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Düsseldorf-Benrath: Rattenplage an Pflegeheim

Plage an Düsseldorfer Pflegeheim : "So viele Ratten am helllichten Tag habe ich noch nie gesehen“

In der Nähe eines Düsseldorfer Pflegeheims gibt es eine Rattenplage. Ein regelmäßiger Besucher meint: "Hier ist Gefahr im Verzug." Auch ein Kindergarten steht in der Nähe.

Eine regelrechte Plage hat sich rund um die Cäcilienstraße und das Pflegeheim an der Calvinstraße entwickelt. Die Ratten sind inzwischen ohne Scheu und so dreist, dass sie Passanten fast über die Füße laufen.

Als Dieter Töpfer vergangene Woche im Joachim-Neander-Haus eine Verwandte besuchte, war er geschockt: Auf einer Rasenfläche hinter dem Gebäude tummelten sich rund zwei Dutzend Ratten. "Es waren erwachsene und jüngere Tiere - und sie waren noch nicht einmal schreckhaft", sagt er immer noch irritiert. Seine Vermutung ist, dass sich die Nester der Ratten in einem begrünten Lärmschutzwall befinden. Dort bietet die Wand zahlreichen Nagern Unterschlupf. Offenbar fühlen sie sich dort richtig wohl. "So viele Ratten am helllichten Tag habe ich noch nie gesehen, die Tiere sind mir fast vor die Füße gelaufen", sagt Töpfer.

Anders reagieren Passanten, die regelmäßig dort vorbeigehen. "Ja, ja, die Ratten", lautete am Mittwochnachmittag mehrfach ihr Kommentar. Ansonsten ziehen sie weiter, ohne etwas zu unternehmen.

Anders Dieter Töpfer. Weiterhin hat er beobachtet, dass es auf der Rasenfläche einen schmalen niedergetrampelten Weg zu den Häusern der Cäcilienstraße 23 bis 15. "Und dort befindet sich vor jedem Haus ein außenliegender Mülltonnenkäfig. Durch die dortigen, deutlich müffelnden Abfälle werden die Ratten ganz sicher angezogen und kreuzen den Gehweg, der zu der Unterführung Calvinstraße führt."

Ordnungsamt ist informiert

Für den Düsseldorfer steht fest, dass hier unbedingt etwas getan werden muss. Das Ordnungsamt hat er vergangene Woche angeschrieben, schließlich stehe auf der Website, dass man sich melden soll, wenn einem solche Dinge auffallen. Das Ordnungsamt erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, sich die Örtlichkeiten anzusehen und sich um die Rattenplage zu kümmern. Allerdings müsste vorher noch die Eigentumsfrage der Grundstücke geklärt werden.

Dieter Töpfer hat beobachtet, dass auf dem Gelände mit dem Lärmschutzwall zwar mehrere Rattenköder ausgelegt sind, so dass er annimmt, dass das Problem bereits bekannt sei und etwas getan wurde. Aber nach seiner Beobachtungen vergangener Woche und auch am Montag, als er wieder im Joachim-Neander-Haus war, steht für ihn fest: Hier ist eine Dimension erreicht, die deutlich drastischere Maßnahmen erforderlich macht.

Er sei kein Schädlingsbekämpfer, aber wahrscheinlich müsse der Lärmschutzwall komplett oder zumindest teilweise abgetragen werden, um die Nester auszuheben beziehungsweise auszuräuchern.

Für Dieter Töpfer steht fest: "Hier ist Gefahr im Verzug." Betroffen seien das Pflegeheim Neander-Haus, der Kindergarten auf dem Gelände, die Anwohner der Häuser der Cäcilienstraße.

Töpfer weiß, dass Ratten in einer Großstadt immer vorhanden seien, "aber eine solche Situation - in der Menge von Ratten - ist einfach nicht hinnehmbar. Mehrfach habe er jetzt die Nager auch tagsüber beobachtet, meist am Nachmittag, und er möchte sich gar nicht vorstellen, wie es nachts zugeht, wenn die Ratten wirklich aktiv werden. Für ihn steht fest: Hier muss unbedingt etwas getan werden, und zwar dringend.

(RP)