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Düsseldorf: Im Schlosspark Benrath wird eine über 200 Jahre alte Blutbuche gefällt

Schlosspark in Düsseldorf-Benrath : Jahrhunderte alter Baum muss gefällt werden

Weil der mehr als 200 Jahre alte Baum von einem Pilz befallen ist, muss er gefällt werden. Er stammt noch aus der Zeit, als der Gartenarchitekt Maximilian Weyhe den Englischen Garten im Schlosspark angelegt hat.

Wenn in dieser Woche die letzte alte Blutbuche im Schlosspark gefällt wird, dann erst lässt sich ihr Alter ganz genau bestimmen. Auf 200 bis 220 Jahre schätzen Mitarbeiter des Gartenamts den Baum, den noch der berühmte Gartenarchitekt Maximilian Weyhe im Englischen Garten des Schlossparks dort vorgesehen hatte.

Mit seinen dunkelroten Blättern, die sich im Herbst grün färben, diente er bei der Gestaltung des Gartens als Blickfang. Etwa 300 bis maximal 350 Jahre alt könne so eine Blutbuche werden, sagt Manfred Otto, Abteilungsleiter für Grünunterhaltung im Gartenamt.

Das war dem Baum nicht vergönnt. Schon seit einigen Jahren ist er von einem Riesenporling befallen. Zuletzt trug die Blutbuche nur noch spärlich Laub. Auch der heiße Sommer hatte ihr zugesetzt. Der Riesenporling ist ein Pilz, der Wurzelfäule erzeugt.

Rund um den Stamm der Blutbuche hat sich der Riesensporling ausgebreitet, ein Pilz, der die Wurzeln des Baumes zersetzt. Foto: Sonja Schmitz

Pilzsporen befinden sich überall in der Luft, auf und in dem Boden, erklärt Otto, etwa wie beim Feinstaub müsse man sich das vorstellen. Gesunde Bäume hätten die Kraft, sich gegen die Ausbreitung des Pilzes abzuschotten. Wenn aber ein Baum eine Grundschwächung aufweise, dann wächst der Pilz und zersetzt die Wurzeln. Eine Gegenmaßnahme gebe es nicht, erklärt Ralf Kauertz, Parkleiter des Gartenamts für den Schlosspark Benrath. Auf diese Weise ist die Standfestigkeit des Baum bedroht. Experten sprechen dann davon, dass die Verkehrssicherheit gefährdet ist. Die Fällung ist unausweichlich.

Bereits vor geraumer Zeit hat das Gartenamt Setzlinge von der Blutbuche veredelt. Sie sind Teil eines Genpools der alten Bäume, die noch aus der Zeit von Maximilian Weyhe stammen. Allerdings sind diese Setzlinge noch zu klein, um den alten Baum zu ersetzen: Gerade einmal 80 Zentimeter hoch seien sie, berichtet Kauertz.

Deshalb wird künftig eine etwa zehn bis zwölf Jahre alte und vier bis fünf Meter große Blutbuche aus der Baumschule des Gartenamts den Platz des alten Baumes einnehmen. Nach der Fällung werde der Stumpf ausgefräst und die Baumgrube großzügig ausgehoben, damit auch der Riesenporling beseitigt wird. „Die beste Pflanzzeit ist im Winter“, sagt Kauertz, weil dann kein Laub mehr am Baum ist.

Mit der alten Blutbuche verschwindet ein imposanter Baum, der am unteren Stamm einen markanten Wulst aufweist. Wahrscheinlich sei dieser entstanden, nachdem man dort Äste abgeschnitten habe, vermutet Parkleiter Kauertz. Eine weitere Blutbuche aus der Zeit von Maximilian Weyhe hatte am Eingang des Französischen Garten gestanden. Sie musste nach dem Sturm Ela entfernt werden. Auch wenn es bedauerlich sei, einen so alten Baum zu fällen, sagt Kauertz, sei dies eben eine Chance für einen anderen Baum, groß zu werden. Das ganz normale Kommen und Gehen in der Natur.