof eine Radstation (auf der Westseite) bekommen. Bei einer Befragung im Sommer 2018 kam heraus, dass schon jetzt jeder fünfte Bahnnutzer mit dem Rad kommt, es aber zu wenig Abstellmöglichkeiten gibt. Bislang gibt es 17 vermietete Fahrradboxen, auf der Warteliste stehen 100 Personen. Deswegen schlagen die Planer eine Radstation mit 240 geschützten Plätzen sowie weiteren 600 ungeschützten Abstellplätzen vor sowie einer Reparaturstation und einem Radverleih. Auf der Ostseite soll es einen vollautomatischen Fahrrad-Parkturm mit 120 Stellplätzen geben.

Mehr von RP ONLINE