Düsseldorf: Bunter Karnevalszug durch die Paulsmühle

Veedelszug der Paulsmühler Jecken : Bunter Zug durch die Paulsmühle

Oberbürgermeister Thomas Geisel gab am Samstagnachmittag den Startschuss für den Veedelszug.

Die Jecken führen am Samstag das Regiment in Paulsmühle und ganz besonders der Nachwuchs. Feuerwehrmänner, Pokemons, Skelette, FBI-Agenten und zahlreiche „Zoo-Tiere“ säumen die Strecke des Veedelszochs. Wenn es Orden für Kostüme gäbe, wäre Familie Shamon sicher mit dabei. Jenny als Indianerin, Vater Hawal als Scheich. Der sechsjährige Emil im Löwenkostüm, die vierjährige Tabahta als Hai und ihre Zwillingsschwester Josefine als Schmetterling – alle in herrlicher Maske. „Die Mama hat uns geschminkt“, verrät Emil. „Ungefähr eine halbe Stunde pro Maske brauchte ich, aber die Kinder hatten die Ideen“, sagt Jenny Shamon.

Starthilfe für den Veedelszoch leistet um 14.11 Uhr Oberbürgermeister Thomas Geisel. „Es ist toll, dass ihm solche Traditionen wichtig sind“, sagt Michael Geier von den Paulsmühler Jecken. Die Pauslmühler Jecken feiern närrischen Geburtstag: Sie sind vier mal elf Jahre. Traditionell läuft der närrische Schutzmann mit stolzer Pickelhaube vornweg. Jecke nachbarschaftliche Zoch-Verstärkung bekommen die Paulsmühler von „Wir sind Mönchgraben“, den „Benrather Schloßgeistern“, den „Reisholzer Quatschköpp“ und den Schlossnarren samt Schlossgrafenpaar und anderen mehr. Eltern und Kinder der Grundschule Einsiedelstraße ziehen als Gartenzwerge mit bauschigen Wattebärten vorüber, die Gemeinschaft „Am Grünhof“ steckt als „Weinreben“ in Massen grüner Luftballons und der „Lauftreff-Süd“ in azurblauen Clown-Outfits. Kamelle-Regen gibt’s reichlich. Musikalisch verursachen die „Japanische Blaskapelle“ und die Schweizer „Sambaschränzer Buebädorf“ ein wahres Straßenbeben.

„Wir kamen früher aus Benrath und jetzt aus Garath, aus Verbundenheit und weil es so kinderfreundlich ist“, sagt Birgit Oblack im Hexenkostüm: „Bei den Kleinen geben sie die Süßigkeit direkt in die Hand.“ Mauchle ist im Safari-Look als „Park-Ranger“ mit Ehemann Richard als Prinz und Sohn Joshua als Feuerwehrmann unterwegs. „Ich komme seit 40 Jahren, früher mit meinen Eltern und jetzt mit meiner Familie“, sagt die Benratherin. „Man trifft Freunde und Bekannte, ohne sich zu verabreden“, meint sie. Wer glaubt, nach dem Zoch ist alles vorbei, der kennt die Paulsmühler nicht. Überall sammeln sich Jecke, das Fässchen vor der Türe geparkt, beim Bunker tobt nicht nur die Musik, die Kreuzung ist in Narrenhand.

Michael Geier ist froh über treue Sponsoren. Pi mal Daumen kostet der Zug rund 7500 Euro. „Viele Paulsmühler steuern was dazu, wenn wir von Haus zu Haus sammeln gehen“, erklärt Geier. Weitere Sponsoren, von der Brauerei über den Lauftreff bis zu den Unternehmen, die mit Lkw als Sperren für die Sicherheit sorgen. „Das ist Heimatgefühl“, bringt Sandra Rzewnicki das Geheimnis des Paulsmühler Veedelzochs auf den Punkt.