Düsseldorf-Benrath: Wohnquartier an der Regerstraße geplant

Ehemaliges Hallenbad in Benrath : Erster Schritt für neues Wohnviertel

Auf dem Grundstück an der Regerstraße soll das geschlossene Hallenbad Wohnbebauung weichen. Die Mehrfamilienhäuser baut die Rheinwohnungsbau. 100 Interessierte waren zum Planungsauftakt gekommen.

Knapp 100 Teilnehmer füllten am Dienstagabend den Saal des Cäcilienstiftes. Die nächsten Schritte zur Bebauung des Hallenbadgeländes standen auf der Tagesordnung. Das Hallenbad ist seit Februar geschlossen und wird derzeit abgerissen. Auf dem Freibadgelände wird es neu gebaut. Zu dem öffentlichen Workshop eingeladen hatten die Stadt und das Unternehmen Rheinwohnungsbau als Projektträger.

Nach einer kurzen Vorstellung der Architekten und Planer standen Vorgaben für sie im Mittelpunkt der Veranstaltung. Dazu gehören ein ausgewogener Mix aus gefördertem und frei finanziertem Wohnraum einschließlich barrierefreier Wohnungen, lockere Bebauung mit intensivem Baum- und Grünbestand. „Und dass sich das neue Projekt in seine Umgebung einfügt“, verdeutlichte Jochen Füge, Moderator des Büros Innovative Stadt- und Raumplanung (ISR). Drei ausgewählte Architekturbüros aus Berlin, Neuss und Düsseldorf beteiligen sich. Zu guter Letzt entscheidet eine Jury, besetzt mit Politikern und unabhängigen Fachleuten, über den Zuschlag. „Wir haben keinen Bebauungsplan, sondern machen es diesmal anders herum“, erklärte Ruth Orzessek-Kruppa, Leiterin des Stadtplanungsamtes. „Das ist Neuland, es geht dabei nicht um den maximalen Erlös“, ergänzte der Moderator.

Die Diskussion war lebhaft und auch ohne konkrete Planung schon kontrovers. „Drei- bis viergeschossige Bebauung passt nicht in das Musikantenviertel“, sagte Dieter Winkhaus. Auf keinen Fall sollten zwei Geschosse überschritten werden. Füge wies auf das Spannungsfeld von Wirtschaftlichkeit und Fläche hin. „Erst drei oder vier Geschosse sind wirtschaftlich. Barrierefrei mit einem Aufzug bei maximal zwei Geschossen ist nicht bezahlbar“, gab der Fachmann zu bedenken.

Das Einfügen in die Umgebung bewegte die Gemüter ebenso wie die Verkehrssituation. Die Teilnehmer fürchten verstopfte Straßen – etwa die Regerstraße  – Staus an den neuralgischen Punkten und Gefahr für Kinder und Jugendliche, die auf dem Rad unterwegs sind. „Das ist ganz normales Handwerkszeug bis ins Detail“, beantwortete Füge die Frage nach einem Verkehrsgutachten für die Bauphase und die Zeit danach. Ob Miet- oder Eigentumswohnungen vermarktet würden, wollte ein Teilnehmer wissen. „Bei den freifinanzierten könnten durchaus Eigentumswohnungen dabei sein, aber das ist nicht unser Ziel“, erklärte Thomas Hummelsbeck, Geschäftsführer der Rheinwohnungsbau. Überrascht waren die Gäste, dass das Unternehmen ausschließlich für die mehrgeschossige Bebauung verantwortlich ist. Der Bau der freistehenden Häuser bleibt in städtischer Hand.

Leonie Lindemann hofft, eine Nutznießerin des Projektes zu sein: „Ich hoffe auf bezahlbaren Wohnraum, denn ich bin Berufseinsteigerin.“ Philipp Polenz, der täglich vom Musikantenviertel nach Leverkusen pendelt, hat hingegen den Verkehr im Blick: „Ich bin gespannt, wie die Verkehrssituation gelöst wird, die Bedenken kann ich gut verstehen.“