Düsseldorf: Benrather Eishalle unter neuer Leitung von Anja Mathis

Eishalle in der Paulsmühle : Anja Mathis leitet die Benrather Eishalle

Zum Jahresanfang hat die „Stiftung Eissporthalle Düsseldorf-Benrath“ den Betrieb der Eishalle in der Paulsmühle übernommen. Die Arbeiten am Ersatzneubau sollen bald starten. Am 3. April endet die aktuelle Laufzeit.

Mit dem Eislaufen tut sich Anja Mathis noch ein wenig schwer, das gesteht die neue Leiterin der Benrather Eissporthalle freimütig ein. „Ich übe aber fleißig“, sagt die frühere Leiterin des Bereichs Marketing, Events und Kommunikation der Stiftung Schloss und Park Benrath. Diese Aufgabe hat sie nun zum Jahresbeginn komplett aufgegeben, um sich voll und ganz auf den neuen Job zu konzentrieren.

Mathis hat Manfred Otto abgelöst, der für die Eishallen-Stiftung der Sparkasse über 20 Jahre die Eishalle in der Paulsmühle leitete. Zweimal kam der 76-Jährige dafür sogar aus dem Ruhestand zurück; doch zum 31. Dezember war nun für ihn endgültig Schluss. Das passte auch zeitlich gut mit dem Übergang in eine neue Stiftung unter neuer Führung. Nicolas Maas, Kaufmännischer Vorstand der Stiftung Schloss und Park Benrath, ist nun auch der Vorstand der „Stiftung Eissporthalle Düsseldorf-Benrath“, die die Arbeit der bisherigen Sparkassen-Stiftung in kommunaler Verantwortung weiterführt. Schon 2015 hatte sich die Sparkasse aus der Weiterfinanzierung der Eishallenstiftung herausziehen wollen.

Mitten in die aktuelle Eislaufsaison, die am Freitag, 3. April, mit der obligatorischen Schaumparty endet, ist Anja Mathis in den Job eingestiegen. Eigentlich hätte dieses Frühjahr auch die Eishalle an der Paulsmühle für immer schließen sollen. Doch da es, wie alle versichern, einen nahtlosen Übergang zwischen der alten und der neuen Eishalle, die an der Kappeler Straße gebaut wird, geben soll, wird die über 40 Jahre alte Sporteinrichtung in der Paulsmühle nach den Sommerferien wohl erst mal wieder eröffnen. Da die Ferien in NRW in diesem Jahr früh sind, können Eislauffreunde bereits ab Mitte August wieder ihre Runden drehen.

Am Bauplatz des Ersatzstandortes an der Kappeler Straße soll es in diesem Monat endlich losgehen, in den vergangenen Tagen liefen noch vorbereitende Arbeiten. Beim ersten Spatenstich, der schon im September 2019 war, hatte der Zeitplan noch so ausgesehen, dass die neue Eishalle Ende des Jahres hätte fertig sein sollen. Doch davon geht derzeit keiner aus.

Und so arbeitet sich Anja Mathis weiter am alten Standort ein. Hat hier auch schon begonnen, zu lernen, wie man mit der Eismaschine fährt, auch wenn sie, wie sie sagt, dabei noch kein Eis gemacht habe: „Ich möchte wissen, wie das geht.“ Sie interessiert sich für die Technik im Haus. Da kommt ihr zupass, dass sie sich wegen ihres alten Arbeitsbereichs mit der Organisation von Events sich auch in der Veranstaltungstechnik auskennt.

In den ersten Tagen ihres neuen Jobs sei es ihr wichtig gewesen, mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Die meisten von ihnen sind schon viele Jahre dabei und mussten erleben, dass sie monatelang nicht wussten, wie es bei einer Abgabe der Stiftung durch die Sparkasse mit ihnen weitergeht. Mathis schenkt ihnen ihr Vertrauen: „Die wissen alle, was sie tun. Das Team und die Abläufe sind eingespielt, warum sollte ich da jetzt etwas ändern.“ Anders wird es dann am neuen Standort aussehen. Das hat sie natürlich jetzt schon auf der Agenda. Dafür tingelt sie derzeit durch die Lande und schaut sich andere Eishallen an und hat auch mit den beiden früheren Leitern der Benrather Eishalle, Manfred Otto und Jürgen Schmitz, geredet. Die neue Einrichtung soll auch über die Sommermonate bespielt werden. Ob auch mit Eis, das, so Mathis, sei noch nicht klar und hänge natürlich auch davon ab, ob sich das finanzieren lässt. Aber die neue Eishalle würde sich auch für Veranstaltungen auf dem Trockenen eignen. Anja Mathis würde sich wünschen, für den defizitären Betrieb einer Einrichtung wie einer Eishalle mehr Sponsoren zu finden: „Wir wollen natürlich die Stadt als unseren Zuschussgeber nicht über Gebühr strapazieren.“ Das bedeute aber nicht, dass die Eintrittspreise angehoben würden. „Das ist nicht geplant“, sagt Mathis. Kinder und Jugendliche zahlen 2,50 Euro, Erwachsene 4 Euro. Die Eishalle hat schon einen neuen Internetauftritt; dieser ist unter der Adresse eissporthalle-duesseldorf.de zu finden.

Stiftungsvorstand Nicolas Maas lässt seine Geschäftsführerin machen. Sie sei die Frau für das operative Geschäft, sagt er. Aber ist es eigentlich sinnvoll, dass eine Stiftung, die den Erhalt der Schlossanlage zum Thema hat, auch eine Eishalle betreibt? Da sind sich Maas und Mathis einig: Beide Einrichtungen sind Ausflugsziele und sprechen noch unterschiedliche Klientel an. Das, so Mathis, könne man in beide Richtungen nutzen. Dabei denkt sie auch an Veranstaltungen wie Kindergeburtstage. Und dann ist da so etwas Profanes wie Parkmöglichkeiten. „Jetzt können wir für unseren Schloss-Weihnachtsmarkt endlich Busunternehmen anschreiben. Die können den Bus auf dem Eishallen-Gelände parken, während die Reisegäste über den Markt schlendern.