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Düsseldorf: Die Paulsmühle bekommt eine Max-Schmeling-Straße

Ehemaliger Boxweltmeister wird geehrt : Die Paulsmühle bekommt eine Max-Schmeling-Straße

Am Sonntag, 2. Februar, gibt es an der Telleringstraße eine Feier. Auch Oberbürgermeister Thomas Geisel kommt in die Paulsmühle.

Max Schmeling zählt zu den bekanntesten deutschen Boxern des 20. Jahrhunderts. Viele Freunde des Boxsports kennen ihn, wissen, dass er Weltmeister im Schwergewicht war und seine internationale Karriere in New York begann. Was jedoch wenigen bekannt ist: Seine ersten Erfahrungen im Ring sammelte Schmeling in Benrath, genauer in der Paulsmühle, und seinen ersten Profikampf bestritt er in der Düsseldorfer Tonhalle. Am 2. Februar, seinem 15. Todestag, wird ihm zu Ehren eine Straße im neuen Wohngebiet Mühlenquartier benannt.

Der in der Uckermark geborene Schmeling kam 1922 nach Düsseldorf. Das Rheinland war damals eine der Hochburgen des Boxsports in Deutschland. Schmeling musste die ersten Nächte auf einer Parkbank im Südpark verbringen, fand jedoch bald Arbeit als Brunnenbauer in Benrath – und mit dem Stemmclub Gleichheit an der Ecke Telleringstraße und Paulsmühlenstraße eine erste sportliche Heimat.

Nach zwei Jahren zog es den Boxer weg aus Düsseldorf, nach Köln, wo er an seinem sportlichen Durchbruch arbeitete. Er erinnerte sich stets an seine Anfänge im Düsseldorfer Süden, zudem blieb Schmeling in Kontakt zu Sportlern und Freunden.

Das Benrather Heimatarchiv hat die Vergangenheit Max Schmelings in der Paulsmühle intensiv erforscht und sich auch bei der lokalen Politik für die Ehrung des Boxers mit einem Straßennamen eingesetzt. Diesen hat die zuständige Bezirksvertretung beschlossen. Die Max-Schmeling-Straße wird im neuen Wohngebiet direkt auf der Rückseite der alten Eissporthalle verlaufen und in die Telleringstraße einmünden.

Eine der treibenden Kräfte hinter der Benennung war der Paulsmühler Andreas Vogt. „Mich fasziniert die Person Schmeling“, sagt Vogt. So hat sich der Boxer unter anderem während des NS-Regimes dem Befehl widersetzt, die Beziehung zu seiner tschechischen Frau und seinem jüdischen Manager abzubrechen. Auch distanzierte sich Schmeling davon, seine Siege als, wie von der Nazipropaganda verkündet, „Beweis für die Überlegenheit der deutschen Rasse“ gelten zu lassen.

Am Sonntag, 2. Februar, wird es eine Feier zur Enthüllung des Straßenschilds geben. Neben Oberbürgermeister Thomas Geisel werden der Düsseldorfer Profiboxer Robert Tlatlik sowie Vertreter des Heimatarchivs anwesend sein, die viel Historisches über Schmelings Leben in Benrath recherchiert haben. Die Boxschule Freudenreich sorgt für ein Rahmenprogramm, und auch die Boxlegende Henry Maske wurde eingeladen – der „Gentleman“ verkörperte Max Schmeling im gleichnamigen Film. Ob er kommt, steht noch nicht fest.

Die Straßenbenennung beginnt um 12 Uhr gegenüber der Telleringstraße 16a, im Anschluss gibt es im Bürgerhaus Benrath eine Veranstaltung mit vielen Informationen über die Boxlegende. Unter anderem wird dort der Autor Jörg Marenski aus seinem neuen Krimi lesen, den er über Max Schmelings Zeit in Benrath geschrieben hat. Für die Teilnahme wird um eine Anmeldung per Mail  avogt@web.de gebeten.