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Düsseldorf​: Benrather Ärzte retten Bein​ von afghanischem Jungen

Medizin in Düsseldorf : Benrather Ärzte retten Abids Bein

Über die Organisation Friedensdorf International war der Neunjährige im Frühjahr nach Düsseldorf gekommen, um hier behandelt zu werden. Der Junge aus Afghanistan hatte sich vor drei Jahren das Bein gebrochen.

Überall auf der Welt spielen Kinder Fußball, egal ob im englischen Mutterland des Rasensports, in Deutschland oder auch in Afghanistan. Wenn der neunjährige Abid im November in seine Heimatzurückkehrtt, dann kann er seinen drei Geschwistern zeigen, wie gut er inzwischen mit dem Ball umgehen kann.

Denn das ist keine Selbstverständlichkeit: Im Frühjahr wurde er über eine Aktion des Friedensdorfs International nach Deutschland geflogen, weil sich nach einer drei Jahre alten Fraktur des Oberschenkels eine schwere Infektion im Bein entwickelt hatte. Im behandelnden Sana-Krankenhaus in Benrath war lange nicht klar, ob das Bein bis zum Hüftknochen amputiert werden muss. Das hätte für den Jungen nach der Rückkehr dazu geführt, dass er sich für den Rest seines Lebens wahrscheinlich auf einem Rollbrett hätte bewegen müssen.

Seit in dem Land die Taliban an die Macht gekommen sind, ist es noch rückständiger geworden. Das betrifft auch die Gesundheitsversorgung. Abid war vor drei Jahren von einem Klettergerüst gestürzt und hatte sich dabei den Oberschenkelknochen gebrochen. In seiner Heimat war er mehrfach operiert worden. Doch dabei war wohl auch die Infektion ausgebrochen, die den Knochen angriff.

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Die Benrather Ärzte konnten das Bein des Jungen durch drei aufwendige Operationen retten. Schon seit Jahren besteht die Kooperation mit dem Friedensdorf; meistens werden ein bis zwei Kinder pro Jahr dort behandelt. Die Kosten, die meistens zwischen 20.000 und 40.000 Euro liegen, trägt der Gesundheitskonzern.

Die letzte der drei OPs an Abids Bein im Mai war die zeitaufwendigste, bei der interdisziplinär gearbeitet wurde. Graviel Zulueta La Rosa ist der Sektionsleiter für Septische-Chirurgie am Sana im Benrath und hat sich die vergangenen Monat um den Jungen gekümmert. Im letzten operativen Schritt konnte das Team der Plastischen-Chirurgie zusammen mit den Kollegen der Orthopädie und Unfallchirurgie Knochen aus dem Unterschenkel in den Oberschenkel verpflanzen.

„Da ja die Gefahr bestand, dass der Junge sein Bein verliert, haben wir als letzten Versuch das Wadenbein des betroffenen Beines transplantiert, damit der Oberschenkelknochen heilen kann“, sagt Katrin Seidenstücker, Chefärztin der Klinik für Plastische-Chirurgie. Fachliche Unterstützung hat man sich dabei von einem sehr erfahrenen Kollegen der Universitätsklinik Bonn geholt.

Mit dem Zustand von Abids Bein sind die Ärzte inzwischen sehr zufrieden. Da man Eigengewebe und -knochen hat nehmen können, wurde das Bein von Beginn an durchblutet. Das ist wichtig im Kampf gegen die Infektion. Bleibt alles so, kann der Neunjährige in seiner afghanischen Heimat wieder ein normales Leben führen. Aber auch seine Zeit in Deutschland wird er so schnell nicht vergessen: „Ich habe im Friedensdorf viele Freunde gefunden, mit denen ich auch Fußball spielen kann. Ich bin sehr glücklich“, erzählt er beim Kontrolltermin seines Beins in der Chirurgie.

Und auch seine Betreuerin vom Friedensdorf International, Saskia Kosi, ist glücklich, dass es Abid wieder gut geht: „Wir sind den Ärzten und dem Pflegeteam sehr dankbar, dass sie diese aufwendige Operation und Betreuung mit so viel Herzblut begleiten.“ Für Graviel Zulueta La Rosa eine Selbstverständlichkeit: „Es geht um Kinder. Da kann einem keine Mühe zu viel sein. Wir haben das alle gerne gemacht.“