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Düsseldorf: Bürger fordern Tempo 80 an der A 59

Verkehr in Benrath : Düsseldorfer Bürger fordern Tempo 80 an der A 59

An der A59 in Düsseldorf soll ab 2024 der Lärm reduziert werden. Anwohner der Paulsmühle fordern, dass bis dahin die Höchstgeschwindigkeit reduziert wird. Sie leiden seit Jahren unter immer mehr Verkehr.

Die Anwohner der A59 fordern es schon seit Jahren, die Bezirksvertretung hat es schon beschlossen und vor Kurzem hat auch die zuständige Autobahn GmbH des Bundes ihre Pläne per Hauswurfsendung an die Anwohner verkündet. Dass auf dem Teilstück der Autobahn A59 auf Höhe der Benrather Paulsmühle etwas für den Lärmschutz getan werden muss, darüber sind sich alle Beteiligten einig. Auf das Vorhaben, wann und wie es geschehen soll, reagieren die Bewohner der Paulsmühle jedoch mit Kritik.

Denn die Angaben, die die Autobahn GmbH für die Sanierung des rund zwölf Kilometer langen Teilstücks zwischen Düsseldorf und Monheim macht, sind recht vage: Die Arbeiten sollen „frühestens 2024“ beginnen und „mehrere Jahre“ dauern. In diesem Rahmen werden 18 Brücken in Stand gesetzt und die aktuelle Betonfahrbahn durch einen neuen Belag aus lärmarmem Asphalt ersetzt, außerdem werden Lärmschutzanlagen ausgetauscht und neu gebaut. Grund dafür sind auch neue Richtlinien für den Lärmschutz, die 2021 erlassen wurden, und 2020 neu festgelegte Maximalwerte für den Lärm.

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Dass die Autobahn GmbH aktiv werden will, begrüßen die Bewohner der Benrather Paulsmühle sehr. Hier reicht die Wohnbebauung teils weniger als 100 Meter an die Autobahn heran, selbst bei geringem Verkehr ist immer etwas zu hören, zu den Stoßzeiten ist der Lärm eine ständige Belastung. „Jeder hier kennt den Sonntagsfahrer, einen Motorradfahrer, der sonntags früh morgens ein paar Mal mit vollem Tempo in Richtung Monheim und zurück fährt“, sagt Antje Peth-Anders, die in der Siedlung unmittelbar an der Autobahn wohnt. Sie weiß auch von Menschen aus der Nachbarschaft zu berichten, die wegen der anhaltenden Geräuschkulisse bereits weggezogen sind. „Dass hier nun etwas geschieht, ist dringend überfällig, denn auch der Betreiber gibt ja an, dass die A59 hier nicht den aktuellen Anforderungen entspricht“, so Peth-Anders.

Was sie und ihre Nachbarn jedoch ärgert, ist, dass noch mindestens zwei Jahre vergehen werden, bis die Arbeiten überhaupt anfangen. Daher fordern die Bewohner der Paulsmühle, dass bis dahin eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingerichtet wird – 80 Stundenkilometer, schneller sollen Fahrzeuge so nah an der Wohnsiedlung nicht fahren dürfen. „Das geht schnell, kostet nicht viel und entspannt die Lage für uns, bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist“, so die Anwohnerin.

Dem stimmt auch Elke Nowak zu. Sie ist Mitglied der Bürgerinitiative „Lebenswerte Paulsmühle“ und leidet ebenfalls unter dem Verkehrslärm. Bereits vor acht Jahren wurden vor Ort Unterschriften zur Lärmbekämpfung gesammelt. „Unser Quartier wächst ja, und der Verkehr rund um die Siedlung wird in den kommenden Jahren noch zunehmen“, sagt sie mit Blick auf die verschiedenen Neubaugebiete im Stadtteil. Auch Nowak hält eine Geschwindigkeitsbegrenzung für eine gute Lösung, zumal diese in Gegenrichtung wegen Fahrbahnschäden bereits gegeben sei. Zwei Kilometer südlich der Paulsmühle hingegen gebe es keine nahe Bebauung mehr, da könne dann die Begrenzung aufgehoben werden. Die Paulsmühler fordern, dass schnell etwas getan werden muss. Denn im Frühjahr und Sommer stören sie – neben dem üblichen Berufs- und Lastverkehr – auch die Motorradfahrer, die aus Düsseldorf und Umgebung in die Eifel unterwegs sind und auf der geraden Strecke schon früh morgens Vollgas geben. „Das ist für uns eine Belastung und auf Dauer eine Gesundheitsgefährdung“, sagt Antje Peth-Anders.

Verantwortlich für eine entsprechende Umsetzung ist die Autobahn GmbH, die den Betrieb der Straßen von Straßen NRW übernommen hat. Von dieser heißt es, dass eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit nicht ohne Weiteres zu realisieren sei. Neben den Belangen der Anwohner seien auch die des Autobahnverkehrs zu berücksichtigen. „Ob im konkreten Fall der A59 rechtlich eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit bis zum Baubeginn möglich wäre, lässt sich also erst aufbauend auf den Ergebnissen der lärmtechnischen Berechnung sagen, die aktuell für die Planung der Lärmschutzanlagen durchgeführt wird. Mit diesen Ergebnissen wird in der 2. Jahreshälfte 2022 gerechnet“, sagt eine Sprecherin der Autobahn GmbH auf Nachfrage unserer Redaktion. Selbst wenn dabei herauskäme, dass eine Reduzierung der zulässigen Geschwindigkeit angebracht sei, sei jedoch mit deren Umsetzung aufgrund des nötigen Verwaltungsaufwandes nicht wesentlich vor Baustart zu rechnen. Ganz ausgeschlossen sei eine solche Maßnahme aber nicht. Doch bis auf weiteres müssen sich die Anwohner der Paulsmühle wohl noch mit dem Verkehrslärm abfinden.