Düsseldorf: Daumen drücken für Chor Encore beim WDR-Chorwettbewerb

Chor des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums singt im WDR-Wettbewerb : Daumen drücken und für Encore anrufen

Der Chor des Annette-Gymnasiums möchte heute im Wettbewerb „Bester Chor im Westen“ den Sprung ins Finale schaffen.

Was für ein großartiger Erfolg: Encore – einer von vier Chören des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums – hat es ins Halbfinale des Wettbewerbs „Der beste Chor im Westen“ geschafft. Heute stellen sich die 60 begeisterten jungen Pop-Sänger der zweiten Runde live im WDR. Um 20.15 Uhr heißt es also Daumen drücken und das Smartphone oder Telefon in Reichweite legen: Der Sender beteiligt die Zuschauer an der Abstimmung, welcher Chor ins Finale kommt. Die Nummer wird während der Sendung eingeblendet. Beim Vorentscheid setzte sich „Encore“ mit einer A-cappella-Version des Rammstein-Songs „Engel“ gegen neun Konkurrenten durch.

„Wir haben mit 400 Sängern in einem Raum gewartet. Es war so laut, dass wir das Ergebnis fast überhört hätten“, erzählt Chorleiter Ralph Erkelenz. Dann bracht der Jubel los. „Wir waren total glücklich, haben geschrien und sind uns in die Arme gefallen, wir sind fast ausgerastet“, beschreibt Finja Schargitz den Moment. „Das war ein tolles Gefühl, aber erst einmal bin ich sprachlos gewesen“, erinnert sich Sophie Exner. „Wir werden bestimmt ganz, ganz lange daran zurückdenken“, ist sich Ralph Erkelenz sicher.

Die Idee für die Teilnahme an dem populären Wettbewerb kam während einer Chorfreizeit im Sommer. Das spontan gedrehte Bewerbungs-Video ging kurz vor Ende der Frist auf den Weg. „Ich war mir im Vorfeld nicht sicher, ob der Aufwand für uns als Schulchor gerechtfertigt ist“, erklärt Erkelenz. Der Zeitaufwand, sagt er, sei enorm. Seit Sommer sind einmal wöchentlich abends zweieinhalb Stunden angesetzt, zahlreiche Proben kämen hinzu. Allein fünfeinhalb Stunden drehte der WDR für das Chorportrait. „Eine ganze Reihe der Schüler steht kurz vor dem Abitur, andere schreiben viele Klausuren. Dass sie trotz allem die Sonder-Chorproben schaffen, ist eine großartige Leistung“, lobt Erkelenz. Malte Leps weiß warum, er sagt: „Unsere Chorprobe ist ein echter Lichtblick an einem stressigen Tag. Der Chor ist eine tolle Gemeinschaft.“

Bei der Bewerbung reichten sie neun Songvorschläge ein, für jede Show drei. Die Wahl trifft der WDR und der wünschte sich für den Vorentscheid den Rammstein-Song „Engel“. „Da gab es viele komplizierte Stellen, das ist kein Standard-Chorwerk“, erklärt Sophie Exner zum Sound. „Ich konnte mir zuerst nicht vorstellen, den Song singen zu können“, sagt Martin Sokolov. Die Übertragung des Vorentscheids wurde vergangenen Freitag gesendet, es war eine Aufzeichnung. Zeit zum Jubeln gab es, aber zum Feiern noch nicht. „Engel“ war gestern. „Jetzt heißt es nur weiter und nicht ausruhen“, sagt Finja Schargitz strahlend. Beim Proben sprengt die geballte Energie fast den Raum. Stets an der Seite des Chores ist Stimmbildnerin Britta von Anklang: Dynamik, Choreografie, Gesang, Kostüme und Make-up – sie hat alle Hände voll zu tun. „2,37 Minuten, na ja, das geht so“, kommentiert sie mit Blick auf die Stoppuhr die Probe des Songs.

Für die Annette-Sänger ist der Name ihres Chores ist heute Abend Programm. „Encore“ ist ein französischer Begriff für „noch einmal“ oder „immer noch“. „Die Engländer rufen ‚Encore‘, wenn sie eine Zugabe verlangen“, erklärt Ralph Erkelenz. Der Pop-Chor des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums wünscht sich für heute Abend ganz fest „Encore“ – denn wenn das passiert, dann haben es die 60 Power-Sänger ins Finale geschafft.