Düsseldorf: Neunjähriger Schüler aus Benrath ist Tennis-Weltmeister

Nachwuchstalent bei der TSG Benrath : Der neunjährige Jou ist Weltmeister

Das Benrather Tennistalent hat bereits ein Angebot von einer US-amerikanischen Tennisakademie bekommen.

Weltmeister ist er schon, der neunjährige Benrather Jou Gnjidic. Gekrönt hat er sich mit diesem Titel im Sommer 2018 beim Finalturnier des Champion Bowl im kroatischen Umag, wo er selbst von der internationalen Konkurrenz aus Kroatien, Niederlande, Russland und der Ukraine nicht zu bezwingen war. Ohne Satzverlust hatte Jou die Endspielbegegnung erreicht und sich gegen seinen gleichaltrigen Landsmann Nicholas Pfäfflin – sein derzeit wohl stärksten Widersacher – mit 5:4 und 5:1 klar durchgesetzt.

Nicht erst dieser Titelgewinn hat Jous hohen Anspruch untermauert: „Ich will Tennis-Profi werden.“ Und um dieses große Ziel zu erreichen, hat sich Jou mit dem aktuellen Weltranglisten-Ersten und vierfachen Wimbledon-Gewinner Novak Djokovic auch gleich das passende Vorbild ausgesucht. „Djokovic ist ein toller Typ und besitzt eine gute Vorhand“, begründet der Viertklässler von der Garather Montessori-Grundschule seine Idol-Wahl. Sport ist natürlich Jous Lieblingsfach. Doch auch in Mathe kann er als Einser-Schüler glänzen.

Zum Tennis ist Jou erst im Alter von sechs Jahren gekommen. Sein um ein Jahr älterer und ebenfalls sehr talentierter Bruder Calvin hat ihn animiert, den Schläger zu schwingen. Papa Marco und Mama Yang waren erstaunt, wie sich Jou in kurzer Zeit vom blutigen Anfänger zu einem vielversprechenden Jung-Crack entwickelte. „Ich will immer gewinnen“, lautet das Motto des gegenwärtig 1,42 Meter großen Rechtshänders. Und seine bisherigen Erfolge können sich wahrlich sehen lassen. Bei den Deutschen Meisterschaften in München beispielsweise belegte Jou Platz eins. Und das Sichtungsturnier des Deutschen Tennisbundes 2018 in Detmold, wo 700 Nachwuchstalente der Altersklassen U9 bis U12 aus insgesamt 18 Landesverbänden ihr Können präsentierten, könnte für Jou als Drittbestem von 64 Teilnehmern seiner Altersklasse ein schicksalhafter Fingerzeig gewesen sein: Schon für Deutschlands Tennis-Legenden Boris Becker und Steffi Graf sowie Angelique Kerber und Alexander Zwerev war ein erfolgreiches Abschneiden bei dieser alljährlichen Talentschau des DTB der Ausgangspunkt für eine Ausnahme-Karriere.

Jou, dessen Lieblingsspeise das „Sportler-Gericht“ Spaghetti-Bolognese ist, verachtet auch gehobene Leckereien wie Muscheln und Scampi nicht, die für ihn aber nur beim Besuch in Kroatien von Oma Zlata frisch aufgetischt werden. Darüber hinaus gibt sich der Weltmeister ziemlich alterstypisch, etwa wenn er sich zu seinem Geburtstag im Mai sehnlichst einen Colli wünscht. „Ein unerfüllbarer Wunsch“, wie Papa Marco aber sogleich alle Hoffnung dämpft. „Ein Hund ist nichts für eine Etagenwohnung.“

Vielleicht klappt’s mit dem Colli später einmal. Jous Tennistalent jedenfalls ist unbestritten. Scouts der bekannten US-amerikanischen Tennisakademie von Rick Mazzi, wo einst Tennisgrößen wie Venus und Serena Williams sowie Andy Roddick trainierten, haben die Düsseldorfer Brüder längst auf dem Schirm und nach einem Trainingsaufenthalt in Florida prompt eine Aufnahme in die Akademie in Aussicht gestellt.

An dieser Stelle allerdings verdüstert sich Jous Gesicht. „Uns fehlen einfach die finanziellen Mittel, diese Chance wahrzunehmen“, erklärt Marco Gnjidic. Denn er müsste seinen Filius in die USA begleiten. Folglich ist derzeit offen, ob Jous großer Traum von einer erfolgreichen Tenniskarriere in Erfüllung gehen wird. Papa Marco weiß: „Ein Sponsor wäre unsere Rettung.“

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